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Seide: Unvergleichlich sanft zur Haut

Hauchzart und edel glänzend: Das luxuriöse Material aus den feinen Fäden der Seidenraupe begeistert mit einem einzigartigen Tragegefühl und ist auch für sensible Haut geeignet. Doch nicht nur weich fließende Blusen und Kleider entstehen aus diesem seltenen Faden – im Mix mit Schurwolle wird Seide auch zu wärmender Funktionswäsche und hautberuhigenden Babybodys. Mehr verblüffende Fakten, woher unsere Seide stammt und was bei der Pflege zu beachten ist: Hier beantworten unsere Experten der hessnatur Corporate Social Responsibility alle eure Fragen. Ihr wollt noch mehr wissen? Dann schreibt uns einfach einen Kommentar!

  • Was genau ist Seide eigentlich?

    Laut der Textilkennzeichungsverordnung wird Seide als Faser definiert, die „ausschließlich aus Kokons seidenspinnender Insekten gewonnen wird“. Die Seidenraupen verpuppen sich, indem sie in speziellen Drüsen einen Faden produzieren und diesen in unzähligen Schlaufen als Hülle um sich herum winden und verkleben. Diese tierische Faser ist etwas Besonderes, denn in der Natur ist es der einzige Endlosfaden. Seide besteht vor allem aus Protein und Sericin, einem Kleber, den man auch als Seidenbast bezeichnet.

  • Was genau verbirgt sich hinter den verschiedenen Seidenarten?
    Am bekanntesten ist die Zuchtseide des Echten Seidenspinners (Bombyx mori), der aufgrund seiner Ernährung auch Maulbeer-Seidenspinner genannt. Haupterzeugerland ist China. Der Maulbeerspinner produziert einen Faden, der sich relativ einfach abspulen lässt. Für die Gewinnung des Endlosfadens werden die Kokons einige Tage nach dem Spinnen durch die Seidenraupe mit Hilfe von Heißluft getrocknet. Dadurch wird der Prozess zur Entwicklung des Falters beendet. Eri-Seide Eri-Seide wird aus den Kokons des Götterbaum-Spinners (Samia cynthia) gewonnen und kommt aus Thailand. Die Raupen des Götterspinners werden dort mit Maniok-Blättern gefüttert. Der Kokon des Götterspinners besteht aus kurzen Proteinsegmenten, sieht wollig aus und ist nicht komplett geschlossen. Daher kann der Falter nach seiner Umwandlung die Hülle verlassen oder die Puppen können aus dem Kokon entfernt werden und sich außerhalb entwickeln. Die weichen, elfenbeinweißen Eri-Seiden-Kokons sind größer als Kokons des Maulbeerspinners. Nachdem der Falter seine Hülle verlassen hat, werden aus den Fasersegmenten ähnlich wie bei Wildseide, Baumwolle oder Wolle feine, glänzende Garne gesponnen. Da die Puppe nicht in dem Kokon stirbt, spricht man bei Eri-Seide auch von „Friedensseide“ oder „Ahimsa-Seide“. Wildseide Wildseide bedeutet im ursprünglichen Sinne die Wildsammlung der Kokons. Häufig wird der Begriff Wildseide als Synonym für die aus Indien stammende Tussahseide verwendet. Der Tussah-Seidenspinner (Antheraea mylitta) ernährt sich von Eichenblättern und wird auch Eichenseidenspinner genannt. Diese Seide kann nicht in einem Endlosfaden vom Kokon aufgehaspelt werden. Daher wird sie in der Regel erst gewonnen, wenn der Falter den Kokon bereits verlassen hat. Die kurzen Seidenfäden werden zu Spinnseide verarbeitet. Der Faden der Spinnseide ist ungleichmäßig, matt und von Natur aus gelblich bis braun. Dupionseide Dupionseide wird in Indien aus Maulbeerseide produziert. Charakteristisch ist die etwas noppige, unregelmäßige Struktur. Haspelseide Von einem hochwertigen Kokon ergeben sich ca. 2.500 m Seidenfasern, davon können bis zu 1.500 m endlos abgespult werden. Diese Seide nennt man Haspelseide. Der Endlosfaden des Maulbeerseidenspinners ist eine glänzende, sehr feine und regelmäßige Faser. Nach dem Entbasten – so nennt man das Entfernen des Seidenleims Sericin – ist die Faser nahezu weiß. Schappeseide Schappeseide wird aus den Resten eines abgehaspelten Kokons im sogenannten Kammgarnverfahren gewonnen. Nachdem das Rohmaterial von allen Rückständen gereinigt ist, werden die Fasern ausgekämmt und zu parallel ausgerichteten Fasersträngen – den Kammzügen – zusammengelegt. Die weiche, leicht glänzende Schappeseide wird gern als Füllung von Kissen und Decken genutzt. Bouretteseide Das leicht noppige, matte Garn der Bouretteseide wird aus den kurzen Fasern hergestellt, die bei der Herstellung von Schappeseide anfallen sowie aus Kokonresten. Charakteristisch für Bouretteseide ist ihr spezieller Geruch im feuchten Zustand, der daraus resultiert, dass das Sericin (Seidenleim) nicht komplett entfernt werden kann. Aufgrund des hohen Gehalts an Seidenleim sagt man Bouretteseide eine hautberuhigende, entzündungshemmende Wirkung nach. Darum fertigen wir daraus Windel- und Stilleinlagen, die Hautreizungen lindern.
  • Welche Seidenarten setzt hessnatur ein?

