Bei der Recherche zu diesem Blogbeitrag traf mich vor allem eins: Ernüchterung. Knapp eine Woche vor dem Welt-Umwelttag 2012, wie er in Deutschland heißt oder WED, dem World Environment Day, wie er weltweit genannt wird, finde ich nichts als einen Titel, ein Thema, ein paar heiße Worte. Keine Inhalte.

„Gemeinsam in eine bessere Energiezukunft“ – klingt toll, oder?! Dieses Motto hat das Bundesumweltministerium in einer Konferenz zum diesjährigen Thema erklärt und das Tun in die Kommunen „vor Ort“ verlegt. Das kann alles nicht sein. Ein Thema, das spätestens seit Fukushima am 9. März 2011 als Banner über der ganzen Welt schweben sollte, wird für einen 5. Juni ausgerufen. Ein schwacher Ruf, der wahre Authentizität vermissen lässt, der ins Off geht: Leute, lasst Euch doch dazu mal was einfallen!

So einfach geht das. Und dann werden die Hände in den Schoß gelegt, weil: jetzt liegt es ja an den Menschen. Was sie draus machen. Da werde ich sprachlos. Und wortlos. Und projektlos. Der WED ruft sogar mit Superlativen zum Weltumwelttag mit den meisten, den größten, den tollsten Projektideen und Mitmacherzahlen auf. Toll. Und auch hier: ich finde sie nicht – die Terminliste, wo ich hingehen kann, was ich denn nun tun kann an diesem Tag.

Was ziehe ich also jetzt aus diesen Recherchen für meinen motivierenden, begeisternden und mitreißenden Blogbeitrag für den Weltumwelttag heraus? Ich würde sagen: Nimm’s am besten selbst in die Hand. Denn dann kannst Du zum Slogan des WED „Does it include you?“ wenigstens laut „Yes, I can“ rufen.

Es macht Sinn, dran zu bleiben und energiesparende Maßnahmen zu fordern. Zum Beispiel in Deiner eigenen Kommune. Misch Dich ein. Pass auf, was und wo Du kaufst. Und ja, nimm mal das Rad. Einmal mehr als das Auto. Oder öfter. Die Summe macht’s. Wenn wir alle dranbleiben und Fukushima nicht umsonst gewesen sein soll, dann ist das Mahnung und Motor genug. Aber bitte nicht nur am 5. Juni. Auch am 6., am 7. und immer.