Haare färben

Zwei Drittel aller Frauen und jeder zehnte Mann färben Haare. Ich mag gar nicht daran denken, was da alles auf den Köpfen und danach im Abwasser landet?! Trotzdem ist das ein Thema, bei dem frau/man sich nur ganz schwer an etwas anderes herantraut. Denn Färben mit Pflanzenhaarfarben ist unbequemer und bringt auch ganz andere Ergebnisse als die Anwendung der chemischen Variante.

Während früher mit Henna nur orange- bis mahagonirote Töne zu erreichen waren, gibt es inzwischen – unter zu Hilfenahme weiterer färbender Pflanzenteile, Wurzeln und Beeren – ein Farbenspektrum, das fast keine Wünsche mehr offen lässt.

Der Herbst bietet uns ein mannigfaltiges Farbenspektrum und zeigt, was möglich ist: Vom Gelb der Sonnenblumen über alle Orange- bis Kupfertöne der welkenden Blätter bis zum kastanien- und umbrabraun der feuchten Hölzer finden wir alles, was das Herz begehrt, sogar schwarz.

Doch es bedarf einiger Tricks, gerade bei der Grauabdeckung, um zufriedenstellende Farbergebnisse zu erreichen. Pflanzenhaarfarben greifen nicht in die Haarstruktur ein wie konventionellen Färbungen, sondern liegen nur außen auf dem Haar auf. Drum sollten vor dem Färben alle Reste von glättenden Spülungen und Shampoos vom Haar entfernt werden. Das gelingt am besten durch Waschen mit Lavaerde oder der eigens dazu angebotenen Colorationsvorbehandlung der Firma Logona.

Danach kann die Farbe aufgetragen werden, entweder direkt aus der Tube oder aber mit Pulver. Dies möglichst flüssig anrühren, dann lässt es sich besser im Haar verteilen. Um anschließendes Tropfen zu verhindern, sollte nach dem Auftragen das Haar kurz angefönt werden, das enthaltene Alginat wird dadurch etwas fest. Anschließend eine Plastikhaube drüberziehen – ich bedecke das Ganze dann mit einem schönen Seidentuch. Je länger die Farbe einwirken kann, umso besser wird das Ergebnis.

Später dann die Farbe auswaschen, das Pulver muss gründlich entfernt werden. Die Colorcremes allerdings sollten zunächst nicht zu gründlich ausgewaschen werden – sondern erst, nachdem die Farbschicht durch das Auftragen des Conditioner eingehüllt wurde.

Am schönsten glänzen die Haare einen Tag nach dem Färben. Wenn nach dem ersten Mal noch nicht soviel zu sehen ist, nicht enttäuscht sein. Da die Farben sich wie eine Hülle um das Haar legen, wird Farbschicht um Farbschicht aufgebaut. Jedes weitere Färben intensiviert die Farbwirkung und kräftigt das Haar. Die natürlichen Farbunterschiede bleiben erhalten, es bedarf dazu keiner aufwendigen Mehrfachbehandlung.

Besonders gut lassen sich graue Haare blond färben – die Gelegenheit also, endlich zu Strähnchen zu kommen ohne die schädlichen Aufheller. Was schwierig ist: graue Haare wieder dunkelbraun oder gar schwarz zu färben. Da graue Haare eine sehr glatte Oberfläche haben, bedarf es immer einiger Rotanteile bei der Färbung, denn die roten Pigmente haften am besten, darüber dann beim nächsten Mal braun oder schwarz färben.

Also nur Mut und mal etwas ausprobieren, die Pflanzenhaarfarben lassen sich wunderbar untereinander mischen!