    Maulbeerseide, Eri-Seide, Wildseide und Bouretteseide.

  • Wieso verwendet hessnatur nicht
    ausschließlich Wild- oder Eri-Seide?
    Für die Unterwäsche aus Bio-Seide, die wir in unserem Sortiment anbieten, ist Wild- oder Eri-Seide leider keine Alternative. Denn für diese ebenmäßigen, glatten Stoffe benötigen wir eine sehr hochwertige, feine Qualität in gesicherten Mengen. Diese lässt sich nur aus den Endlosfäden der Maulbeerseide herstellen. Fäden aus Wildseide und Eri-Seide sind dicker als der Endlosfaden aus der Natur, und eigenen sich nicht für alle Modelle. Zudem hat das Garn von Wildseide die materialtypischen Verdickungen und Unregelmäßigkeit, da bei der Garnherstellung kleine Seidenfasern zu einem Faden versponnen werden. Dadurch verwenden wir es ausschließlich als Füllmaterial für unsere Seiden-Bettdecken. Eri-Seide kommt aus einem Sozialprojekt in Thailand und wir freuen uns sehr, dass wir dieses tolle Material ab dem Frühjahr/Sommer 2018 in vorerst kleinen Mengen in unserer Kollektion anbieten können. Wir sind von dieser Qualität überzeugt, weswegen wir diese Partnerschaft und den Anteil von Eri-Seide in unserer Kollektion ausbauen werden.
  • Woher stammt die Seide, die hessnatur verwendet?

    Das Land mit der höchsten Kompetenz für Maulbeerseide ist China, wo diese seit Jahrtausenden gezüchtet wird. Nur von dort erhalten wir die gleichmäßige, feine Qualität, die unsere Kunden schätzen sowie die Wildseide für unsere Bettwaren. Die Rohware für alle unsere Produkte aus Eri-Seide erhalten wir aus einem Projekt in Thailand, wo diese aus den Kokons des Götterspinners gewonnen wird.

  • Wie wird Seide bei hessnatur verwendet?

    Seide ist eine sehr wertvolle, luxuriöse Faser und wird in der Kollektion von hessnatur ganz gezielt eingesetzt. Insbesondere für Modelle, bei denen direkter Hautkontakt besteht. Denn Seide hat aufgrund ihres Eiweißaufbaus ein besonders niedriges Allergiepotenzial und ist dadurch besonders hautverträglich. Dies ist der Grund, warum Menschen mit Hautirritationen unsere Wäscheserie aus reiner Bio-Seide schätzen und unsere Babybodys aus Bio-Merinowolle mit Seide auch für besonders empfindliche Babyhaut verträglich sind.

    Darüber hinaus fertigen wir aus den verschiedenen Seidenarten hauchfeine Schals, luxuriöse Blusen und – zum Beispiel im Materialmix mit Schurwolle – auch wärmende Pullover und Funktionswäsche. Außerdem eignet sich die temperaturausgleichende, atmungsaktive Seide perfekt für luftig-leichte Bettdecken für Menschen, die leicht schwitzen.

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  • Worin unterscheidet sich Bio-Seide von herkömmlicher Seide?

