Helvetas Konferenz

Im Rahmen des Internationalen Jahres der Naturfasern 2009 der UNO findet vom 21. bis 25. September der Weltkongress für Bio-Baumwolle im schweizerischen Interlaken statt. Die Schweizer Entwicklungshilfe-Organisation Helvetas organisiert den Kongress, der unter dem Motto steht „From Fashion to Sustainability“ – Von der Mode zur Nachhaltigkeit. Motiviert wird dieses Thema von der Tatsache, dass Nachhaltigkeit in der Modewelt Einzug erhält und Bio-Baumwolle zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden ist.

Mit Helvetas arbeiten wir über unser Anbauprojekt für Bio-Baumwolle in Burkina Faso zusammen. Auch wir von hessnatur sind beim Kongress aktiv dabei. Wolf Lüdge wird am 24. September an einer Diskussion teilnehmen, bei der es um Kommunikation und Vermarktung von nachhaltigen Textilien geht (mehr dazu gibt es nächste Woche im Blog).

Warum ist der Kongress wichtig? Weil er alle wichtigen Partner der textilen Kette vom Anbau bis zum fertigen Produkt zusammenbringt. Um an Innovationen und Problemlösungen zu arbeiten. Baumwolle ist ja im Grunde genommen die Faser schlechthin weltweit für die Herstellung von Bekleidung. Obwohl ein Naturprodukt, ist die textile Baumwoll-Kette überwiegend alles andere als nachhaltig: Beim konventionellen Anbau werden tonnenweise Pestizide und Herbizide eingesetzt – gleichermaßen schädlich für Mensch und Boden. Fair gehandelte Baumwolle macht einen Bruchteil des weltweiten Baumwollmarktes aus. Die genmanipulierte Baumwolle bürdet den Bauern eine deutlichere finanzielle Belastung auf, macht die Zertifizierung von Bio-Baumwolle schwerer und die Auswirkungen der Gen-Veränderungen sind ungewiss. Mal ganz abgesehen vom Verbrechen an der Schöpfung.

Ich persönlich erwarte mir von dem Kongress weitere Impulse und Initiativen für unser Projekt in Burkina Faso. Im Hinblick auf die Baumwollbauern und ihre Kinder, die wir in Sachen Schulbildung und Schulessen unterstützen. Hier soll und darf noch mehr passieren. Wir wollen mehr Bio-Baumwollanteil auf dem Weltmarkt sehen. Was dafür zu tun ist, ist unser oberstes Ziel. Vielleicht bieten sich Chancen und Wege, dies mit weiterer Unterstützung Gleichgesinnter auch umzusetzen.