Viel Anerkennung für nachhaltiges Design

Der strahlende Sieger steht fest – Janosch Mallwitz gewinnt den ersten Humanity in Fashion Awards by hessnatur. Ich will jetzt noch etwas mehr von der Veranstaltung und der Ansprachen während der Preisverleihung bloggen.

Über hundert Journalisten und Blogger sind heute morgen zum Pressefrühstück im Palazza Italiano dabei, um sich die Preisverleihung nicht entgehen zu lassen. Bevor der Preis an den Sieger Janosch Mallwitz überreicht wird, begrüßt hessnatur-Geschäftsführer Wolf Lüdge alle Gäste. „Es geht um Mode, es geht um Zukunft und um Verantwortung“, so Lüdge. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Humanity in Fashion Awards und insbesondere die drei Finalisten hätten sich diesen Themen gestellt, „sie bringen sie zusammen“.

Die drei Finalteilnehmer hätten für ihre Präsentation im Palazzo bewusst eine „wild card“ bekommen, sprich: keine Vorgaben, wie sie ihre Entwürfe präsentieren müssen. Gestern Abend hätte er während des Aufbaus die Installationen der drei Nachwuchs-Designer bewundert: „Das war klar, dass das keine einfach Entscheidung der Jury war.“

Dr. Stefanie Schütte, Modekorrespondentin der Deutschen Presseagentur und Jurymitglied, hob hervor, dass man eigentlich drei Preise hätte vergeben müssen; jeder Finalist habe eine in sich stimmige Kollektion auf jeweils ganz eigene Art und Weise präsentiert: „Julia Knüpfer verdient den Preis für die hübscheste Kollektion, Janosch Mallwitz für die vielfältigste und Anja Umann für die durchdachteste Kollektion“, so Schütte.

Die Entscheidung sei dann nach „regelrechtem Kampf“ schließlich an Janosch Mallwitz gefallen, der in seiner Präsentation die Herstellung von Textilien in den Mittelpunkt rücke und dabei reflektiere, was das für den einzelnen Menschen bedeute. Die Jury sei sich sicher, dass Janosch Mallwitz zusammen mit hessnatur eine „junge, moderne Kollektion mit sportlichem Touch“ entwickeln könne – er als Gewinner des ersten Fashion Awards von hessnatur erhält nun einen Exklusivvertrag für eine Capsule Collection inklusive einer Fördersumme im Gesamtwert von 25.000 Euro.

Aus den Händen von Wolf Lüdge nahm Janosch Mallwitz die Siegerurkunde und den Award, ein Staffelholz, entgegen. „Geben Sie damit die Idee weiter, damit sich in Zukunft noch mehr Menschen für nachhaltige Mode begeistern“, ermunterte der hessnatur-Geschäftsführer. Die beiden weiteren Finalistinnen Julia Knüpfer und Anja Umann wurden für ihre Designideen von der Jury beglückwunscht, „von Ihnen werden wir in Zukunft ebenfalls noch viel hören“, gab sich die Jury überzeugt.

Zum Schluss ergriff Designer Miguel Adrover das Wort, gratulierte dem Sieger und bedankte sich bei den drei Finalteilnehmern und hessnatur als Ausrichter für ihr Mitmachen und ihr Engagement, „you all bring the fashion industry forward! Thank you all, thank you hessnatur!“.

Ich werde mir heute die drei Präsentationen von Julia, Anja und Janosch anschauen und dazu später bloggen – wer heute übrigens in Berlin ist, kann in der Zeit von 12.00 bis 16.00 Uhr gerne vorbeikommen und sich die Ideen der Finalisten live anschauen – Palazzo Italiano, Unter den Linden Ecke Charlottenstraße, Berlin.

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Kommentare
  • Dagmar Reichardt (hessnatur) ,

    Hallo Michi,

    erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem Ergebnis!

    Vor allem für die sagenhafte Resonanz auf den Award. Tut richtig gut!!!
    Ich wäre gern dabei, wenn Du Dir die Präsentationen anschaust! Gibts einen Film darüber? Oder viiiele Fotos bitte?!

    Nochmal viele Grüße an alle vom Schreibtisch aus Butzbach
    Dagmar

    Antworten
  • Fr.Jona&son ,

    Schade, daß es nicht eine der Damen geworden ist.
    Sie hätten mit ihren jeweiligen Designlinien der Firma mehr Input gebracht.
    Und genau das, was Frauen bei Mode suchen. Musthaves.

    Antworten
  • Kirsten ,

    Die gut durchdachte und zeitlich konzentrierte Preisverleihung war in jeder Hinsicht ein Höhepunkt der Modewoche, wo es extrem schwierig ist, überhaupt Aufmerksamkeit zu erlangen.
    Alle drei Finalisten gaben Antworten auf Fragen des 21. Jahrhunderts, etwa dem Umgang mit knapper werdenden Ressourcen oder dem ethischen Umgang mit Tieren. Von Janosch Mallwitz, dem Preisträger, erwarte ich, dass er eine gewisse Eintönigkeit im Erscheinungsbild der grünen Mode bricht. Und wenn er dazu auf Materialien und sogar Beschichtungen setzt, die noch nicht zum Kanon von Hess Natur gehören, wird daraus eine interessante Reibung zwischen Butzbach und Berlin entstehen. Eine der großen Leistungen von Hess Natur war stets, Innovationen in der ökologischen Textilproduktion zu befördern und zu erproben und nicht innezuhalten beim Erreichten. Janosch Mallwitz wird das sicher herausfodern. Ich bin extrem gespannt auf seine erste Kollektion im Frühjahr/Sommer 2012. Seine Herrensachen sind an der Grenze zum Femininen finde ich, etwa die langen, fast an eine Kutte erinnernden Teile. Ob das geht, wird sich zeigen. Absolut cool waren die Schuhe und die Stiefel, irgendwann hätte ich gerne mal einen Schuh, dessen Leder nicht nur pflanzlich gegerbt ist, sondern auch von einem artgerecht gehaltenen Rind stammt. Konsequent wäre das und gepaart mit Janosch Mallwitz Design sicher ein Verkaufsschlager. Also bitte keine Kapselkollektion ohne Schuhe, obwohl gerade Schuhwerk sicher schwer wird. Gratulation an Hess Natur zu diesen Preisträgern und der Verleihung.

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