Schon oft haben wir bei hessnatur über Sozialstandards kommuniziert. Sei es wie jetzt im Blog, im Katalog, in unseren Newslettern oder bei zahlreichen Kundengesprächen.  Oft habe ich über meine Erfahrungen in fremden Ländern berichtet. Über Erlebnisse mit anderen Kulturen, Traditionen, Geschäftsmodellen und Denkweisen. Heute berichte ich über einen kreativen Tag im eigenen Haus: den Workshop „Kommunikation und Sozialstandards“.

Eingeladen wurden alle Kommunikations- und Marketingkollegen. Und Sophie Koers von der Fair Wear Foundation. Sie alle haben sich bereits mit dem Thema Sozialstandards beschäftigt. Schließlich ist das nichts Neues bei hessnatur. Aber: Gerade beim Thema Sozialstandards gibt es viele Ansätze in der Kommunikation, die Fragen aufwerfen, weil das Thema eben ein sehr sensibles ist. Deswegen wollten wir an diesem Tag den Kolleginnen und Kollegen weiteres Hintergrundwissen mitgeben. Kommunikation von Sozialstandards ist eines der jahrelangen Arbeitsfelder von Sophie Koers. Klasse, sie an einem solchen Tag dabei zu haben!

Nach einem Vortrag von Sophie und von mir über die Arbeit der Fair Wear Foundation und hessnatur in Sachen Sozialstandards kam der kreative Teil des Workshops: Das so genannte „Factory Game“. Das Spiel wurde von der Fair Wear Foundation entwickelt und zeigt auf spielerische Art und Weise die täglichen Herausforderungen, die bei der Umsetzung und Implementierung von Sozialstandards auftreten.

Jeder Teilnehmer durfte Auditor im Bereich Sozialstandards sein. Ausgangssituation des Spiels: Es liegt ein Bericht über Mängel und Verbesserungsvorschläge in einem Konfektionsbetrieb vor. Und wie im wirklichen Leben: Es gibt nur ein bestimmtes Budget zur Umsetzung der Mängelliste. Und auch wie im wirklichen Leben: Das Budget reicht nicht zur Umsetzung aller Mängel. Wir haben dabei in zwei Gruppen viel diskutiert: Welche Maßnahmen sollten sofort durchgeführt werden? An welchen können wir später arbeiten? Und was kann getan werden, um sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen?

Allen wurde sehr schnell klar: Die Umsetzung von Sozialstandards braucht Zeit. Sie kann niemals ein Ergebnis, immer nur ein Prozess sein. Schritt für Schritt, Maßnahme für Maßnahme.

Und dann kommt ja auch noch der Glücksfaktor hinzu. Das Audit ist gemacht, Zeit und Kosten investiert. Und dann: Finanzkrise – der Lieferant geht pleite. Oder: personelle Umstrukturierungen – Gespräche mit neuen Verantwortlichen. Auch eine Möglichkeit: Der Lieferant wird Mitglied der Fair Wear Foundation und verpflichtet sich selbst für sozial gerechte Arbeitsbedingungen in seiner Lieferkette zu sorgen. Alles ist möglich – und der Glücksfaktor schlägt im Factory Game mittels einer gewürfelten Zahl zu. D.h., dass ein Team mit effektiven Verbesserungsvorschlägen trotzdem noch verlieren kann.

Der Workshop-Tag geht zu Ende. Alle sind geschafft, aber auch sehr zufrieden. Meine Aufgabe ist es nun, das Thema Sozialstandards weiter zu bearbeiten. Neue Ideen zu entwickeln und mit unseren Lieferanten an dem Thema zu arbeiten. Und dann bin ich natürlich gespannt auf all die Berichte und Aktionen meiner Kommunikations- und Marketingkollegen! Wir werden berichten …