Weltfrauentag 2010 – Ungerechtigkeit weltweit

Gleichberechtigung für Frauen – ein Thema, das in Deutschland gerne heftige Diskussionen auslöst. Am kommenden Montag, dem Weltfrauentag 2010, möchte ich unserem Blick dennoch eine andere Richtung geben: Durch unsere Projektarbeit ist hessnatur in vielen Ländern präsent, wir erhalten Berichte von Auditierungen, von Kontrollen in Produktionsstätten. Unsere Kollegen und Kolleginnen erzählen von ihren Reisen.

Wir arbeiten in Bangladesch mit Grameen Knitwear zusammen – einer Firma, die zum Netzwerk der Grameen Bank von Prof. Muhammad Yunus gehört, der mit seinen Mikrokrediten vor allem Frauen aus der Armut heraushilft. In Burkina Faso in unserem Bio-Baumwollanbau-Projekt sind wir ebenfalls ganz nah dran. Frauen sind benachteiligt. In sehr vielen Ländern dieser Erde. Der Zugang zu Bildung wird für sie immer erst hinter den Bedarf der männlichen Familienmitglieder gestellt. Zwangsehen sind noch weitverbreitet, geschlechtliche Diskriminierung ist an der Tagesordnung. In Burkina Faso unterstützen wir mit Kundenhilfe eine Dorfschule und die Kantine, damit die Kinder während des langen Schultages etwas zu essen bekommen. Bildung ist die beste Vorbereitung für eine bessere Zukunft.

Das Stichwort zum Thema: Analphabetentum. Mädchen haben es doppelt schwer, denn meist dürfen nicht alle Kinder einer Familie in die Schule. Die Andheri-Hilfe in Bonn, übrigens gegründet von der sehr engagierten Religionslehrerin Rosi Gollmann, setzt sich seit den 60er Jahren für eine benachteiligte Randgruppe in Bangladesch, und hier auch wieder speziell für Mädchen und Frauen, ein. Dank der vielen Menschen, die sich für sie stark machen, dringt der Hilferuf überhaupt zu uns. Oft ist Tradition stärker als das Gesetz.

Wir Frauen haben ja schon aus der Evolution heraus ein „soziales Gen“ . Während die Männer früher durch die Wälder streiften, um zu jagen, mussten die Frauen das soziale Netz aufrecht erhalten und sich untereinander stärken. Auch heute sind Frauen vielfältig in Gemeinschaften aktiv. Sie vernetzen sich, sei es um Unternehmen zu gründen, um Mehrgenerationenhäuser und -Ideen zu verwirklichen, um Kindern eine bessere Chance zu ermöglichen oder einfach, um sich gegenseitig zu helfen. In Deutschland gehören alleinerziehende Frauen zu einer der gefährdeten Randgruppen, die bei Jobverlust in Hartz IV landen. Zu hohem Prozentsatz.

Wir müssen also gar nicht so weit in die Ferne blicken. Der Weltfrauentag also ist ein Tag, an dem es Sinn macht, über Gleichberechtigung nachzudenken. Und zu handeln.

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Kommentare
  • Bettina Fornoff ,

    Liebe Dagmar,

    ja HANDELN ist das Stichwort! Wie schön, dass der Weltfrauentag uns ein Anlass ist die Initiative zu ergreifen. In meiner Naturheilpraxis arbeite ich mit dem Schwerpunkt „Frauengesundheit“ und nehme den Weltfrauentag zum Anlass um eine wunderbare Organisation zu unterstützen: Medica mondiale e.V. – http://www.medicamondiale.org/

    Unter dem Thema „Frauen für Frauen“ werde ich vom 9. bis 31. März von jeder bei mir gebuchten relaXense-Massage 10,00 € an die Organisation „medica mondiale e.V.“ spenden. Medica mondiale e.V. unterstützt traumatisierte Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten auf der ganzen Welt, dort wo Frauen und Mädchen zur Kriegsbeute werden. Seit mehr als 15 Jahren setzt sich medica mondiale entschlossen für diese Frauen und Mädchen ein. Die Gründerin Dr. Monica Hauser bekam 2008 für ihre Arbeit und ihren Einsatz den Alternativen Nobelpreis.

    Wer die Arbeit von medica mondiale kennt, kann nicht anders, als sie unterstützen. Sie sorgen dafür, dass vergewaltigte Frauen in Kriegs- und Krisengebieten nicht vergessen werden, denn diese Frauen brauchen unsere Hilfe und unseren Einsatz. Wir leben hier sicher und den meisten von uns geht es gut. Da sollte es uns leicht fallen, etwas abzugeben an Frauen, die täglich ums körperliche und seelische Überleben kämpfen.

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  • Barbara Klingel ,

    Ich freue mich, dass es solche Artikel gibt und damit die Arbeit, die ich mit meiner Generation von Frauen angefangen habe, weitergeführt wird. Viel Mut und Kraft für diese Arbeit!
    Gleichberechtigung bzw. Benachteiligung von Frauen ist weiterhin ein Thema, das ständig präsent gemacht werden muss.

    Antworten
  • christa multrus ,

    frauen und kleinbauern ernähren die welt,80% der menschheit sind frauen und kinder ,sie besitzen vielleicht 2% des bodens.es ist wichtig ein bewusstsein zu schaffen über solche realitäten,um zu sehen,was für das überleben der menschheit von ganz zentraler bedeutung ist.die stärkung von kleinbauern und vor allem von frauen.wie herr yunus zeigt ist dies nicht nur eine frage des geldes,sondern vor allem eine machtfrage.frauen geld zu geben,heisst ihnen verantwortung fürs eigene leben zu geben,sie selbst entscheiden zu lassen,wieviele kinder sie bekommen.gleichzeitig lösen sich mit wenig geld viele probleme gleichzeitig.und auch die männer müssen sehen,das es ein gewinn für alle wäre und dies auch laut zu sagen,um strömungen entgegenzutreten,die frauenfeindlichkeit fördern.veränderungen kamen selten von oben,sondern von unten,also liebe frauen(und männer):lassen wir uns am 8.märz blumen aus fairem handel schenken und stellen unbequeme fragen.einen unruhigen internationalen frauentag wünscht christa multrus

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