In dieser Woche hatte ich einen spannenden „Außentermin“: Zusammen mit einem Fotojournalisten bin ich nach Dermbach in Thüringen gefahren, um unser Rhönschaf-Projekt zu besuchen.

In der rauen Landschaft der Rhön – seit den 80er Jahren zum Biosphären-Reservat unter dem Schutz der UNESCO – lebt seit Generationen das Rhönschaf. Zu Zeiten der DDR wurde diese Schafsrasse von anderen ihrer Art überholt und war vom Aussterben bedroht. In den 1960-er Jahren waren zeitweise nur rund 300 Tiere in den Herdenbüchern eingetragen. Engagierte Schafszüchter und Schäfer haben allerdings dafür gesorgt, dass das Rhönschaf wieder die Wiesen und Hügelzüge der Rhön prägt. Und mittlerweile ist das Schaf mit dem charakteristischen schwarzen, wolllosen Kopf und dem hellen, robusten Fell im Zuge des Regionalmarketings sogar zum Imageträger für die Rhön geworden.

Seit mehreren Jahren bezieht hessnatur regelmäßig die Schafswolle vom Rhönschaf für seine Kollektionen. Unter anderem auch die Wolle der Schäferei Weih, deren Herde wir an diesem Montag besuchen. Im Morgendunst stehen die rund 300 Tiere der Herde auf der Weide und warten schon auf die Schäferin Johannelore Weih, die sie auf die angrenzende Wiese mit saftig-grünem Gras lässt. Die Tiere kennen die Futterzeit und setzen sich mit einem Schlag – laut blökend – in Richung Gatter in Bewegung.

Während sich Fotograf René behutsam den Tieren nähert und die Bilder für seine Fotoreportage einfängt, spreche ich mit Frau Weih. Seitdem ihr Mann erkrankt ist, kümmert sie sich zusammen mit ihrem Sohn um die Herde. Inklusive der Schur, die jedes Jahr im Frühjahr stattfindet. „Diese Rhönschaf-Herde ist einmalig in ganz Europa, weil sie reinrassig ist“, erklärt mir die Schäferin. „Die Herde geht auf rund 20 Tiere zurück, mit denen wir sie seit Ende der 1970er Jahre aufgebaut haben. Eine nahezu geschlossene Population, ohne Zwischenkreuzungen mit anderen Rhönschafen und Böckchen.“

Als Futter gibt es das, was die Rhön anbietet: Magerrasen, Sträucher, Gräser – und auch das ein oder andere Obst, wenn sich die Tiere auf die Hinterläufe stellen und an den Bäumen „naschen“. Die natürliche Haltung und die Tatsache, dass es eine reinrassige Herde ist, führen seit Jahren zu einer qualitativ sehr hochwertigen Wolle. Mein Kollege Matthias Böhme, Materialspezialist aus dem Bereich Innovation & Ökologie, der uns nach Dermbach begleitet, schwärmt vom hohen Reinwollgehalt, der deutlich höher ist als bei der Wolle anderer Schafrassen.

Die robuste, stark wasserabweisende und leicht glänzende Wolle wird nach der Reinigung in einer bayerischen Tuchfabrik weiterverarbeitet. Hier entsteht das voluminöse Gewebe für unseren Rhönschaf-Jacken, die es in dieser Herbst/Winter-Kollektion wieder in verschiedenen Varianten für Damen und Herren gibt. Wärmend, regen- und windabweisend sind sie der perfekte Begleiter für Herbst- und Wintertage – die direkt aus unserer Nachbarschaft kommen :-)