{"id":13211,"date":"2012-05-07T16:17:29","date_gmt":"2012-05-07T15:17:29","guid":{"rendered":"http:\/\/de.hessnatur.com\/blog\/?p=13211"},"modified":"2017-06-23T13:28:19","modified_gmt":"2017-06-23T11:28:19","slug":"zum-members-day-bei-der-fair-wear-foundation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hessnatur.com\/magazin\/zum-members-day-bei-der-fair-wear-foundation\/","title":{"rendered":"Zum Members Day bei der Fair Wear Foundation"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/de.hessnatur.com\/blog\/2011\/03\/28\/lohne-der-textilindustrie-im-fokus-2\/\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-13214\" title=\"hessnatur Fair Wear Foundation Members Day 2012\" src=\"https:\/\/www.hessnatur.com\/magazin\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/hessnatur-Fair-Wear-Foundation-Members-Day-2012.jpg\" alt=\"\" width=\"479\" height=\"359\" \/><\/a><\/p>\n<p>J\u00fcngst fand die j\u00e4hrliche <a href=\"http:\/\/de.hessnatur.com\/blog\/2011\/03\/28\/lohne-der-textilindustrie-im-fokus-2\/\" target=\"_blank\">Mitgliederkonferenz<\/a> der niederl\u00e4ndischen <a href=\"http:\/\/fairwear.org\" target=\"_blank\">Fair Wear Foundation<\/a> (FWF) \u2013 der so genannte Members Day \u2013in Amsterdam statt. Alle Mitgliedsunternehmen waren eingeladen, um sich \u00fcber aktuelle Entwicklungen im Bereich <a href=\"https:\/\/www.hessnatur.com\/magazin\/textillexikon\/sozialstandards\/\" data-internallinksmanager029f6b8e52c=\"208\" title=\"\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sozialstandards<\/a> auszutauschen. Wir von hessnatur (v.r.)\u00a0\u2013\u00a0 Rolf Heimann, Leiter Bereich Corporate Responsibility, Kristin Heckmann, Projektmanagerin CSR und ich \u2013 waren wirklich \u00fcberrascht, wie viele neue Gesichter wir im Konferenzsaal des beeindruckenden <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Felix_Meritis\" target=\"_blank\">Felix Meritis-Geb\u00e4udes<\/a> entdeckten. Denn im Jahr 2005, als hessnatur der FWF als erstes deutsches Mitglied beitrat, z\u00e4hlte die Initiative nur eine Hand voll Mitglieder. Heute, 2012, sind es stolze 90!<\/p>\n<p>Um den Mitgliedern einen pers\u00f6nlichen Einblick in das Leben der Arbeiter in den Textilfabriken zu geben, hatte die FWF drei lokale Auditoren eingeladen. Diese hatten eine kleine Pr\u00e4sentation vorbereitet, in denen jeweils ein Arbeiter, sein Leben und sein Arbeitsalltag vorgestellt wurde. Schockiert waren wir alle \u00fcber eine junge t\u00fcrkische Frau, die noch vor einiger Zeit einen Teil ihres Lohns nach Erhalt an ihren Arbeitgeber zur\u00fcckzahlen musste. Damit zahlte er auf dem Papier \u201eoffiziell\u201c den Mindestlohn, in Wirklichkeit erhielt sie\u00a0allerdings viel weniger. Inzwischen hat der Arbeitgeber diese inakzeptable Praktik eingestellt.<\/p>\n<p>Spannend war der Vortrag von John Morrison vom <a href=\"http:\/\/www.ihrb.org\/\" target=\"_blank\">Institut f\u00fcr Menschenrechte<\/a> aus London, der \u00fcber das so genannte \u201eRuggie Framework\u201c gesprochen hat. Der Namensgeber dieses Leitfadens, <a href=\"http:\/\/www.hks.harvard.edu\/m-rcbg\/johnruggie\/index.html\" target=\"_blank\">John Ruggie<\/a>, war bis 2011 Sonderbeauftragter des UN-Generalsekret\u00e4rs zum Thema Verantwortung international operierender Unternehmen. Wie Morrison berichtete, setzte sich Ruggie mit der Rollenverteilung zwischen Staat und Unternehmen auseinander und hinterfragte dabei, wie sich diese Rollenverteilung im Hinblick auf den Schutz der Menschenrechte verh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Als Abschlussbericht verfasste Ruggie einen Leitfaden f\u00fcr Unternehmen, basierend auf den Grunds\u00e4tzen \u201eProtect\u201c, \u201eRespect\u201c, \u201eRemedy\u201c (Sch\u00fctzen, Respektieren, Wiedergutmachen). So wird sein Leitfaden \u00fcbrigens auch oft genannt.\u00a0 Grob geht es darum, dass zwar der Staat immer eine wichtige Rolle spielt, wenn es um Menschenrechte geht, aber dass auch Unternehmen Verantwortung haben.\u00a0<\/p>\n<p>Ruggie fordert in seinem Leitfaden, dass unternehmerische Aktivit\u00e4ten keine negativen Auswirkungen auf Menschenrechte haben d\u00fcrfen. Das Besondere an Ruggies Forderung ist, dass es nicht nur um Arbeitsrechte geht (wie es bisher immer der Fall war, wenn es um die Verantwortung von Unternehmen geht), sondern den Unternehmen auch Verantwortung f\u00fcr die Einhaltung der Menschenrechte zugesprochen wird, obwohl diese nicht unbedingt direkt etwas mit Rechten am Arbeitsplatz zu tun haben. Ein Beispiel laut John Morrison: Die Wohnsituation von Arbeitern, die sich wegen zu niedriger L\u00f6hne keine \u201evern\u00fcnftige\u201c Unterkunft leisten k\u00f6nnen. Hier soll laut dem Ruggie-Leitfaden, wie John Morrison skizzierte, auch das Unternehmen als Arbeitgeber zur Verantwortung gezogen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p><em>Rabea Schafrick ist derzeit Praktikantin im Bereich Corporate Responsibility. Sie befindet sich derzeit im letzten Jahr ihres Studiums der technisch-kommerziellen Textilkunde und schreibt ihre Abschlussarbeit in Zusammenarbeit mit hessnatur. Darin befasst sie sich mit Trainingskonzepten f\u00fcr die Lieferanten von hessnatur im Bezug auf Sozialstandards.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcngst fand die j\u00e4hrliche Mitgliederkonferenz der niederl\u00e4ndischen Fair Wear Foundation (FWF) \u2013 der so genannte Members Day \u2013in Amsterdam statt. 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