Worauf wir bei hessnatur stolz sind? Unter anderem auf unsere Strickjacquards. Sie sind mal stärker, mal sparsamer in unseren Kollektionen vertreten, mal strahlend bunt, dann wieder edel Ton in Ton. In der aktuellen Herbst/Winter-Kollektion stellen wir Ihnen ein Teil vor, das drei Themen vereint, die bei hessnatur Tradition haben: 1. Strickmäntel, 2. kostbarer Naturfaser-Mix und 3. Jacquard! Gemeint ist der Strickmantel aus 63 Prozent Alpaka und 37 Prozent Seide mit den mongolisch inspirierten Jacquardbordüren.

Wussten Sie, dass die Jacquard-Technik nicht nur an eine große Tradition der mechanischen Web- und auch Strickmaschinen anknüpft, sondern auch wesentlich die industrielle Revolution vorangetrieben hat?

Im Jahr 1804 erfand Jean-Marie Jacquard den nach ihm benannten Webstuhl. Er war der Sohn eines Webers, seine Mutter arbeitete in einer Seidenmanufaktur. Manufakturen waren von der Produktionsgeschichte her gesehen der Zwischenschritt zwischen handwerklicher Arbeit in den Zunftbetrieben und mechanisierten Fabriken. In Produktionsbetrieben zusammengefasst, arbeiteten Handwerker verschiedener Fachrichtungen zusammen. Die Arbeit war so verteilt, dass die Produktion effizienter lief als in den herkömmlichen Werkstätten der Handwerker.

Jacquard hasste Handarbeit

Jacquard jedoch hasste die Handarbeit an den Musterwebstühlen. Kurz nach der Französischen Revolution gelang es ihm, einen Geldgeber für die Entwicklung eines mechanischen Webstuhls zu finden. Er entwickelte daraufhin einen Webstuhl, der durch Lochkarten gesteuert werden konnte. Ein Loch auf der Karte bedeutete eine Fadenhebung, kein Loch eine Fadensenkung.

Jacquard gelang es so, den ersten programmierbaren Webstuhl herzustellen. Durch das Austauschen der Lochkarte konnten beliebig viele Muster variiert werden. Das bedeutete den Durchbruch für die Automatisierung in den Webereien, was sich für das Einsetzen der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert als wesentlich erweisen sollte. Der Einsatz der Lochkarten hingegen war eine frühe Verwendung digitaler Technik, des sogenannten binären Systems, das die Grundlage der Computertechnik im 20. Jahrhundert bilden sollte.

Hätten Sie gedacht, dass so viel Technikgeschichte hinter ihrem Lieblingsstrickmantel von hessnatur steht?

Nun zum Material-Mix: Mischungen wie Alpaka und Seide, oder Baumwolle, Kaschmir und Seide, oder Kamelhaar, Schurwolle und Seide  – bei hessnatur finden Sie Fasermischungen, die sie sonst mit der Lupe suchen können. Woran liegt das eigentlich? Mohamed el Houari aus dem Bereich Corporate Responsibility erklärt das so: „In der Textilproduktion ist man immer auf der Suche nach einem bestimmten Griff, einer bestimmten Haptik der Materialien. So entsteht der Wunsch nach Fasermischungen. Und da wir bei hessnatur keine Synthetik-Beimischungen wollen und auch keine Viskose, greifen wir auf Naturfaserkombinationen zurück, die zunächst ungewöhnlich erscheinen mögen.“

Ungewöhnlich aber nicht für unsere Kunden, die diese Mixe seit Jahren zu schätzen wissen. Übrigens – die Alpaka-Seide-Mischung ist federleicht und kuschelweich. Probieren Sie sie ruhig mal an!