Die Internationale Kunsthochschule für Mode ESMOD in Berlin hat den Studiengang „Sustainability in Fashion“ ins Leben gerufen. hessnatur unterstützt den einjährigen Masterkurs mit der Entsendung einer Lehrkraft und die Vergabe eines Vollstipendiums an Anna Johannsen, die hier im hessnatur-Blog von ihren Erfahrungen berichtet. Heute schreibt Anna über den dritten Workshop und den Aufbau eines Pop Up-Shops:

„Ziel des Workshops war es, im Rahmen der Berlin Fashion Week einen so genannten „Pop Up-Shop“ aufzubauen. Damit ist ein temporärer Laden beziehungsweise Stand gemeint, der in unserem Fall auf der Ethical Fashion Show im E-Werk entstand.

Zunächst haben wir uns in Berlin vorhandene Shop-Konzepte angesehen und dabei besonderes Augenmerk auf Interieur-Design, Musik, Licht, Warenpräsentation und Verkäuferverhalten gelegt. Positiv aufgefallen sind uns dabei, auch aus ökologischer Sicht, zum Beispiel der Eco Showroom, „Wertvoll“ oder „Banuq“.

Im zweiten Schritt ging es darum ein eigenes Konzept aufzusetzen. Zu sechst haben wir daran gearbeitet und uns in Zweiergruppen um Shop-Design, Marketing und Retail gekümmert. Unsere Idee: Der [C]hanging Room. Unser Raumkonzept dafür bestand aus vielen hängenden Elementen, z.B. wie einer Metallbügel-Installation, einer Holzschaukel und einer schwebenden Umkleidekabine – entworfen übrigens von dem wie ich finde sehr talentierten Produktgestalter Sebastian Kalies aus recycelter Pappe. Dementsprechend passte der Titel „[C]hanging Room“, der im Englischen Umkleidekabine bedeutet, perfekt.

In unserem Shop waren viele tolle ökologische Labels vertreten, wie zum Beispiel Ehrensache, die aus gebrauchten Rettungswesten und Fallschirmen Accessoires und Taschen herstellen, das Wiener Label „Milch“, die aus recycelten Kleidungstücken neue Produkte schneidern und die Hamburger Mützendesignerin Laura Ott mit ihrem Label Wooligan. Unterstützt hat uns Bernd Hausmann, der Gründer der Glore Konzeptstores. Er gab uns viele hilfreiche Tipps, besonders zu den Verkaufsgesprächen und der Warenpräsentation.

Fazit aus dem Verkauf: Das Design steht klar im Vordergrund, und auch der Preis spielt eine große Rolle. Und die authentischen Geschichten hinter den Produkten haben die Kunden überzeugt,  für Umweltschutz und gerechte Arbeitsbedingungen bei der Herstellung etwas mehr auszugeben.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht an der Organisation des Pop Up Shops beteiligt gewesen zu sein – obwohl auch viel Arbeit hinter dem Shop stand, der nur für drei Tage geöffnet hatte! Für mich war es zu dem eine tolle Erfahrung, da ich in Kontakt mit vielen begabten und interessanten ökologisch arbeitenden Designern und Vordenkern kam.