Weihnachten

Eine Frage, der ich mich dieses Jahr besonders intensiv stelle. Es fällt ziemlich schwer, bei diesen Temperaturen an Glühwein, Zimt und heißen Tee zu denken. Es ist einfach nicht kalt genug. Aber das ist es nicht. Jedenfalls nicht allein. Mich beschäftigt das Schenken. Ein Jahr, in dem das Wort des Jahres vielleicht „Wirtschaftskrise“ heißen könnte, liegt fast hinter uns. Ein Jahr mit einer Bundestagswahl war es auch. Die aktuellen Ministerposten-Neubesetzungen und Hin-und-Herschiebereien von Posten irritieren. Nur mich?!

Ich stelle Werte in Frage. Wird denn zum Beispiel Wert der Arbeit einer Familienministerin gewertschätzt, wenn sie mir nichts, Dir nichts, auf einen anderen Ministerposten verschoben wird? Wenn ein Konzern zugrunde geht, und die Mitarbeiter in der Bundesagentur für Arbeit uno sono zu hören bekommen, sie seien leider für den Arbeitsmarkt unvermittelbar? Sind sie nichts mehr wert für die Gesellschaft?

Ich glaube, ein Gefühl der Zugehörigkeit, des stillen Miteinanders und des ungefragten Angenommenseins sind Werte, die gerade am diesjährigen Weihnachtsabend eine wichtige Rolle in den Herzen vieler Menschen spielen.

Ich würde mir wünschen, dass Geschenke dies widerspiegeln. Sich mit anderen verbunden fühlen, sie tatsächlich wahrnehmen. Ein Geschenk, das dies ausdrückt, kommt im Herzen an. „Etwas, das bleibt“, singt Silbermond aktuell. Genau das können Geschenke vermitteln: Sie transportieren Gefühle und halten die Erinnerung an einen wertvollen, emotionalen Moment fest. Das kann ein weicher Schal sein, in den ich mich einkuschele und immer wieder an den Weihnachtsabend denke, es kann ein Buch sein, etwas Selbstgebackenes oder Selbstgemachtes.

Aber es steht für mich außer Frage: das Wichtigste ist Zeit füreinander.