Ihnen von meinem Vulkan-Stress am Flughafen Mumbai zu erzählen, schenke ich mir. Diese Geschichten kann man ja reichlich nachlesen. Was mich allerdings beschäftigt, ist die rasante Entwicklung in diesem Land.

Dazu erst einmal ein Schritt zurück: Vor meinem Reiseantritt nach Thailand, Nepal und Indien haben mich die Kollegen aus der EDV mit einer dieser hochmodernen Reise-Schreibmaschinen ausgerüstet. Okay, ich weiß, es gibt Tage, da bin ich eine Schande für  die Ingenieurs-Zunft und gehe mit diesen Maschinchen einfach respektlos um. Aber, ich muss sagen, jetzt quasi doch Hochachtung, wenn ich dieses flache, kleine Teil (passt echt in jedes Damenhandtäschchen, wobei ich eine Aktentasche habe, aus Leder, vegetabil gegerbt … ) so mitten in Indien benutzen kann, dann bin ich doch beeindruckt.

Mitten zwischen Ochsenkarren und Shiva-Tempel klappe ich den Deckel dieses Gerätes auf und unterhalte mich dank WLAN und dank Videobild per Skype mit meinen Kollegen im Büro! Hat was! Hat was in Indien, diesem Land der Widersprüche – oder besser Parallelen – , mit Jahrtausende alter Kultur, Religion und Spiritualität  neben genutztem High Tech.

Ich war in mehreren Textilfabriken und war beeindruckt. So habe ich eine hochmoderne Spinnerei besucht: Perfekt ausgestattet, mit Marmorfliesen an den Wänden, um absolute Sauberkeit  und höchste Qualität zu garantieren. Ich war in einer Färberei, auch mit neuesten Maschinen ausgerüstet. Die haben dann auch nach dem hohen GOTS-Standard (Global Organic Textile Standard) gefärbt – wieder beeindruckt! Dieses Land mit dem fast zweistelligem Wachstum entwickelt sich technisch und von Seiten der Infrastrukturen her wirklich rasant.

Was mich beschäftigt ist die Frage, wie die Menschen damit umgehen? Werden sich die Kultur und die geistig spirituellen Werte des Landes halten können? Indien nennt sich selber „Bharat“ = Gods own country. Als ich mich auf einer Autofahrt mit einem jungen indischem Geschäftspartner über das Vedanta unterhalten wollte, hat er mich nur verständnislos angeschaut. Nun, meine subjektiven Wahrnehmungen gingen schon so weit, dass ich den Eindruck hatte, dass die jungen Menschen sehr westlich orientiert sind. Konsumverhalten, Bollywood, aber auch langsam steigendes Umweltbewusstsein. Der exzessive Gebrauch der dünnen, billigen Plastiktaschen ist nun von Seiten der Regierung eingeschränkt worden. Die alten, nicht verrottbaren Teile liegen aber auch zu abertausenden an den Straßenrändern. So genug jetzt. Das lass ich mal so stehen, Blockwarthandbremse sozusagen. Obwohl …

Schöne Grüße und  ein letztes Namaska!