Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises

Mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis wurden Anfang des Monats in Düsseldorf unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler erstmals Unternehmen prämiert, die „vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden“.

hessnatur konnte hier in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigster Einkauf“ überzeugen. Wolf (Lüdge) stand also neben Top-Managern großer deutscher Konzerne auf der Bühne um den Preis entgegen zu nehmen und ich dachte: Na endlich, das war längst überfällig, nach 32 Jahren Pionierarbeit.

Nicht ganz klar war mir hingegen, warum es aus über 300 Unternehmen auch ein Chemie– und ein Autokonzern mit aufs Siegertreppchen geschafft haben. Kam mir schon komisch vor, ebenso wie die Tatsache, dass eine große amerikanische Schnellimbisskette die Gäste mit Kaffee und Kuchen versorgte. Warum auch den Biobäcker aus der Region nehmen, wenn man Käsekuchen aus der Massenproduktion haben kann…

Mein Fazit: Die Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ist richtig und wichtig, am Thema Authentizität muss noch gearbeitet werden.

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Kommentare
  • ralf ,

    Einreihen in die Liste derjenigen, die herzlichen Glückwunsch sagen habe ich keine Lust.
    Hess Natur kriegt einen Preis für Nachhaltigkeit. ok.
    Aber BASF? Was ist das für ein Mist? Ich hätte schon ein etwas mehr erwartet, als so einem Chemieriesen, der ein bisschen Lobbyarbeit verrichtet, unsere Umwelt versaut auch dafür noch den Nachhaltigkeitspreis kassiert. Nachdem Ökologie in Politik und Wirtschaft mal wieder hochkocht mischt die große Industrie wieder mit und wäscht ihre Hände in Unschuld. Na prima.

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  • samuel ,

    Oh, man was ein Artikel – Ihr seit doch nicht wirklich stolz auf diesen Preis. Ich dachte und hoffte Ihr seit ein authentisches Unternehmen und prüft für was solche Auszeichnungen stehen. Es ist sicherlich nicht die wetvollste Auszeichnung für Hess Natur. Aber wahrscheinlich hat es Wolf Lüdge da oben bei den Managern gefallen 😉

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  • Michael Krause (hessnatur) ,

    Ich glaube, es geht nicht ums Gefallen. Preis als auch Bühne kann man sich nicht aussuchen – uns bei hessnatur und unseren Kunden bedeutet der Nachhaltigkeitspreis aber sehr viel. Denn Nachhaltigkeit mit Konsequenz gehört zu uns seit unserer Gründung. Nur mal zum Vergleich: hessnatur gibts seit 32 Jahren und den Preis erst seit einem Jahr.

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  • samuel ,

    Ja, Herr Krause, es geht tatsächlich nicht um das Gefallen, sondern um ein klares Profil. Mit einem klaren Profil kann man Bühnen und Preise bewerten und doch anders entscheiden!
    Das vermisse ich bei Hess Natur (oder hessnatur?) die Klarheit im Profil. Es ist alles so ähnlich geworden – das besondere ist irgendwie verloren – jetzt, wo alle nachhaltig sind und machen. Wie Nachhaltig ist den z.B. die Verwendung eures erwirtschafteten Kapitals?
    Nun ja, krigs nicht präziser hin – war nur so ein Gefühl – ich hoffe ja Ihr werdet wieder etwas echter! Frohe Weihnachten!

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  • Leo ,

    Hallo hessnatur-Team, zum ersten Gratulation zum Blog!
    Zum Zweiten, Herr Samuel, entscheidend ist doch, dass es Unternehmen wie hessnatur gibt, die so nachhaltig für die Natur wirtschaften UND dasss so ein Unternehmen durch so einen Preis in der Öffentlichkeit deutlicher wahrgenommen wird.

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  • Wolf Lüdge (hessnatur) ,

    Über die Authenzität und Echtheit des „Deutschen Nachhaltigkeitspreises“ kann man sicher diskutieren. Mir zeigt diese Einrichtung aber, dass die Themen Humanität und Ökologie in der gesellschaftlichen Mitte angekommen sind. Und das ist auch gut so. Grünes Deckmäntelchen hin oder her.

    Vielmehr war das Problem bei dem Preis auch, dass sich viele grüne Pionierunternehmen nicht an der Ausschreibung beteiligt haben. An EWS, Dr. Hauschka, Weleda, Basic, Alnatura um nur einige zu nennen, hätte man erst mal vorbeikommen müssen.

    Mir zeigt es aber die Notwendigkeit, dass wir als Pionierunternehmen uns an der öffentlichen Diskussion beteiligen müssen, um Veränderung mitzugestalten, um die Meßlatte hoch zu legen. Die Veränderung wird kommen, Sie ist nicht mehr aufzuhalten, auch wenn noch ein paar ewig gestrige getreu den alten Wirtschaftspraktiken verfahren wollen. Wir sollten gestaltend mit dabei sein und das geht nur, wenn wir öffentlich agieren.

    @ Samuel: Hat’s mir gefallen? Habe ich es genossen? Menschliche Begegnungen außerhalb der PR- und Promiwelt sind für mich die wahren, echten Begegnungen. Soviel dazu.
    Zum Thema Authentizität und Profil würde ich Dich gerne mal nach Butzbach einladen (wenn Du magst), damit Du Dir ein Urtel bilden kannst :o).

