Der Himmel ist leicht bedeckt an diesem lauen Sommermorgen im Berlin. Vor dem Hotel Adlon tummeln sich die ersten Gäste, Presseleute und berühmte Persönlichkeiten. Mittendrin im Geschehen unsere drei Finalistinnen des Humanity in Fashion Award (HIFA): Eva Howitz, Stefanie Stohwasser und Gewinnerin Hellen van Rees schlendern  entspannt in die Suite 127, wo sie einen Tag nach der Award-Show in der Villa Elisabeth ihre Kollektionen auch dem Green-Showroom-Publikum präsentieren. Für die 5- köpfige HIFA-Jury, bestehend aus Miguel Adrover (Designer), Susanne Gundlach (Founder & Fashion Editor, „Susie knows“ ), Silvia Kadolsky (President, Esmod Berlin), Dirk van Versendaal (Fashion Editor at Large, Stern) und Dr. Stefanie Schütte (Fashion Editor, dpa) gelten alle drei Damen als Gewinnerinnen.  Miguel Adrover sagte mir nach der Preisverleihung „es ist unglaublich schwer gewesen, sich für eine der drei Finalistinnen zu entscheiden, aber am Ende waren wir uns alle einig, dass das Konzept von Hellen van Rees am schlüssigsten ist“. Auch wenn die Entscheidung immer wieder schwer fällt, genießt es Adrover ein Teil des Humanity in Fashion Award zu sein. Der kreative Geist der jungen Designer gibt ihm Input und Inspiration für sein eigenes Schaffen.

Alle drei Finalistinnen haben sich sehr intensiv mit dem diesjährigen Wettbewerbs-Thema „Authentizität“ auseinandergesetzt und es auf beeindruckende Weise in ihren Kollektionen umgesetzt.

Gewinnerin Hellen van Rees liebt es das Klassische modern zu interpretieren. Ihre Abschlussarbeit von der University of the Arts London Central Saint Martins wurde sogar von Lady Gaga getragen. Für Ihre Kollektion „Square ³ Angle“ waren Chanel Twinsets aus Tweed und der Künstler Anish Kapoor ihre Inspirationsquelle. Klassische Schnitte wurden mit futuristischen Formen verbunden. Dadurch entsteht ein interessanter Look, den die 26-Jährige noch durch passende Accessoires wie Schuhe und Taschen ergänzt. „Meine Kollektion bekommt einen speziellen Charakter, weil jeder Schritt von Hand gemacht ist.“ Neben dem Preisgeld von 25.000 Euro darf sich van Rees darauf freuen, eine Womens Capsule Collection für hessnatur zu entwerfen.

Die Inszenierung dieser besonderen Idee im Rahmen der HIFA–Preisverleihung kam gut an. Die Kombination aus Ausstellung und medialer Präsentation der Biografien aller drei Finalistinnen wurde von den Gästen  als erfrischende Abwechslung zu den herkömmlichen Catwalkshows wahrgenommen. Moderatorin Anastasia Zampounidis führte gekonnt und humorvoll durch die Verleihung. Die Deutsch-Griechin, die aktuell für ZDFneo arbeitet, lebt seit ungefähr zehn Jahren die vegane Lebensphilosophie und trägt keinerlei tierische Produkte. Letzteres war nicht immer einfach, vor allen Dingen während ihrer Zeit bei MTV. Im Anschluss an das Event verriet sie mir: „Mein Herz schlägt eigentlich seit meiner Teenagerzeit grün“. Damals in den 1980-er Jahren sah Zampounidis allerdings keinen Weg cool und gleichzeitig ökologisch bewusst zu sein. Das hat sich nun aber im Laufe der Jahrzehnte geändert und sie ist froh, dass nachhaltiges Bewusstsein auch auf der Berliner Fashion Week Platz gefunden hat.