Anknüpfend an meinen Text zu den weihnachtlichen Ritualen und Traditionen, möchte ich heute über unseren Umgang bei hessnatur mit Werbe- und Weihnachtsgeschenken sprechen. Dann ist das Thema Weihnachten aber entgültig abgeschlossen!

Wir haben seit ca. 2 Jahren eine Betriebsvereinbarung, die den Umgang mit Geschenken von Geschäftspartnern regelt. In dieser Regelung ist festgehalten, dass alle Geschenke über einem Wert von 50 Euro abgelehnt und Geschenke im Wert unter 50 Euro abgegeben werden müssen.
(Korruption fängt im Kleinen an).

Also sammeln sich das ganze Jahr Werbegeschenke und vor Weihnachten noch zusätzlich Weihnachtsgeschenke vor der Tür des Betriebsrates. Denn der Betriebsrat entscheidet über die Verwendung der Geschenke und organisiert die Umschichtung. Alles was essbar ist, geben wir sofort an die Butzbacher Tafel weiter. Sehr zur Freude der bedürftigen Menschen in unserer Stadt.

Alle anderen Geschenke werden liebevoll von Regine Weber (Betriebsratsmitglied, rechts im Bild) begutachtet und so zusammengestellt, dass für jeden Mitarbeiter im Haus – einschließlich der studentischen Aushilfskräfte – ein Geschenk zur Verfügung steht. Dann wird die Losttrommel gerührt und jeder Mitarbeiter kann sich sein Geschenk abholen. Ist doch eine super gerechte Sache.

Nicht mehr die Mitarbeiter des Einkaufs oder die Führungskräfte werden – wie es früher oft der Fall war – „überhäuft“ mit Geschenken, sondern jeder, der hier arbeitet bekommt ein Geschenk.

Heute wurden die letzten Vorbereitungen von Regine Weber und mir getroffen (links im Bild) und anschließend wurde verlost. Natürlich gibt es Gewinne, die der Figur nicht gut tun oder die beim Wettbewerb des hässlichsten Geschenks locker Platz 1 erreichen könnten, trotzdem gibt es viele glückliche Gesichter und wir haben mal wieder viel Spaß gehabt.

Heute habe ich eine Tasche in Form eines kleinen gefilzten Lebkuchenhauses – gefüllt mit Lebkuchen gewonnen. Den Lebkuchen habe ich auch gleich zu den Geschenken für die Butzbacher Tafel gegeben. Mit der Entscheidung, ob ich die Tasche selbst spazieren trage oder aber besser meiner 9-jährigen Nichte schenke, zu ihr passt sie sicher besser – kämpfe ich noch, weil die Tasche wirklich lustig aussieht.

Ich finde unseren derzeitigen Umgang mit den Geschenken viel besser als früher. Hier im Haus ist es gerechter verteilt und wir leben sowieso speziell in der Vorweihnachtszeit im Überfluss und können gut etwas abgeben. Deshalb finde ich es gut, Lebensmittel an die Butzbacher Tafel abzugeben. Die Einrichtung von Tafeln ist übrigens mal wieder eine Erfindung der Amerikaner und zwar aus dem Jahr 1963. Da gab es die erste „Food Bank“. In ganz Deutschland gab es 1994 vier Tafeln.

Heute sind es 795 (Stand Juni 08; Quelle Wikipedia)!! Hartz 4 lässt grüßen. Ich habe die Zahlen als Grafik auch schon in der Süddeutschen Zeitung gesehen und finde die Entwicklung mehr als erschreckend, dass es mittlerweile in fast jeder Stadt so viele Menschen gibt, die sich nicht mehr von ihren Einkünften ernähren können.

Da stimmt doch was nicht, oder? Aber das ist ein neues Thema.