Am 7. Oktober ist der Welttag für Menschenwürdige Arbeit. Der Aktionstag wurde vom Internationalen Gewerkschaftsbund im Jahr 2006 ins Leben gerufen und zwei Jahre später, im Jahr 2008, zum ersten Mal begangen. An diesem Tag treten die Gewerkschaften weltweit für gute Arbeitsbedingungen ein wie Verbot der Kinderarbeit, Maßnahmen, die der Benachteiligung von Frauen entgegenwirken, Umweltschutz, Arbeitsschutz und angemessene soziale Sicherung.

Wie wir Euch schon öfter mal berichtet haben, ist für uns die Einhaltung der acht Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen ein zentrales Thema in unseren Hersteller betrieben. Die Kernarbeitsnormen sind: Keine Zwangsarbeit, keine Diskriminierung am Arbeitsplatz, keine Kinderarbeit, Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen, existenzsichernde Löhne, keine überlangen Arbeitszeiten, sicheres und gesundes Arbeitsumfeld und ein rechtsverbindliches Arbeitsverhältnis.

Sorgen und Nöte verstehen
Denn schließlich geht es darum, Menschen in ganz unterschiedlichen Arbeitssituationen für die Sorgen und Nöte der anderen aufmerksam zu machen. Als Beispiel: In einer Näherei gibt es einen sogenannten Line Manager, der dafür zuständig ist, dass eine kleinere Einheit von Näherinnen einen festgelegten Produktionsplan einhält, den das Management festgelegt hat. Sollte aber jetzt ein Näher oder eine Näherin aus der Einheit einen Arzttermin haben und sich vom Arbeitsplatz entfernen müssen, kann der Line Manager gegenüber dem Management unter Druck geraten, weil er die Ergebnisse nicht liefern kann. Die Näherin wiederum kann sich nicht ausreichend um ihre Gesundheit kümmern. Da hilft es allen, wenn sie lernen, die Situation des anderen besser zu verstehen. So können durch gute Kommunikation Konflikte von vorneherein vermieden, oder aber schnell und effizient gelöst werden.

Als Pilotprojekt hat Kristin Heckmann nun das Workplace Education Program von hessnatur zum ersten Mal in Nepal in den Werkstätten von New SADLE begleitet. Dort wurde nicht so stark über Probleme diskutiert, als vielmehr aufmerksam zugehört, was es überhaupt für Rechte und Pflichten am Arbeitsplatz gibt. Grundlagenvermittlung also. Kristin Heckmann ist ganz begeistert darüber, wie das Konzept, an dem sie so lange gearbeitet hat, in der Praxis funktioniert hat: „Das ist wie ich unsere Arbeit verstehe. Weniger Kontrolle und Belehrung als vielmehr „empowerment“, das Stärken der Handlungskompetenzen des Einzelnen.“ Sie fiebert den nächsten Trainings schon regelrecht entgegen, denn mit jeder neuen Betriebssituation wächst auch unser Bildungsprogramm mit. Es wird immer besser.