20 Jahre hessnatur in der Schweiz

Es war ein Ausschnitt aus einer Zeitung von 1993, die uns darauf brachte. „Die Positive“ berichtete enthusiastisch von der Neugründung von hessnatur in der Schweiz. So stand im Vorspann des Artikels: „Dies können wir Ihnen bereits vorab verraten, Naturtextilien von hessnatur sind top modisch. Ihr Schnitt ist fast zeitlos. Auch nach längeren Zeitperioden und Modestil-Wechseln sind Sie immer noch chic und modern angezogen.“

Erst im Laufe des Artikels wurde klar, dass dies ein Bericht über den Auftritt von hessnatur bei einer Bio-Messe war, der Oeko 93 in Zürich. Der Artikel  ging zunächst ausführlich auf die Neugründung der hessnatur-Tochter in Rohrbach ein, wo die Firma zunächst ihren Sitz hatte, bevor sie 1996 ins wenige Kilometer entfernte Langenthal umzog. Dann erörtert er kurz die Vorzüge ökologisch reiner und gesunder Bekleidung, erwähnt die Oeko 93, um mit folgendem Satz zu schließen: „Der große Stand bot optimale Möglichkeiten, dem interessierten Publikum in einer ganz speziellen Modenschau diese wunderschönen Textilien nahezubringen.“

Frag die Silvia!

Was für eine Modenschau? Ich fragte meinen Kollegen Michael Krause. Der sagte: „Ruf den Christian Peter an.“ Ich rief also den Leiter von hessnatur in der Schweiz an, der mir sagte: „Das war vor meiner Zeit. Frag die Silvia Fischer-Mehwald.“ Ich ging also in das Büro, in dem die Sekretärin unserer Geschäftsführung sitzt, und fragte Silvia nach dieser Modenschau. Die lehnte sich erstmal in ihrem Schreitischstuhl zurück, verschränkte die Arme hinter den Kopf und grinste. „Das waren noch Zeiten“, sagte sie dann versonnen. Da platzte ich schon fast vor Neugier.

Und dann erzählte sie mir: Damals, da sei bei hessnatur die Spezialisierung noch nicht so ausgeprägt gewesen. „Jeder konnte im Prinzip alles machen, wenn er Lust hatte oder noch dazu eine gute Idee“, erinnert sich Silvia. Heute sei das so nicht mehr möglich, weil das Unternehmen groß geworden sei und die Arbeitsabläufe viel genauer definiert sein müssten. 1993 war es aber so, dass sich melden konnte, wer Lust gehabt hätte, um mit zur Messe Oeko 93 nach Zürich zu fahren. „Wir haben dann alles in einen LKW, einen 7-Tonner geladen, die ganzen Kleider, das Bettzeug, was wir eben ausstellen wollten, denn die Schweizer hatten ja nie ein Lager. Und dann sind wir losgefahren.“

Eine Jazzband und zwei Tänzerinnen

„Wir wollten einen Stand machen, der sich von den anderen abhebt, deshalb hatten wir auch keine klassische Modenschau. Wir hatten eine Live-Jazzband engagiert und zwei Tänzerinnen, die eine Geschichte erzählt haben. Das fing damit an, dass sie in Schlafanzügen aus einem Bett aufstehen und durch einen ganzen Tag führen, alles in verschiedenen hessnatur-Klamotten. Diese Modenschau führten wir alle zwei Stunden auf. Sie kam sehr gut an.“ Die Bühne wie überhaupt den ganzen Stand hatte eine Dekorateurin aus dem Laden in Bad Homburg gestaltet. „Die war nämlich mitgekommen und hatte ein Zimmer eingerichtet, in dem die Besucher zwischen den Schauen herumlaufen durften. Da lagen Sachen auf dem Bett, oder hingen im Schrank. Das war wirklich eine schöne Präsentation“, erinnert sich Silvia.

Weil wir damals eine Kooperation mit dem Öko-Weinanbieter Delinat eingegangen waren, konnten wir den Besuchern Wein ausschenken, was natürlich sehr einladend war. Und Silvia erzählt weiter: „Die Schweizer Messebesucher waren sehr offen, wir haben viele gute Gespräche geführt. Wir haben auch Karteikarten ausgegeben, um Adressen zu sammeln, was unheimlich erfolgreich war.  So konnten wir die Schweizer beim Aufbau eines Kundenstammes unterstützen. Überhaupt war der Teamgeist damals sensationell. Und wir haben unsere Firma mit stolz präsentiert auf dieser Messe. Das sind tolle Erinnerungen.“