    Die Seidenproduktion ist ein sehr komplexes Thema und beginnt bei dem Anbau der Maulbeer-Bäume, von deren Blättern sich die Raupe des Maulbeerspinners ausschließlich ernährt. Für Bio-Seide erfolgt die Anpflanzung der Maulbeer-Bäume nach den Richtlinien des kontrolliert biologischen Anbaus. Das bedeutet, man verzichtet im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel, mineralischer Dünger und Gentechnik. Dabei kommt der pestizidfreie Anbau nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen und der Umwelt zugute. Das „gesunde Futter“ wirkt sich positiv auf die Entwicklung der Tiere aus, denn diese sind gesünder. Dadurch erhält man auch ein besseres Endprodukt – einen gleichmäßigen, hochwertigen Kokon und damit eine besonders hohe Seidenqualität.

  • Luxus pur – wodurch entsteht der edle Seidenglanz?
    Typisch für Seide ist ihr charakteristischer Glanz, der Farben besonders leuchtend zur Geltung bringt. Dieser entsteht dadurch, dass die glatte, ebene Oberfläche von Seide das Licht besonders brillant reflektiert – was ihr den unverwechselbaren Schimmer verleiht.
  • Was sind die Eigenschaften von Seide?
    • Sehr fein, leicht und anschmiegsam
    • besonders hautverträglich
    • edler Glanz
    • fließender Fall
    • nimmt viel Feuchtigkeit auf ohne sich feucht anzufühlen
    • trocknet sehr schnell
    • extrem temperaturausgleichend bzw. temperaturregulierend, d.h. sie kühlt bei Hitze und wärmt bei Kälte
    • schmutzabweisende Oberfläche, nimmt kaum Gerüche an

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  • Gibt es Besonderheiten beim Färben von Seide?
    Für unsere Seidenartikel werden spezielle, synthetische Farbstoffe eingesetzt, die für alle tierischen Fasern aus unserem Sortiment verwendet werden. Die Besonderheit dieser Farbstoffe ist, dass sich die Farbpigmente fest mit den Eiweißmolekülen verbinden und somit eine gute Farbechtheit aufweisen. Die von hessnatur verwendeten synthetischen Farben entsprechen den höchsten derzeit möglichen ökologischen Standards, sowohl in der Gesundheits- als auch in der Umweltverträglichkeit. Dies wird von unabhängigen Instituten stichprobenartig und unregelmäßig geprüft. Mehr dazu in unserem Textillexikon.
  • Warum sind Produkte aus Seide vergleichsweise teuer?
    Dafür gibt es mehrere Ursachen. Zum einen ist Seide ein nur begrenzt verfügbares Naturprodukt, dessen Gewinnung immer noch sehr aufwändig ist. Aus diesem Grund werden Seidenstoffe nach Gewicht gehandelt und nicht – wie andere Faserstoffe – nach Größe der Fläche. Das bedeutet je schwerer das fertige Gewebe oder Gestrick ist, umso höher sind die Materialkosten. Da beispielsweise für Kleider meist dichter gewebte Stoffe mit festerem Griff und stärkerem Stand verwendet werden, ist der Preis für das Material dementsprechend höher. Und nicht zuletzt ist auch die Verarbeitung der glatten, rutschigen Seidenstoffe wesentlich anspruchsvoller als bei Stoffen wie Baumwolle oder Leinen – was eine sehr hohe Kompetenz in der Konfektion und im Handling erfordert.
  • Ist Seide für Allergiker geeignet?
    Eine der vielen Funktionen von Seide ist ihre hautverträgliche Eigenschaft. Aus diesem Grund eignet sie sich ganz besonders für hautsensible Menschen. Ihre glatte, kühlende Oberfläche umschmeichelt sanft die Haut und ist als reine Eiweiß-Faser auch für Tierhaar-Allergiker geeignet – weil ihre Struktur ganz anders als die von Tierhaaren ist.

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  • Wieso überzeugt die kühlende Seide nicht nur in warmen Sommernächten?

    Aufgrund der atmungsaktiven und temperaturregulierenden Funktion wärmt Seide auch bei Kälte sehr effektiv und eignet sich somit ebenso für die kühle Jahreszeit. Pur oder im Material-Mix mit Schurwolle ist sie ein perfektes Material für wärmende und temperaturausgleichende Unterwäsche.

  • Was macht den klassischen hessnatur Materialmix „Schurwolle-Seide“ für Unterwäsche so beliebt?

