Als hätten sie es geahnt, die alten Germanen. Das Wort Wachs kommt vom althochdeutschen „wahs“, was sowohl Bienenwabe als auch Gewebe heißt. Wachs war für die Germanen das Gewebe der Bienen. Dabei sollte es noch eine ganze Weile dauern, bis sich der Entwicklungsbereich von hessnatur mit den Bienen beschäftigte und so natürliches Wachs und textile Gewebe tatsächlich zusammenfanden.

Das Ergebnis: Eine kräftige, gewachste Oberfläche, verstärkte Nähte, ein hoch schließender Kragen mit  Kapuze – das ist der Wachsparka von hessnatur, der auf den ersten Blick aussieht wie eine ganz gewöhnliche Outdoorjacke. Doch die Unterschiede des innovativen wind- und wasserabweisenden Parkas, den die 15 Frauen und Männer im Rahmen des „Woll-Experiments“ im Oktober neben dem Woll-Shirt tragen werden, stecken im Detail. Denn bei gewöhnlichen Wachsjacken, die es seit mehr als 100 Jahren gibt, wird entweder mit Synthetikfasern gearbeitet oder man verwendet erdölbasierte Paraffine und toxische Fluorcarbone für die Wachsimprägnierung.

Zwei Jahre intensive Entwicklungsarbeit waren notwendig, bis es dem hessnatur-Team gelungen ist, Bio-Baumwolle mit reinem Bienenwachs zu veredeln, um eine Outdoorjacke aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen. In Dänemark fand das Team einen Konfektionär, der ein robustes und langlebiges Bio-Baumwollgewebe für die „Außenhaut“ der Jacke mit modernen Parka-Elementen lieferte. „Im Gegensatz zu vergleichbaren Synthetik-Fasern ist Atmungsaktivität eine natürliche Eigenschaft der Bio-Baumwolle. Da Baumwolle auch besonders saugfähig ist, war es notwendig, sie für nasses Wetter weiter zu bearbeiten und für eine Imprägnierung zu sorgen“, erklärt Rolf Heimann, Leiter des Bereichs Corporate Responsibility bei hessnatur. Hier habe man nach einer natürlichen und ökologischen Lösung gesucht und schließlich die Wachse der Bienen, aber auch von Pflanzen für sich entdeckt.

Die natürlichen Rohstoffe ziehen in das feste Außengewebe aus Bio-Baumwolle ein; dank dieser Imprägnierung perlt das Wasser an der Außenhaut der Jacke ab, die innen trocken bleibt. Neben dem angenehmen Tragegefühl ist der Vorteil von natürlichem Bienenwachs in Kombination mit Bio-Baumwolle auch der Futterstoff aus reiner Schurwolle und die biologische Abbaubarkeit des Parkas. Sollte er – hoffentlich erst nach vielen Jahren – ausgedient haben, kann er bedenkenlos den Kreisläufen der Natur wieder zugeführt werden.