„… aber alles hat seine Kehrseiten“. So lautet die Überschrift eines Referats meiner jüngsten Tochter Sonja (13 Jahre alt), das sie im Deutschunterricht vorgetragen hat.

Ich finde den Beitrag sehr bemerkenswert, weil er eine Frage anspricht, der wir uns auch bei hessnatur stellen. Nämlich die, ob und wie hessnatur mit seinen Themen auch die jüngere Generation erreichen wird. Insofern freue ich mich, dass wir mit dem hessnatur Humanity in Fashion Award für junge Designer und unserem „etwas anderen“ Auftritt bei der Fashion Week in New York (siehe Foto) offensichtlich die Sichtweise von jungen Menschen ganz gut treffen.

Im folgenden gebe ich gerne das Referat meiner Tochter zum Thema Fashion wieder und freue mich über Rückmeldungen.

Wer kennt sie nicht? Die Fashion Week. Jedes Jahr wird sie in New York, Paris, Mailand, London, Berlin, Düsseldorf und seit neuestem in Lodz zweimal ausgetragen, einmal für die Frühling- Sommer Kollektionen und einmal für die Herbst-Winter Kollektionen. Wer die verrücktesten Ideen hat, ist in. So wurden letztes Jahr von einem Designer Obdachlose statt Models über den Laufsteg geschickt oder Solarium gebräunte Models mit schrillen Perücken und Hasenzähnen. Leider sind nicht nur die Models schrill, sondern oft auch die Kleider. Im Ernst, viele Outfits würde niemand außer Lady Gaga auf der Straße tragen!

In New York wird es immer beliebter, in alten Lagerhallen seine Kollektionen zu präsentieren. Die einzelnen Shows der Designer haben meistens auch noch Mottos wie „1987-2010 Mode im Wandel“. Das ist aber nicht alles, denn der neuste Trend in der Modewelt heißt: Bio und umweltfreundlich. Extra dafür wurde jetzt die RE-ACT Show auf die Beine gestellt, hier werden die neusten Bio-Kollektionen vorgestellt. Dort bekommen besonders junge Designer die Chance ihr Können unter Beweis zu stellen.

In Deutschland gibt es bereits zwei Fashion Weeks, in Berlin und in Düsseldorf, beide vom 7. bis 9. Juli. Mehr als genug würde man meinen, aber jetzt soll auch in München eine Fashion Week stattfinden, vom 13. bis 15. August.

„Der Kampf um den Titel ‚Deutschlands Modehauptstadt, ist so schon groß genug, da brauchen wir nicht noch einen Mitstreiter!“, beschweren sich einige. Damit liegen sie auch nicht ganz daneben, denn die Fashion Weeks in den beiden Städten finden fast gleichzeitig statt und nicht jeder kann Karl Lagerfeld bekommen. So werden die Schattenseiten der Fashion Weeks immer deutlicher, die Designer und Models stehen unter immer größer werdendem Druck. Jeder will der Beste sein, jeder will noch dünnere Models, obwohl diese jetzt schon viel zu dünn sind. Auch ein Problem, wer einmal auf der Fashion Week war und gleich versagt, wird so eine Chance so gut wie nie wieder bekommen. Also gilt bei Jungdesignern „ganz oder gar nicht“!

Ich würde zwar sofort  mit einem der großen Designern wie Fay, Louis Vuitton oder Escada tauschen, aber nicht mit irgendwelchen „No Name“-Designern, die unter dem ungeheuren Druck stehen nicht versagen zu dürfen. Denn die Stardesigner können sich auch mal eine „schlechte“ Kollektion leisten. Vielleicht hat ja jemand von ihnen das Glück auf der nächsten Fashion Week zu den geladenen Gästen zu gehören.

Von Sonja Niemann