Heute will ich an meinen Blog-Beitrag über Burkina Faso anschließen und vom sogenannten „Ginning“ der Baumwolle berichten. „Ginning“ nennt sich das Verfahren, bei dem die Rohbaumwolle maschinell gesäubert und verpackt wird. Der Begriff „Ginning“ ist übrigens aus „Eninge“ abgeleitet und steht für das maschinelle Verarbeiten.

Während unseres Besuchs in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, haben wir die Möglichkeit uns eine solche Cotton Ginnery anzuschauen. Das Gelände von Faso Coton ist riesig – auf der Fläche von schätzungsweise zehn Fußballfeldern lagern tausende Ballen von Baumwolle, die auf ihren Weitertransport zu Spinnereien warten. Dort erfolgt die Weiterbearbeitung zu Baumwoll-Garnen. Jeder Ballen wiegt zwischen 220 und 240 Kilogramm und enthält die gesäuberte Rohbaumwolle.

Geschäftsführer Lanssina Konate erklärt uns, dass die Rohbaumwolle von den Feldern vor der Verarbeitung gewogen und dann durch Rohre in die Ginning-Anlage gesaugt wird. Hier wird in vier verschiedenen Stufen die Baumwollfaser mit vielen kleinen Drahthaken gekämmt und dabei von den Samen und anderen Pflanzenresten befreit. Ein spezielles Luftdruck- und Absaugsystem unterstützt das Ganze.

Der Chef von Faso Cotton erzählt eine lustige Anekdote, um zu verdeutlichen, wie das Cotton Ginning entstanden ist: Der Legende nach hat vor Jahrhunderten ein Mann beobachtet, wie ein Wolf versucht hat auf einem Bauernhof ein Huhn zu fangen. Dabei ist ihm das Huhn allerdings immer wieder durch seine Krallen gerutscht, die einzig und allein dem Huhn die Federn ausgerissen haben. Das Huhn selbst sei dann letzten Endes entkommen und der Wolf habe – ohne Hühnchenfleisch – vor einem Berg Federn gesessen. Und dieses „Rupfen“ habe sich der Mann dann für das Ginning zu nutze gemacht, um die Baumwollfasern eben von allen anderen Bestandteilen der Rohbaumwolle trenne, so Lanssina Konate.

Die von der Baumwolle getrennten Samen werden übrigens zum größten Teil wieder an die Bauern zurückgegeben und können in der nächsten Saison wieder auf den Feldern ausgebracht werden. Der Rest wird ausgepresst und zu Baumwoll-Öl verarbeitet – eine Delikatesse in Burkina Faso.