hessnatur Sozialprojekt New SADLE in Nepal

Erdbeben in Nepal

Auswirkungen auf das Sozialprojekt New SADLE

Das Sozialprojekt New SADLE begeistert uns. Weil es an Lepra Erkrankten ein neues Leben ermöglicht – und hochwertige Schals produziert, die seit vielen Jahren zu unserem Sortiment gehören. Darum waren wir erschüttert, als im Frühjahr 2015 starke Erdbeben Nepal verwüsteten: Tausende Menschen verloren ihr Leben, 3,5 Millionen wurden obdachlos. Über die Folgen und wie es den Menschen dort heute geht sprachen wir mit Chitra Bahadur KC, Leiter von New SADLE und Präsident der World Fair Trade Organization Asia.

Der Leiter von New SADLE über den Wiederaufbau nach dem Erdbeben.

Chitra, was genau wurde bei New SADLE durch das Erdbeben zerstört?

Unser Hauptsitz liegt in Kapan, einer kleinen Stadt am nord-östlichen Rand der Hauptstadt Katmandu. Glücklicherweise verlor niemand sein Leben. Aber die zwölf großen Gebäude wurden fast alle stark beschädigt und die meisten Wohnhäuser unserer Mitarbeiter waren anschließend unbewohnbar. Unser Segen waren die stabilen Fundamente der Häuser. So stürzten zwar die meisten Ziegelwände ein, aber die Dächer blieben stehen. Großer Schaden entstand auch an den bis zu 40 Metern langen und 9 Meter hohen Mauern, welche viele Hänge auf unserem hügeligen Gelände abstützen. Denn durch das Beben brachen viele von ihnen weg und Erdrutsche gefährdeten die anliegenden Häuser.

Vor dem Erdbeben.

Dank der stabilen Fundamente stürzten bei den meisten Gebäuden nur die Wände ein.

Wiederaufbau der Häuser nach dem Erdbeben in Nepal Nach dem Erdbeben.

Mit Hilfe von Spenden aus Deutschland und den Niederlanden konnten schon viele Häuser erdbebensicher wiederaufgebaut werden.

Was waren die ersten Hilfsmaßnahmen?

Schon am Tag nach dem ersten Beben begannen wir, an alle Mitarbeiter Lebensmittel, Trinkwasser und Decken zu verteilen. Außerdem wurden Zelte für die obdachlos gewordenen Menschen errichtet. Das war eine besondere Herausforderung, da es in dieser Zeit in Nepal sehr schwierig war, überhaupt noch Zelte zu finden.

Waren auch andere Niederlassungen von New SADLE betroffen?

Ja, vor allem unser Sitz im stark verwüsteten Distrikt Sindhupalchok östlich von Katmandu. Als ich nach der Katastrophe hier eintraf, konnte ich meinen Augen kaum trauen: Alle Wohnhäuser waren zerstört. Von unseren Gebäuden wurden v.a. das Krankenhaus, die Schule und das Schulungszentrum beschädigt. Als erstes reparierten wir die Schule, so dass sie nach nur zwei Wochen wieder öffnen konnte. Das war wichtig, denn so konnten unsere Lehrer schnell für alle Kinder der Gegend Spiele und Tänze organisieren, um ihnen nach diesen traumatischen Erfahrungen ihr Lächeln wiederzugeben.

"Wir haben eine starke Verbindung und fühlen uns wie eine Familie. […] Natürlich war das Erdbeben ein Schock. Aber es hat uns gezeigt, dass wir schnell wieder auf eigenen Beinen stehen." Chitra Bahadur KC, Leiter New SADLE e.V.

Wie ging der Wiederaufbau voran?

Von der Regierung bekamen wir keinerlei Hilfe, aber zum Glück erhielten wir viele Spenden von europäischen Partnern wie hessnatur. So war es uns möglich, schnell mit den Arbeiten zu beginnen und auf eine erdbebensichere Bauweise zu achten.
Absolute Priorität hatte für uns natürlich die Wiederherstellungen unserer Werkstätten. Darum waren wir sehr erleichtert, nach nur zwei Monaten die komplette Produktion wiederaufnehmen zu können. Denn ob wir es schaffen unsere Aufträge zu erfüllen, ist für uns entscheidend – da dies das Einkommen unserer Mitarbeiter sichert.

Zerstörte Abhänge nach dem Erdbeben in Nepal Vor dem Erdbeben.

Viele der wichtigen Schutzmauern in Kapan wurden durch die Beben zerstört und brachen komplett weg.

