Wirtschaft macht keinen Sinn

Nach den Vorträgen von Bernd Draser von Ecodesign und Prof. Dr. Götz Rehn von Alnatura gabs eine Diskussionsrunde mit allen Beteiligten des Vormittags (von links nach rechts Prof. Dr. Rehn, Hans Reitz, Dr. Simonetta Carbonaro und Bernd Draser).

Bemerkenswert die These von Alnatura-Geschäftsführer Rehn, dass Wirtschaft keinen Sinn macht. Sondern dass ihr erst Sinn gegeben werden muss: Gewinn könne Benchmark sein, aber nicht das Ziel von Wirtschaften, so Rehn. Und dass Kunden dann auch wirtschaftliche Aktivitäten, die Sinn haben und stiften, erst wirklich ermöglichen.

Dr. Simonetta Carbonaro, die mit ihrer Keynote heute Morgen schon für Begeisterung gesorgt hat, bringt bei der Diskussion über nachhaltiges Design einen Ansatz ins Gespräch, den ich auch für unsere Marke wichtig finde – Stichwort design for life. Nachhaltiges Design solle sich nicht nur auf Produkte beziehen, sondern im weiteren Sinne auch als Entwurf, Idee, Vision verstanden werden.

Jetzt nach der Mittagspause steht gerade TAZ-Kolumnist Martin Unfried auf der Bühne, animiert zum Mitsingen und Mitklatschen beim Song gegen Atomstrom … „Kein Strom von e.on, kein Stom von RWE …“

Mehr von uns heute Nachmittag!

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Kommentare
  • Jörg Niemann ,

    Hallo Herr Krause,

    als ich die These vom Sinn des Wirtschaftens gelesen habe, ist bei mir schon ein wenig “
    Unwohlsein“ aufgekommen. Also um es aus meiner Sicht zu sagen:
    Wirtschaften ohne Gewinnziel hat mittel- und langfristig keine Zukunft.

    Vielmehr liegt die große Kunst darin, die wirtschaftlichen Interessen mit den ökologischen zu verknüpfen. Nicht alle Kollegen aus dem Finanzbereich sind ohne Blick für Nachhaltigkeit und Ökologie.
    Hier liegt der Schlüssel zum Erfolg

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  • Michael Krause (hessnatur) ,

    Hallo Herr Niemann,

    danke für Ihre Rückmeldung! Die Wichtigkeit von Gewinnen ist denke ich im marktwirtschaftlichen Sinne nicht wegzudenken – die These fand ich auf der Karmakonsum-Konferenz deswegen bemerkenswert, weil sie für mich einen anderen Blickwinkel auf Wirtschaften einnimmt: Gewinne – ja. Die werden langfristig und auch im Sinne der Nachhaltigkeit gebraucht. Denn daraus können ja auch wieder Investitionen werden. Aber es muss etwas „dahinter“ stehen.

    Die Verknüpfung von verschiedenen Interessen wie Ökonomie und Ökologie spielt da meines Erachtens mit rein und wird durch das gestützt, was auch als Communitygedanken bezeichnet wird: Denn wenn ein Wirtschaftsziel, eine Philosophie, ein Markengedanke bei seinen Kunden, seiner Zielgruppe auf Resonanz stößt, ökonomische und ökologische Interessen vereint werden und ausgerichtet darauf von einer Organisation gehandelt wird – und das messbar! – dann macht Wirtschaften Sinn.

    Zum Thema Gewinn fällt mir das Beispiel von Grameen Social Business ein – da gibt es ja von Dr. Yunus die 7 Prinzipien des sozialen Unternehmertums. Das sollte auch mal ein Blogbeitrag hier werden. Social Business will ja auch nicht auf Gewinn verzichten, der ja wieder investiert wird und somit das Unternehmensziel weiter stützt. Das Unternehmensziel ist allerdings ein anderes, nämlich die Reduzierung von Armut. Damit es da keine Interessenskonflikte gibt, ist der Grameen-Ansatz eindeutig: Investoren kriegen zwar ihr investiertes Geld zurück, aber keine Rendite etc. Und das Management schielt nicht auf einen X %-Bonus – sondern schaut zu 100 % auf das, was dem Social Business seinen Sinn gibt: der Bekämpfung von Armut und dem Einsatz für die Menschenwürde.

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