Im Fernsehen gibt es ja zuweilen wirklich gute Reportagen – wie „Die Biosprit-Lüge“ der Filmemacherin Inge Altemeier, die u.a. auch die Filme „Das Gift kommt zurück“ und „Schick, aber schädlich“ inszeniert hat. Der erste Sendetermin der Biosprit-Lüge ist leider in die Nacht von Dienstag, 24. Mai auf Mittwoch, 25. Mai gerutscht, gezeigt wird die Reportage um 0.30 Uhr. Glücklicherweise gibt es noch zwei Wiederholungen zu angenehmeren Zeiten: Der WDR zeigt den Film am Mittwoch, 25. Mai um 15.00 Uhr, der Sender EinsFestival am Freitag, 27. Mai um 20.15 Uhr.

Darum geht’s: Biotreibstoffe gelten als „Wundermittel“ im Kampf für ein besseres Klima. Seitdem die EU den Anbau von Biosprit-Pflanzen subventioniert und vorantreibt, werden viele Menschen in der Dritten Welt in die Hungerkatastrophe getrieben, damit wir unsere Autos mit ökologisch gutem Gewissen tanken können. Denn Pflanzen, die für die Biosprit-Produktion (deren Ökobilanz zudem eher mäßig ist) angebaut werden, binden Ackerflächen, die der Nahrungserzeugung dienen sollten.

Seit 2003 schreibt die EU vor, Dieselkraftstoff Pflanzenöl beizumischen. Wie zum Beispiel Palmöl. Allein in Indonesien gehen durch die Palmölproduktion Lebensraum und Nahrung für Millionen von Menschen verloren. Immer mehr Ureinwohner und Kleinbauern werden aus dem Regenwald vertrieben, weil hier riesige Flächen für die Palmölproduktion gerodet werden. Großkonzerne eignen sich das Land an, ohne die ursprünglichen Besitzer zu entschädigen oder zu beschäftigen.

Die eigentlichen Gewinner sitzen in Europa, die Autoindustrie baut weiter „Spritschlucker“. Die EU hat sich ein grünes Image (mit Hilfe von 10 Milliarden Euro Subventionen) verschafft, löst damit aber nicht das Problem des Klimawandels, sondern schafft eine Hungerskrise.