Tragen Sie Unterwäsche aus Wolle? Zugegebenermaßen eine etwas pikante Frage.

Aber mal ehrlich: So manch einer verbindet mit dieser Vorstellung eher ein Leibchen der Urgroßeltern oder Doku-Soaps wie Schwarzwaldhaus 1902 und Co. Wer denkt schon wirklich über eine heute noch zeitgemäße zweite Haut nach?

Ich bin fest davon überzeugt, dass Wolle die Faser der Wahl ist. Spätestens nach der Schulung über textilen Grundlagen im Hause hessnatur war ich überzeugt: Ihre Eigenschaften sind denen unsere Haut so erstaunlich ähnlich, das probiere ich im nächsten Winter aus. Zu meinem ersten Langarm-Shirt kam schon bald Nachschub: Muskelshirts, T-Shirts, vorzugsweise gemischt mit ein wenig Seide. Besonders beim Joggen die perfekte Wäsche, um bei kalten Außentemperaturen die Dehnübungen verschwitzt, aber ohne zu frieren zu absolvieren.

Oft sprechen mich dick ummantelte Leute an, wenn ich mal einige Minuten im Hemd draußen stehe. „Frierst du nicht? Pass auf, dass du nicht krank wirst!“ Ich lächle genüsslich und antworte: „Hab doch mein Woll-Leibchen drunter.“ Und jedes Mal habe ich das Gefühl, in ihren Augen bloß ein komischer Freak zu sein, der halt sein Glück in Naturtextilien gefunden hat. Von wegen! Aber mit dieser zweiten Haut trägt sich ein konventionelles Stück gleich dreimal so gut.

Und ich wünschte, solche Vorurteilsträger würden es einfach mal testen. Wetten, dass viele überzeugt wären von den perfekten Eigenschaften der fein gestrickten Schurwollwäsche?

Nicht zu vergessen unser Sohnemann. Seit seiner Geburt im Hochsommer bis zu den Minusrekorden der letzten Wochen: Er trägt seine Wolle/Seide-Bodies tagein tagaus, ohne zu Murren, ohne Hautirritationen und vor allem: Ohne bisher einmal krank gewesen zu sein. Und er sieht so schnuckelig mehlwurmig dabei aus. Das haben sogar die anfangs skeptischen Verwandten mittlerweile lieb gewonnen.

Also, liebe Mitmenschen: Vergesst eure angebliche Wollallergie und probiert es aus! Ehrlich: Das ist Lebensqualität.