Mulesing

Mit dem Ziel den Wollertrag zu maximieren, wurde dem Merinoschaf im Laufe der Zeit eine immer größere Hautoberfläche angezüchtet. Diese Übermenge an Wolle ist die Ursache für den Parasitenbefall durch die “Sheep Blowfly” (Lucilia cuprina). Die Fliegen legen ihre Eier in die warmen, verschmutzten und schlecht belüfteten Hautfalten der After- und Genitalregion. Die geschlüpften Fliegenmaden wandern in Haut und Unterhaut und fressen sich in das Schaf. Es kommt zu schweren Entzündungen und oft auch zum Tod des Schafes. Aus diesem Grund werden den Lämmern in der 8.-12. Lebenswoche Fleischstücke rund um After- und Genitalregion herausgeschnitten. Es entsteht eine glatte, vernarbte Fläche, auf der sich keine Parasiten ansiedeln. Der Eingriff wird nicht durchgängig von Fachpersonal ausgeführt. Er ist überwiegend ohne Betäubung oder spätere Wundversorgung. Diese Vorgehensweise ist umstritten und wird unterschiedlich diskutiert.
In Australien wurde bereits 2004 ein Gesetzentwurf zum Verbot des Mulesing vorgelegt. Wool Innovation (AWI) zog ihre Zusage von 2004 zurück das Mulesing bis Ende 2010 auslaufen zu lassen. Nach Einschätzung der australischen Wollindustrie fehlen ausgereifte, wirtschaftlich rentable Alternativen.
Überlegungen gibt es u.a. zu:
• einer Schur an den empfindlichen Stellen
• chemischen Enthaarungsmitteln
• einer züchterische Selektion
• der Ausbildung von Mulesing-Fachleuten
Die australische Schafwolle aus biologischer Tierhaltung wird von der National Association of Sustainable Agriculture Australia Ltd.(NASAA) kontrolliert. Sie gestattet das Mulesing in Ausnahmefällen.
Die Blowfly ist vor allem in den regenreichen Küstenregionen Australiens weit verbreitet, nicht jedoch in Südamerika oder Südafrika. In Südafrika ist das Mulesing seit 2009 offiziell verboten. Neuseeland hat seit 2010 das Mulesing auf freiwilliger Basis größtenteils eingestellt. Es wurde das ZQ-Siegel der New Zealand Merino Company zur Kennzeichnung rückverfolgbarer Mulesing-freier Wolle entwickelt.

Unser Beitrag

Der artgerechte Umgang mit Nutztieren ist hessnatur wichtig. Über 50% der hessnatur Schurwolle kommt bereits aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT).  In den hessnatur Qualitätsrichtlinien ist klar der Ausschluss von Mulesing formuliert. Die Lieferanten bestätigen den Verzicht schriftlich.

Schon gewusst...

• etwa 80% aller in Australien gehaltenen Schafe sind Merinos
• dem Mulesing werden in Australien über 70 Prozent der Merinolämmer unterzogen, das sind rund 25 Millionen Tiere (Quelle srf.ch)
• seit 2010 erfolgen bereits 60 % des Mulesing mit Betäubung (Quelle: Verband der Australischen Wollfarmer AVGA)


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