Wir schreiben das Jahr 2010. Pflanzen werden durch Genmanipulationen verändert. Menschen versuchen alte Obst- und Gemüsesorten zu retten und bieten sie wie Delikatessen auf Gemüsemärkten an. Insekten und Schädlinge werden bekämpft. Mittels Chemikalien und Giftstoffen, aber auch durch genmanipulierte Pflanzen, die den Giftstoff selbst produzieren.

Ja, das ist nicht Science Fiction. Das ist heute. Und im selben Jahr feiert man das Jahr der biologischen Vielfalt! Wird es ein Jahr, in dem die Natur auf den Seltenheitswert einer Delikatesse erhoben wird oder werden wir es schaffen, die Natur wieder als solche zu leben, zu respektieren und zu bewahren?

Morgen, am internationalen Tag der biologischen Vielfalt, wird allerortens gewandert. Es ist der Versuch des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), den Blick auf die noch vorhandene Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt zu richten . Oder sie überhaupt wieder ins Bewusstsein zu rücken.

Die Biodiversität nimmt jährlich ab. Täglich sterben ca. 130 Tierarten aus. Der Verlust des Lebensraums gehört heute zu den größten Bedrohungen der Arten. Verursacht durch gravierende  Umweltveränderungen wie z.B. Klimaerwärmung, Verschmutzung der Lebensräume, Überdüngung, Überfischung, Jagd, Ausbeutung  der Ressourcen und die Ausbreitung fremder Arten. Laut UN-Umweltprogramm waren 2007 über 16.000 Arten weltweit vor dem Aussterben bedroht. Die Gesamtzahl der Arten hat zwischen 1970 und 2000 um 40 Prozent abgenommen.

Der Tag der biologischen Vielfalt erinnert an das Inkrafttreten des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) und wird jedes Jahr am 22. Mai begangen. Es müsste eigentlich ein Trauertag sein. Angesichts der aktuellen Ölkatastrophe werden wir uns wohl noch mit viel gravierenderen Zahlen konfrontieren müssen.

Die Entscheidung für ein Leben mit der Natur treffen wir jeden Tag. Mit jedem Euro, den wir ausgeben, können wir uns dafür entscheiden, dass es auch anders geht. Wir müssen heute noch anfangen, morgen kann es schon zu spät sein.