Wissen Sie eigentlich wie das ist, in einer 30 Grad warmen Garage neben einem Auto  mit laufenden Motor zu stehen? Ich weiß es. Ich bin gerade in so einer Situation. Ich bin zur Zeit in Kathmandu, und genauso ist es hier. Wahnsinn! Einverstanden, nicht ganz politisch korrekt, was Sie jetzt lesen. Aber ich darf das. Warum, erkläre ich Ihnen. Viele Jahre fliege ich schon in dieses Projekt New SADLE: ein beeindruckendes Projekt mit ehemaligen Lepra-Kranken am Rande des Kathmandu-Tals.

Das Projekt erkläre ich später. Erst einmal zu meiner „Hassliebe“ Nepal. Wirklich, dieses Land lässt einen nicht emotionslos. Der Dreck, das absolute Straßen-Chaos, der Abgas-Smog. Das ist unvorstellbar. Okay, ich war noch nicht in Mexico-Stadt, aber sonst kenne ich schon einige Städte. Dann das Chaos am Flughafen, die verabredete Abholung hatte nicht geklappt, das Hotel musste ich auch noch einmal wechseln. Na klar kenne ich das alles schon, wenn man schon zehn Mal in Kathmandu war. Nervt ab auch immer noch.

Jetzt meine Liebe: Ich bin heute im Projekt New SADLE. Bin umgeben von all den Menschen, die ich teilweise schon 14 Jahre kenne. Menschen, die sich unter den schwierigsten Verhältnissen in diesem armen Land so unermüdlich für „ihre Menschen“ einsetzen. Ich weiß wieder, warum ich hier bin.

New SADLE produziert für uns, hessnatur, seit Jahren diese tollen Pashmina-Schals. New SADLE heißt aber auch ein Altenheim mit alten, ehemaligen Lepra-Kranken. Diese Menschen sind zwar geheilt, aber – mal deutlich – was weg ist, ist weg. Diese Menschen, denen teilweise erhebliche Gliedmaßen fehlen, brauchen Unterstützung, Hilfestellung. Diese Menschen wären sonst auf der Straße und würden unter erbärmlichsten Bedingungen betteln und dahin vegetieren. Das ist jedes Mal wieder beeindruckend, wie die Menschen in diesem Altenheim am Rande des Kathmandu-Tals jetzt leben können. Übrigens ist hier die Luftverschmutzung auch fühlbar geringer, da das Gelände von New SADLE am Hang liegt, also schon weiter höher. Wenn’s Sie nicht langweilt und wenn ich Morgen wieder ins Internet komme, berichte ich dann weiter.

Bis dahin Namaste (ich grüße den Gott in Dir). Auch schön, oder?
(Ich liebe dieses Land, Herr Gott noch mal!)