Die Internationale Kunsthochschule für Mode ESMOD in Berlin hat den Studiengang „Sustainability in Fashion“ ins Leben gerufen. hessnatur unterstützt den einjährigen Masterkurs mit der Entsendung einer Lehrkraft und der Vergabe eines Vollstipendiums an Anna Johannsen, die hier im hessnatur-Blog von ihren Erfahrungen berichtet – heute setzt Anna ihren Bericht über die Berliner Fashion Week fort.

Der Walk of Change, organisiert von KarmaKonsum, fand am Mittwoch, 4. Juli im Rahmen der Fashion Week statt. Wir sind als zehnköpfige Gruppe, ausgestattet mit Herzenswünschen zur Weltverbesserung auf Stoffbändern, von der Ethical Fashion Show zum Hotel Adlon gewandert. Weder Baum noch Straßenschild waren von unserer Aktion sicher! Die Sprüche wie „Öl gehört nicht auf die Felder“ (im Sinne von synthetischen Pestiziden und Düngemitteln) oder positive Begriffe wie Freiheit, Lebensfreude und Ökologie sollten die Passanten anregen, über sich und ihr Umfeld nachzudenken.

Eine brissante Vortrags- und Diskussionsrunde war der Future Summit zum Thema „Change Your Cotton”. Es wurden verschiedene Zukunftsszenarien von Future for Cotton und Fair Trade vorgestellt, und es wurde diskutiert, wie es mit dem umstrittenen Thema Baumwollanbau weitergeht. Interessanterweise traute sich auch Martyn Bowen, General Manager von Puma Austria, auf das Podium, um über seine „Erfolge“ von Cotton made in Africa zu berichten. An sich ist diese Initiative ein guter Start in Richtung Nachhaltigkeit, da sie afrikanische Bauern unterstützt und ihnen durch Schulung hilft, ihren Pestizid-Einsatz zu verringern. Allerdings werden keine ökologische Alternativen geboten, um die Pestizide auf dem Feld zu  ersetzen. Leider war dem Puma-Vertreter nicht bewusst, welches Publikum vor ihm saß – und so musste er sich nach seinen Lobeshymnen auf den hohen Nachhaltigkeitsanspruch von Puma von einigen Fachleuten offensichtliche Kritik anhören und sich sogar belehren lassen, zugunsten der Konsumentenaufklärung. Meine Meinung dazu: „Weiter so Puma, die Richtung stimmt, aber nicht dicker auftragen als die Realität, da ihr sehr kritisch beobachtet werdet!“

Die „YES, WE DO!“-Veranstaltung fand im Watergate mit Modenschau, guter Musik und Projekt-Vorstellungen statt. Ein tolles Beispiel ist die geniale neue Suchmaschine „We Green“. Sie geht nach dem Ampel-Prinzip vor, so erhält ein Cardigan von hessnatur grünes Licht, wohingegen andere rot erhalten 😉 . Probiert es aus und vergesst Google, denn darüber hinaus führt das Unternehmen 15% der Werbeeinnahmen an vorher von den Nutzern ausgewählte Spendenprojekte ab!

Auf diesem Bild ist das futuristische Ambiente des Watergates und die Upcycling Fashion Show zu sehen.

Alle Gewinne, die auf der Veranstaltung YES, WE DO! erzielt wurden, kommen der  Organisation „Plant for the Planet“ zu Gute!

Krönender Abschluss der Modewoche in Berlin für mich war die Modenschau von Esther Perbandt im Lavera Showfloor. Esthers androgyner Stil spiegelte sich wie immer perfekt in ihren speziellen, modernen und femininen Silhouette wider. Nach ihrem Motto „You get what you see” setzt sie fließende, körpernahe und oft transparente Stoffe in schwarz und creme und vereinzelt in rost-orange und dunklem aschblau ein.

Die Show wurde musikalisch von einem Schlagzeuger und einem DJ begleitet. Sehr gelungen, Esther!

Ein wunderbares Fazit nach dieser Woche: Die ökologische und human-denkende Mode-Gemeinschaft wächst rasant .

Ich wünsche euch ein entspanntes Sommer-Hoch!