Dass Wolle ihre positive Eigenschaften auch in den Dienst der Gesundheit stellt, wurde mir erstmals bewusst, als mir meine betreuende Hebamme in der Stillzeit Stilleinlagen aus Schurwolle mitbrachte. Doch nicht nur entzündete Brustwarzen, sondern auch  Bronchitis, Gelenkschmerzen, ein wunder Baby-Po und Rheuma sind Leiden, für die Wolle ein natürlicher Weg zur Linderung sein kann.

Heilwolle ist ein altes Hausmittel, das sich bewährt hat. Schurwolle von gesunden, biologisch gehaltenen Schafen wird nach der Schur nur mit Wasser gewaschen und durch Kämmen (das so genannte Kadieren) von Verschmutzungen befreit. Durch diese schonende Reinigung bleibt das natürliche Wollfett (Lanolin) in der Faser erhalten. Das hat rückfettende Wirkung.

Die Heilwolle wird in der benötigten Menge auf die schmerzende Körperpartie aufgelegt und mit einer luftdurchlässigen Bandage fixiert. Es kommt so zu einer Anhebung der Körpertemperatur um einige Grade, ohne dass man zu schwitzen beginnt. Dies führt zu all jenen Effekten, die man aus sonstigen Wärmebehandlungen kennt. Zum Beispiel die positive Wirkung auf tiefer im Körper liegende entzündliche Herde. Durch die Wolle, die am Körper aufliegt, kommt es zu einer gesteigerten Oberflächendurchblutung. Anders aber als im Dampfbad oder im Wasserbad dringt durch die Luftzirkulation frischer, trockener Sauerstoff permanent an den Körper heran.

Bei einem wunden Baby-Po wird die Heilwolle als dünnes Vlies in die Windel gelegt und bei jedem Windelwechsel erneuert. Durch die aufplusternde Wirkung des Vlieses wird Feuchtigkeit von der gereizten Haut ferngehalten und die Heilung unterstützt.

Es gilt jedoch, was für alle Hausmittel gilt: Sollte nach der Anwendung keine Besserung eintreten, sollten Sie einen Arzt, Apotheker oder eine Hebamme um Rat fragen.

Dieser Artikel wurde von unserer Praktikantin in der Markenkommunikation, Kathrin Kenntemich, recherchiert und geschrieben.