Letztes Jahr habe ich mir den Film „Babys“ angesehen. In dem Film geht es um vier Babys aus vier verschiedenen Ländern, die von ihrer Geburt bis zum 1. Geburtstag gefilmt wurden. Ein Kind davon ist in der Mongolei aufgewachsen, auf einem abgelegenen Bauernhof. Dieses Kind wurde nach alter, indianischer Tradition fest in Tücher eingewickelt.

Bei Wikipedia habe ich erfahren, dass auch schon die Griechen und Römer ihre Kinder geschnürt haben. Allerdings meist mit dem Hintergrund, einer Rückenverkrümmung vorzubeugen. Deswegen wurden die Babys fest eingeschnürt, um sie zu strecken, und haben sehr darunter gelitten. Indianer haben ihre Kinder wahrscheinlich aus praktischen Gründen eingewickelt, da sie ja oft unterwegs waren und sie so besser transportieren konnten. Allerdings sind das ja alles nur Vermutungen, genau wissen kann es keiner.

Da ich in wenigen Wochen entbinden werde, bereite ich mich schon fleißig auf die Zeit nach der Geburt vor, indem ich viel lese und andere Eltern um Rat frage. Freunde von mir haben mir das Pucken wärmstens empfohlen, woraufhin ich angefangen habe mich speziell mit dieser Frage viel zu beschäftigen. Warum sollte man ein Baby heutzutage pucken? Schließlich wissen wir, dass das Strecken gesundheitsschädlich ist und zum Transportieren haben wir Kinderwagen mit jedem Schnickschnack, den man sich vorstellen kann. Außerdem gehen wir ja gar nicht mehr jagen, sondern nur noch in den Supermarkt. Wozu also das Kind griffbereit „für die Flucht“ einwickeln?

Wenn man bedenkt, dass die Eltern früher nicht so viel Zeit für ihre Säuglinge hatten, erscheint es logisch, die Kinder einzuwickeln, um sie warm, ruhig und geborgen zu halten. Ich stelle mir das so vor: Ein Kind kommt aus dem warmen und vertrauten Bauch der Mutter in eine endlose Leere. Eben in unsere Welt. Der Kopf, die Beine und Arme schweben nicht mehr leicht im Fruchtwasser, sondern sind so unheimlich schwer. Ungefähr so, wie wenn man das warme Wasser aus der Badewanne lässt. Plötzlich spürt man sein eigenes Gewicht auf der harten Keramik. Es wird kalt und das Licht geht an. Dann wickelt man sich in ein warmes Handtuch und fühlt sich wieder geborgen und wohl.

Beim Pucken werden die Arme des Kindes an den Körper gewickelt, wodurch unkontrollierte Bewegungen der Arme, mit denen sich Babys häufig selbst erschrecken und aufwecken, verhindert werden. Es heißt, gepuckte Kinder schreien weniger und schlafen besser, da sie sich ähnlich fühlen wie in der warmen, engen Gebärmutter.

Man gönnt dem Kind somit ein klein wenig Erinnerung an die Geborgenheit im Bauch. Zusätzlich sollte man auch beachten, dass das Neugeborene neun Monate in absolut engem Kontakt mit der Mutter stand. Ich sehe ständig Mütter mit Kinderwagen umherfahren. Wenn ich hineinschaue, liegt da ein Säugling, der gerade mal vor zwei Monaten dieser absoluten Nähe entsprungen ist. Nun liegt er allein im Kinderwagen. Die ganze Zeit hat das Kind aber vielmehr gespürt und gehört, was in der Umgebung vor sich geht, wie die Mutter fühlt und wie es ihr geht. Diese körperliche Nähe kann man dem Baby durch das Tragen in einem Tuch direkt am Körper geben – und mit dem Puck eine Hülle.

Somit gibt es nur gute Gründe, um Babys in der heutigen Zeit zu pucken. Deswegen habe ich mir bei hessnatur das Pucktuch bestellt, um meinen Kleinen gleich pucken zu können. Wenn es etwas kälter ist, kann man auch die Naturwolldecke mit um das Baby wickeln. Und wenn sie älter sind und sich mehr bewegen wollen, ist der Pucksack super geeignet, da er warm hält und schnell übergezogen werden kann.