Nach zwei inspirierenden Tagen auf der Karmakonsum-Konferenz in Frankfurt möchte ich heute noch mal daran anknüpfen und über den wirklich guten Vortrag von Brent Schulkin schreiben, dem Erfinder des Carrot Mob. Auf der Konferenzseite wird es in Kürze auch die Videos der Vorträge geben – anschauen lohnt sich!

Die Idee zum Carrot Mob entwickelte Brent vor drei Jahren in San Francisco, mit der er das Konzept des Boykotts ins Gegenteil wandelte und das erreichte, was man eine Win-Win-Situation nennt. Für Kunden, Ladenbesitzer und die Umwelt. Er suchte sich drei kleine Supermärkte aus und wollte einen von ihnen zum „most environmental-friendly store“ machen, der den größten Teil der Einnahmen von einem bestimmten Tag in energiesparende und klimafreundliche Maßnahmen steckt. Für den Umsatz sorgt die Kaufkraft vieler Kunden, die sich über soziale Netzwerke zum Einkaufen in dem Laden verabreden – zum Carrot Mob.

Nach der erfolgreichen Premiere entwickelte sich rasch eine Bewegung, die die Idee weiter verbreitete. Zunächst in den USA, dann auch in anderen Ländern. Das Unternehmen, das den meisten Teil des Umsatzes für Klimaschutz investiert, wird von den Carrotmobber gestürmt. In der Regel verdoppelt sich so der Umsatz. Die schöne Analogie zur Carrot Mob-Bewegung: Die Bewegung vergleicht Brent mit einer Spinne und einem Seestern. Während die Spinne stirbt, überlebt der Seestern, der sich teilen kann und sich weiter ausbreitet. So wie der Carrot Mob weltweit.

Für die Zukunft will Brent das Prinzip des Carrot Mobs – eine gute Idee breitet sich schnell aus und bringt viele Menschen für ein Ziel zusammen – weiter entwickeln. Und denkt dabei an einen Carrot Mob mit größeren Firmen, um damit noch mehr in Sachen Umweltschutz zu erreichen. Was wäre zum Beispiel, wenn im Oktober zu Halloween ein bestimmter Schokoriegel für „Trick or Treat“ von vielen Konsumenten gekauft wird und der entsprechende Hersteller dafür etwas in Sachen Klimaschutz tut? Wir dürfen gespannt sein!

Übrigens: Brent Schulkin kommt am Freitag, 17. Juni im Rahmen seines Deutschlandbesuchs zum Carrotmob nach München in die Realwirtschaft Stragula. Die wird 90% des Carrotmob-Umsatzes in Energieeffizienz und Ökostrom fließen lassen. Weitere Informationen dazu gibt es hier.