Wiederaufbau der Mauern nach dem Erdbeben in Nepal Nach dem Erdbeben.

Durch ihren starken Zusammenhalt gelang es den Menschen von New SADLE, die zerstörten Steinmauern schnell neu aufzubauen.

Chitra, wie hast Du diese Zeit persönlich erlebt?

Wie alle Menschen in Nepal hatte auch ich große Angst. Aber das durfte ich mir nicht anmerken lassen. Wisst Ihr, für die Menschen von New SADLE bin ich nicht wie ein Chef, sondern eher wie ein Vater. Und ein Vater darf nicht zeigen, wenn er Angst hat, er muss stark sein. Darum habe ich alle in mein Büro eingeladen, um die notwendigen Maßnahmen zu besprechen. Und darauf geachtet, dass wir auch Witze machen und gemeinsam lachen. So habe ich meine Angst versteckt, damit die anderen ihre Angst schneller vergessen.

Was hat sich durch das Erdbeben für die Menschen von New SADLE verändert?

Wir haben eine starke Verbindung und fühlen uns wie eine Familie. Und in einer Familie hilft man sich gegenseitig. Während des Wiederaufbaus haben sich alle unterstützt.
Natürlich war das Erdbeben ein Schock. Aber es hat uns gezeigt, dass wir schnell wieder auf eigenen Beinen stehen. Und es hat auch neue Möglichkeiten geschaffen. So haben wir dank der Spenden Solarpaneele installiert. Dadurch sind wir jetzt unabhängiger von der externen Stromversorgung und können unsere Produktionskapazität erweitern.

Was bleibt für Sie noch zu tun?

Viele unserer Mitarbeiter leben bis heute weiterhin in Notunterkünften, da ihre Häuser unbewohnbar sind. Denn von der Regierung haben sie keinerlei finanzielle Unterstützung erhalten. Darum hoffe ich, dass wir diesen Sommer aus eigener Kraft genug Geld gesammelt haben, damit alle Familien wieder in ihre Häuser ziehen können.

Zerstörte New SADLE Produktion in Nepal nach Erdbeben

Nach dem Einsturz der Wände konnten die Produktionshallen zwei Monate lang nicht genutzt werden.

Erdbeben-Flüchtlinge in Nepal

Auch in New SADLE leben noch immer viele Familien in Notunterkünften.

Wie ist die Situation in Nepal nach dem Erdbeben?

New SADLE konnte sich glücklicherweise relativ schnell von dieser Katastrophe erholen, aber die Lage im Land ist immer noch dramatisch. Nur wenige Häuser wurden wieder aufgebaut und der Großteil der Bevölkerung lebt seit zwei Jahren in Zelten oder Hütten. Auch viele Krankenhäuser und Schulen werden immer noch in provisorischen Unterkünften betrieben. Die wichtigsten Ursachen dafür sind der Mangel an Geld und Baumaterial. Aber genauso schlimm ist der Mangel an Arbeitskräften. Denn Millionen junger Menschen haben auf der Suche nach Arbeit das Land verlassen und sind in den Mittleren Osten, nach Malaysia oder Korea ausgewandert.

"Ich möchte allen danken, die unsere Schals und Tücher kaufen und so unsere Arbeit unterstützen. Denn mit jedem einzelnen Schal fördern Sie den Wiederaufbau unserer Wohnhäuser." Chitra Bahadur KC, Leiter New SADLE e.V.

Chitra, gibt es etwas, das Du den Menschen in Deutschland noch sagen möchtest?

Wisst Ihr, ich denke, alles im Leben hat zwei Seiten. Manchmal ist das Leben sehr hart. Aber wenn man stark ist und sich nach allen Kräften bemüht, kann man es schaffen. Uns als Gemeinschaft von New SADLE hat diese Erfahrung auf jeden Fall stärker gemacht.
Und ich möchte allen danken, die unsere Schals und Tücher kaufen und so unsere Arbeit unterstützen. Denn mit jedem einzelnen Schal fördert Ihr den Wiederaufbau unserer Wohnhäuser. Bitte hört nicht auf, Euch weiterhin für die Lage in Nepal zu interessieren – viele Menschen hier sind noch immer obdachlos.

 

Wir hoffen, wir konnten euch einen kleinen Einblick in die derzeitige Lage in Nepal geben. Wir bleiben auch weiterhin für euch dabei und freuen uns sehr, dass wir in der neuen Saison wieder viele neue handgewebte Schals und Tücher aus dem New SADLE Sozialprojekt bekommen konnten.

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