In dieser Form überschrieb eine Religionslehrerin unserer Realschule hier in Butzbach ihre Lernkontrolle (so nennt man das heute) für eine neunte Klasse und fragte, wie das Leben so ist als „Geschöpf Gottes“. Meine Tochter kam mit dieser Arbeit nach Hause; es interessierte mich dabei eigentlich erst mal: Wie will eine Lehrerin Antworten auf solche Fragen überhaupt benoten?

Das war nach dem Lesen völlig unwichtig geworden. Zwei der Antworten möchte ich unbedingt „in Umlauf“ ( im Wortlaut) bringen, denn sie haben viel damit zu tun, an welchen Dingen wir hier arbeiten, was uns hier verbindet und zu einer Gemeinschaft macht. Es hat Überraschungspotenzial, sicher für manch einen von uns:

Die Frage lautete: Neben Deinen persönlichen Aufgaben und Zielen warten im Leben auch gesellschaftlich wichtige Aufgaben auf Dich und Deine Generation.
Welches sind Deiner Meinung nach die wichtigsten Aufgaben für Deine Generation?
Haben diese Aufgaben für Deine Lebensplanung eine Bedeutung?

„Die wichtigste Aufgabe für meine Generation ist der Umweltschutz! Wir müssen unbedingt mehr auf die Umwelt achten und das umsetzen, was von der älteren Generation angefangen, besprochen und diskutiert wurde. Aber auch die Fehler und Pläne der alten Generation zu finden, zu verbessern und auszuführen.

In meiner Lebensplanung möchte ich Umweltschutz unbedingt mit einbringen. ZB. in der Auswahl meines Autos werde ich auf jeden Fall darauf achten, dass es keinen zu hohen CO²-Ausstoß hat, sondern dass es rundum so umweltfreundlich ist, wie es nur geht! (…)

Es gibt viele Leute, die so etwas wie Umweltschutz gar nicht kennen oder wahrhaben wollen. Ich möchte versuchen, solche Leute davon zu überzeugen, wie wichtig es ist – für unsere Generation – auf die Umwelt zu achten und dass es jetzt Zeit wird, dass JEDER sich um SEINE und UNSERE Umwelt zu kümmern hat!!! In der Vergangenheit ist viel zu viel gepfuscht und getrödelt worden mit dem Schutz der Umwelt. Also müssen wir (unsere Generation) uns auf unseren „Hosenboden“ setzen und das aufholen und erarbeiten, was schon hätte viel früher gemacht werden müssen!!!“

Das ist doch wie ein kalter, nasser Waschlappen mitten in unser Gesicht, oder?! Ins Gesicht der „älteren Generation“. Sie hat doch recht, wir reden viel, wir – wenigen – sind aktiv und fahnenschwingend vorbildlich. Und doch passiert zu wenig. Hallo PolitkerInnen: Hört Ihr die Stimme einer 15-Jährigen? Das wäre ein Maßstab, mit dem Ihr in der nächsten Wahl messbar sein solltet!