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  • Tanja Calce ,

    Der letzte Eintrag hier ist schon einen Monat her aber ich hätte trotzdem gern noch etwas dazu geschrieben.Ohne gern mit Phrasen um mich zu schmeißen..aber:der Zweck heiligt die Mittel. Sebstverständlich kann und braucht sich ein Unternehmen wie Hess Natur,dass seit seiner Gründung auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist, nicht bei Chemie- und Autokonzernen aus „cooparate Germany“einreihen zu lassen.Aber ein Auftritt auf der großen Bühne…das ist doch großartig…Ich bin kein großer Fan vom Grenzen ziehen!…und ich bin nicht der Meinung dass ein socher Auftritt die Klarheit des Profils von Hess Natur in Frage stellen kann! Es geht doch nicht um das „anders sein“.Würden alle anderen sich diesem Konzept anschließen…wären wir gerettet…und darum geht es doch…und nicht darum, dass sich eine kleine Gruppe von Konsumenten selbstgerecht vom Rest der Welt abhebt!

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  • Nicole ,

    Ich hätte gerne mehr über die Bewertungskriterien für die Vergabe des Preises erfahren. Aber der Veranstalter hält sich bedeckt. Würde gerne wissen, wie man zB BASF so beurteilt, dass es für einen Preis reicht. Das ist mir noch schleierhaft. Gab es vielleicht mehr Infos für Journalisten?

    @ Wolf Lüdge: auf der Einladung stand Dresscode: Smoking. Ich habe mit Ihrer Präsentation des ersten ‚organic Smoking‘ gerechnet. Wird es den in Zukunft geben?

    Ich hoffe, dass eine Plattform wie diese Gala, den Greenwashern zeigt, wie weit ein Unternehmen tatsächlich gehen kann in der Umsetzung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung, wenn man dieses Ziel konsequent verfolgt und dass es nicht automatisch in den finanziellen Ruin führt. EWS, Dr. Hauschka, Weleda, Sekem sind weitere großartige Firmen, die sich hoffentlich in diesem Jahr bewerben werden!

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  • Verena Kuhnert ,

    Hallo Nicole,

    die Verwunderung über den einen oder anderen Preisträger haben wir gemein. ..
    Was die Kriterien betrifft so wurde das Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen grundsätzlich erst mal anhand von wirtschaftlichen und sozialen Kennzahlen sowie Umweltkennzahlen betrachtet. Weiterhin standen das Produkt- und Dienstleistungsangebot sowie die Investitionen im Bereich F&E zur Diskussion. Ein dritter Kriterienkomplex widmete sich dem Einkauf (Verhaltenskodex, Best Practice etc.). Die soziale Nachhaltigkeit wurde quer über alle Unternehmensbereiche abgefragt. Hier galt es Fragen zu sozialen Standards, Aus- und Weiterbildung, Work-Life-Balance, Gesundheit und Sicherheit etc. zu beantworten. Schließlich natürlich das Thema ökologische Nachhaltigkeit, sprich Klimaschutz, Ressourcen- und Naturschutz sowie die Frage nach der Zusammenarbeit bzw. dem Umgang mit Kunden. Insgesamt umfasste der Fragenkatlog 84 Seiten und war damit das umfangreichste Dokument, das wir jemals im Rahmen eines Wettbewerbs bearbeitet haben.

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  • Wolf Lüdge ,

    @ Nicole: Einen „organic“- Smoking wird es bei hessnaturh nicht geben. Smoking und Krawatte stehen für mich für Konventionen, die man überdenken müsste. Warum müssen Frauen Hosenanzüge anziehen, um in der Arbeitswelt akzeptiert zu werden? Warum bekommen Menschen in Anzügen eher einen Kredit als Arbeiter im Blaumann? Warum muss man zu einem Vorstellungsgespräch eine Krawatte anziehen? …um gedachten Konventionen gerecht zu werden, die mit dem Leben nichts zu tun haben.

    Kleidung sollte doch eher die Persönlickeit unterstreichen, anstatt Konventionen zu erfüllen oder wie siehst Du das?

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  • Nicole ,

    @ Wolf: sorry für die Verspätung. Ich war auf Reisen und entdecke Deine Antwort erst jetzt.

    Ich schere mich wenig um Konventionen, stelle nur fest, dass Smoking und Abendkleid bei Galaveranstaltungen im Rahmen von Uni-Kongressen zunehmen. Weitgereiste ProfessorInnen wollen vermutlich mit Ihren KollegInnen mithalten. Die Australier haben, ganz pragmatisch, für solche Veranstaltungen einen Smoking-Verleih – ähnlich dem Hochzeitskleid-Verleih zum 20. Geburtstag von Hess Natur. Der Smoking ist ja für die meisten Herren einigermaßen kleidsam (ob sie sich darin wohlfühlen ist eine andere Frage), aber Damen in Abendkleidern sehen doch so manches Mal verkleidet aus. Vielleicht sollte man diese gängige Bezeichnung ändern in „Dresscode: schön angezogen“ oder „Dresscode: Wohlfühlkleidung“.

    Als ich auf der Einladung „Dresscode: Smoking“ gelesen habe, habe ich mich gefragt, ob sich alle Gäste daran halten werden und ob das kontrolliert wird? Ob ein Gast an den Einlassern vorbeikommt, wenn er nicht im Smoking erscheint? Und ob sich diese Verkleidung auf das Verhalten und auch auf die Gespräche auswirkt? Ob die Atmosphäre dadurch steif wird und ob es zu Smalltalk-Konversation führt? Wie war denn Dein Eindruck? Ist dieser sogenannte „festliche Rahmen“ notwendig, um die Bedeutung des Preises zu unterstreichen? Hat man sich an dem Abend auch inhaltlich über das Thema unterhalten oder sollte vorwiegend die Aufmerksamkeit der Presse erregt werden? In den sehr kurzen Berichten im TV, habe ich nur Schauspieler gesehen und mich gefragt, was es damit auf sich hat.

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