Schwitzen ist lebensnotwendig

KristallViele kennen es: Ewig benutzt man/frau dasselbe Deo und auf einmal, oh Schreck, bilden sich rote, stark juckende Flecken in den Achselhöhlen und „nichts geht mehr“. Was ist da los?

Besonders problematisch bei konventionellen Deos sind – neben den Bakterien tötenden synthetischen Konservierungsstoffen und den stark riechenden synthetischen Duftstoffen – die eingesetzten, ebenso synthetischen Aluminiumsalze Aluminiumchlorid oder Aluminiumchlorhydrat. Diese verhindern durch eine Abdichtung der Poren, dass Schweiß austreten kann. Die Deos werden darum auch Anti-Transpiranz genannt. Da sie auf eine ziemlich aggressive Art und Weise wirken, können neben Rückständen im Körper entzündliche Reaktionen und schlimmstenfalls eine Beschädigung der Schweißdrüsen die Folge sein (aus „Schön um jeden Preis“ von Rita Stiens).

Etwa 2 bis 3 Mio. Schweißdrüsen hat der Mensch, ca. 100 pro cm², darüber sondern wir täglich ca. ½ bis 1 Liter Flüssigkeit ab. Schwitzen ist lebensnotwendig, denn steigt die Körpertemperatur, wird die Schweißproduktion angekurbelt, Flüssigkeit tritt an die Hautoberfläche und die entstehende Verdunstungskälte verhindert die Überhitzung des Körpers.

Bei der Wahl des Deos ist also darauf zu achten, die natürliche Funktion des Körpers nicht zu stören und sozusagen lediglich „Schadensbegrenzung“ zu betreiben.

Naturkosmetische Deos hatten wegen der schlechten Wirksamkeit lange Zeit keinen guten Ruf. Die meisten wirken ausschließlich desodorierend, was bedeutet, dass lediglich der unangenehme Geruch, der durch schweißzersetzende Bakterien entsteht, verhindert wird. Hauptwirkstoff ist Farnesol, Bestandteil natürlicher ätherischer Öle, mit starker antibakterieller Wirkung.

Seit einigen Jahren sind nun Alaun-Deos auf dem Markt, vor allem bekannt als Deo-Stein oder Deo-Kristall. Das kristallines Pulver, aus Alaunerde und Alaunschiefer gewonnen, ist ein natürliches Aluminiumsalz und hat neben der guten antibakteriellen auch geringe schweißhemmende Wirkung. Doch ist diese sehr mild und somit eine Schädigung der Drüsen nicht zu befürchten, denn die Tonerden spalten kein freies Aluminium ab.

Es gibt auch künstlich hergestellte Alaungesteine, die sich in der Art der Kristallisation unterscheiden. Nur die mehrfach kristallisierten eignen sich zu kosmetischen Zwecken, während die einfach kristallisierten unter anderem zur Wasseraufbereitung verwendet werden. Je klarer der Kristall, umso hochwertiger ist die Qualität. Bei der INCI-Deklaration ist leider kein Unterschied zu erkennen, wir sind auf die sorgfältige Auswahl der Rohstoffe des Herstellers angewiesen.

Auch wenn der Sommer uns dieses Jahr nicht so richtig zum Schwitzen bringt, lohnt es sich durchaus mal, in unseren Kosmetikregalen nach Deos zu stöbern. Die Auswahl ist wirklich beachtlich und auch die Wirksamkeit hat sich deutlich verbessert. Wenn Ihr natürliches Deo auf einmal „versagt“, sollten Sie mal wechseln. Natürliche Inhaltstoffe verändern ihre Wirkung im Zusammenspiel mit veränderten Bedingungen. Die Zusammensetzung des Schweißes wird beeinflusst durch Hormone, veränderte Ernährungsgewohnheiten, Medikamenteneinnahme etc.

Wer sehr empfindlich ist, dem empfehle ich Kristall-Deo-Sprays oder –Rollons. Das bereits in Wasser gelöste natürliche Alaun ist gut verträglich und auch ohne jegliche Zusätze und Duftstoffe sehr wirksam!

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Kommentare
  • Hanna ,

    Hallo,

    ich hatte solch ein Kristalldeostein und auch ein -spray. Davon hab ich auf sämtlichen T-Shirts Flecken bekommen. Muß ich beim Kauf auf etwas Besonderes achten, um diese Flecken zu verhindern? Bisher habe ich die Flecken nicht mehr rausbekommen. Kennen Sie ein hilfreiches Mittel?

    Antworten
  • Tina Otte (hessnatur) ,

    Ohje, das ist ja wirklich ärgerlich!

    Zur 1. Frage: Wahrscheinlich liegt es nicht an dem Deo, sondern dass bei der Verbindung der Mineralien mit ihrem Schweiß Stoffe entstehen, die sich schwer aus den Fasern lösen. Ich benutze und verkaufe diese Deos schon seit einigen Jahren, das ist mir allerdings noch nicht begegnet. Davon habe ich bisher eher als Begleiterscheinung bei konventionellen Deos gehört.

    Zur 2. Frage: Da im Schweiß hauptsächlich Fett- und Aminosäuren gelöst sind, würde ich die Flecken vor dem Waschen mit Gallseife einweichen.

    In meine weitere Beratung zur Wahl eines Deos würde ich nun ihre Ernährungs- und andere Lebensgewohnheiten mit einbeziehen. Falls Sie da Unterstützung wünschen, dürfen Sie auch gern im Laden anrufen, falls ich nicht da bin ihre Telefonnummer hinterlassen, ich rufe Sie baldmöglichst zurück.

    Antworten
  • Hanna ,

    Das ist ein nettes Angebot, vielen Dank. Aber ob sich bei der Ernährung noch viel ändern lässt, weiß ich nicht. Ich kaufe seit 20 Jahren im Bioladen ein, koche „leichtverdaulich“, esse kein Fleisch, trinke keinen Alkohol usw. Mit dem Zitronendeo von Weleda habe ich diese Probleme nicht. Ich würde nur gerne die Flecken aus mehreren Shirts rausbekommen. Gallseife hab ich schon versucht, war erfolglos. Aber vielleicht habe ich die Shirts zu kurz eingeweicht. Ich werde es nun mit einer längeren Einweichzeit versuchen.

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  • Tina Otte (hessnatur) ,

    Das ist doch prima, wenn Sie ein Deo gefunden haben, mit dem Sie zurecht kommen.

    Wegen der T-Shirt: Wenn Sie die Flecken mit Gallseife schon ohne Erfolg behandelt haben, würde ich es noch mit Bleichsauerstoff und/oder dem Fleckengel der Fa. Ecover versuchen. Beides löst nämlich besonders gut hartnäckige Eiweißverbindungen auf. Benutzen Sie kaltes Wasser zum Einweichen (denn Hitze stabilisiert Eiweissverbindungen) und achten darauf, dass die eingeweichten Flecken vor dem Waschen nicht wieder eintrocknen. Ebenso, dass es sich um farbechte Wäschestücke handelt, sonst kann es wiederum zu Verfärbungen kommen.

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