Es werden wieder mehr … Noch vor ein paar Jahren wurde ich von meinem Freundeskreis nur groß angeschaut, wenn ich mich für einen Abend zuhause auf dem Sofa mit meinem Strickzeug verabredet hatte. Ich kann gar nicht sagen, welch ein Genuss das war! Eine Schnulze im Fernsehen oder ein Hörbuch mit angenehmer Stimme (ich würde Jan Joseph Liefers oder Rufus Beck bevorzugen), ein Tee oder ein Glas Rotwein – mehr brauchte es nicht.

Heute gehe ich mit meinem Strickzeug zu Stricktreffs. Da treffe ich hierzulande leider immer noch vorwiegend Frauen, aber jedenfalls: Gleichgesinnte. Tolles Strickgarn sehe ich dort; Muster, die ich mir wahrscheinlich nicht antun würde, strickt eine Frau mir gegenüber fast unbewusst runter, während sie sich angeregt mit ihrer Nachbarin über ihren letzten Urlaub unterhält. Wir hatten auch schon politische Diskussionen. Ja, vielleicht werden Strickcafés die Keimzellen neuen Denkens, ich würde das mal nicht unterschätzen. Da alle aus verschiedenen Himmelsrichtungen  zusammentreffen, nehmen sie die neuen Impulse auch gleich wieder mit zum nächsten Treff in einer anderen Stadt mit anderen Strickerinnen. – Verrückt, was sich aus diesem Hobby entwickelt hat. Dank sei dem Internet, dank sei den vielen Bloggerinnen, die sch vernetzen und ein gemeinschaftliches Gefühl keimen lassen.

Stricken, Häkeln und sonstigen Handarbeiten haftete ja bis vor nicht allzu langer Zeit ein schreckliches Image an. Es war definitiv nicht schick und in den letzten 20 Jahren alles andere als Pop-Kultur. Mit der Konsequenz, dass manches Strickgarnlabel in Schwierigkeiten kam. Doch in letzter Zeit erleben Handarbeiten eine wahre Stil-Renaissance.

Was uns Strickerinnen – ob neu verfallene oder alte Hasen – noch zu unserem Glück gefehlt hat: die Bio-Merinowolle von hessnatur. Denn Bio-Qualitäten in Handstrickgarnen sind rar! Seit Juli im Katalog erhältlich, bekommen wir jetzt schon Post von strickenden Kundinnen: „Endlich….“.  Wir haben also einen Nerv getroffen. – Ich werde wieder berichten, wenn wir Bilder von fertigen „Projekten“ haben (so heißt das heute nämlich).

Übrigens – mein heimlicher Favorit: das Knitcafé in Toronto. Ich war noch nicht dort, aber die Homepage zeigt, wo´s hingeht mit dem Stricktrend.