Welchen Kompass brauchen wir für die Zukunft?

„Empowering an new spirit in business“, dieses Motto begleitet uns heute und morgen wieder bei der Karmakonsum-Konferenz in Frankfurt. Zum fünften Mal findet das Event statt, zum dritten Mal im Ludwig-Erhard-Saal der IHK Frankfurt in der Frankfurter Börse, einem historischen Ort – hier definierte Ludwig Erhard in den Gründungsjahren der BRD die Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft.

Beeindruckt hat mich die Eröffnungsansprache von Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Ehrenvorsitzende des BUND und Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung. Sie hinterfragt kritisch, ob das überall propagierte Wachstum langfristig der Kompass für die Zukunft von Politik, Bürgern und Wirtschaft sei? Bzw. welchen Kompass wir für die Zukunft brauchen? „Wenn wir es mit Nachhaltigkeit ernst meinen, muss der Schutz natürlicher Ressourcen Vorrang haben, es gibt Prioritäten über Wachstum hinaus.“

Beispielhaft sei für sie in diesem Zusammenhang die Äußerung des grünen Ministerpräsidenten Kretschmann, dass „weniger Autos natürlich besser sind“, die einen Sturm der Entrüstung entfacht habe. Denn hier hätte schnell wiederdas gelernte Denken die Oberhand ergriffen – weniger Autos, das hemme den Autoverkauf, gefährde die Automobilindustrie und hemme das Wachstum. „Wir brauchen hier ein Umdenken, bei Produzenten und Konsumenten“, fordert Frau Zahrnt, bei dem „weniger auch mehr sein kann. Konsum hat viel mit Gewohnheiten zu tun.“ Auch wenn ein Umgewöhnen nicht leicht sei, sei es mit Engagement und „ein wenig Übung“ möglich. In dieser Hinsicht müsse der Kompass für die Zukunft an dem orientieren, „was an Ressourcen da ist und was wirklich gebraucht wird.“

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Kommentare
  • Stefan Wehmeier ,

    „Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.“

    Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008), aus „Profile der Zukunft“

    Es gibt Kindergarten-Diskussionen und Diskussionen für Erwachsene. Erstere beschäftigen sich mit der a priori sinnlosen Frage, ob es noch eine andere Möglichkeit für das zivilisierte Zusammenleben geben könnte als die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft = freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus), die der Sozialphilosoph Silvio Gesell bereits 1916 vollständig und widerspruchsfrei beschrieben hatte (alle „Gegenargumente“ basieren auf Vorurteilen und Denkfehlern) und die Ludwig Erhard noch nicht durchsetzen konnte, weil ihm die „katholische Soziallehre“ in die Quere kam; letztere behandeln die überaus interessante Frage, warum es Kindergarten-Diskussionen sogar noch im 21. Jahrhundert gibt (wobei die „hohe Politik“, so genannte „Wirtschaftsexperten“ und der „hohe Journalismus“ noch nicht einmal bis zum „Niveau“ der Kindergarten-Diskussionen vorgedrungen sind).

    Die Ursache ist eine veraltete Programmierung des kollekiv Unbewussten, welche die halbwegs zivilisierte Menschheit überhaupt erst „wahnsinnig genug“ für die Benutzung von Geld machte (Edelmetallgeld ist immer Zinsgeld), lange bevor diese seitdem grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung wissenschaftlich erforscht war. Anderenfalls hätte das, was wir heute „moderne Zivilisation“ nennen, gar nicht erst entstehen können! Das – und nichts anderes – war (und ist noch) der eigentliche Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode (Cargo-Kult um die Heilige Schrift) mutierte, und die uns – unabhängig vom so genannten Glauben – alle zu Untertanen machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen. Die Bewusstwerdung der Programmierung nennt sich „Auferstehung“: http://www.deweles.de/willkommen.html

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