    Jede Naturfaser bietet ihr eigenes Potenzial an Eigenschaften in Optik und Funktion. In dem Mix von Schurwolle und Seide ergänzen und optimieren sich die wunderbaren natürlichen Eigenschaften der beiden Fasern und ergeben eine ideale „Funktionswäsche“. Das elastische Material ist weich und hautsympathisch, außerdem wärmend und temperaturausgleichend zugleich – und darum aus unserem Unterwäsche-Sortiment nicht mehr wegzudenken.

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  • Gibt es auch vegane Alternativen für Seide?
    Da alle Seidenarten zu den tierischen Fasern zählen, scheiden sie für Veganer aus.
  • Wie pflege ich Seide richtig?
    Gerüche verschwinden über Nacht, die Naturfaser Seide regeneriert sich durch Lüften an der frischen, feuchten Nachtluft. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit ist die Beachtung der Waschhinweise auf dem Etikett besonders wichtig. Damit keine Wasserflecken entstehen, darf immer nur das gesamte Kleidungsstück gewaschen werden (punktuelle Fleckentfernung ist nicht möglich). Je nach Waschempfehlung ist es ratsam, Seide bei 20°C bis 30°C per Hand oder im Schonwaschgang zu waschen. Dabei auf Bleichmittel verzichten und ein biologisches Waschmittel für Eiweißfasern verwenden, wie zum Beispiel das hessnatur Bio-Waschmittel für Wolle und Seide. Den Stoff nicht zu lange einweichen, nicht reiben und starke Bewegungen vermeiden. Auch Schleudern und Trockner sind tabu – stattdessen die Seide sanft in einem Handtuch ausdrücken und ohne direkte Sonneneinstrahlung trocknen. Bügeln nur bei niedrigster Temperatur von der Rückseite ohne Dampf und ohne das Material mit Wasser zu besprengen.

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Kommentare
  • Martina Frank ,

    Liebes Hess-Natur-Team,
    leider erwähnen Sie in Ihrem ausführlichen Bericht über die Seide nicht, dass (Zitat Peta: … die Kokons mitsamt den lebenden Puppen in kochendes Wasser geworfen oder heißem Wasserdampf ausgesetzt (werden). Dabei kann man beobachten, wie die Tiere in ihren Kokons wild umherkriechen und versuchen, dem Tod zu entkommen.) Und weiter heißt es dort: „Aufgrund des steigenden Wissens um das Schmerzempfindens von wirbellosen Tieren, wie Insekten, ist es unsere Verantwortung, auch den Seidenspinner vor Leid und Schmerz zu schützen.“
    Ich denke, dass Ihre Kunden auch diese Informationen erhalten sollten, um entscheiden zu können, ob sie Seide nutzen oder dieses grausame Herstellungsverfahren nicht unterstützen möchten.
    Von einem Unternehmen wie Hess Natur, das sich Werten wie Fairness (auch gegenüber Tieren), Liebe zu unserer Umwelt (auch zu unseren Tieren) und Transparenz verpflichtet sieht, würde ich mir diese Offenheit wünschen.
    Übrigens: Wäre es nicht toll, Vorreiter in Sachen „Alternativen zur Seide“ zu sein?
    Mit besten Grüßen,
    Martina Frank

    Antworten
    • hessnatur ,

      Hallo Martina, es ist leider wahr, dass für die Gewinnung von Maulbeerseide die Puppen in dem Kokon sterben. Einen „Endlosfaden“ erhält man nur dann, wenn der Kokon vollständig abgehaspelt werden kann. Seide wird traditionell seit Jahrtausenden hergestellt. Nachhaltigkeit ist den Bauern selbstverständlich, denn es findet alles Verwendung und nichts wird weggeworfen. Nicht nur in Korea, wie in dem Bericht von PETA, auch in Thailand werden die abgetöteten Puppen gegessen und in China als Futtermittel eingesetzt. Der Kot der Tiere wird getrocknet und als Düngemittel verwendet. Wie wir auch in unserem Beitrag erwähnen, nutzen wir für unsere Produkte auch Wildseide und Eri-Seide und suchen auch weiterhin nach Alternativen. Und warum wir nicht ausschließlich Eri-Seide oder Wildseide verwenden, erklären wir in unserem Beitrag.
      Zu dem Punkt „Alternativen“: Ganz ohne tierische Materialien kommt unser veganes Sortiment aus.
      Viele Grüße, dein hessnatur Service Team

      Antworten

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