Ich bin eine Blue Jeans, ich könnte auch bald Deine sein. Gerade liege ich flach auf einer industriellen Arbeitsunterlage und über meinem rückwärtigen Bund tanzt ein dünner roter Lichtstrahl, dann dampft es kurz und plötzlich erscheint in weiß das hessnatur-Logo auf dem jeansblauen Untergrund. Dann zaubert der Strahl auf meine Hosenbeine breite helle Streifen, künstliche Abnutzungseffekte.

hessnatur bietet mich ab Herbst/Winter 2014 an, eine mit Hilfe von Lasertechnik bearbeitete Jeans. Meine Schwester, eine Bio-Denim mit leichten Auswaschungen in Five-Pocket-Form gibt es schon. Hergestellt ohne exorbitantem Wasserverbrauch, ohne Einsatz von giftigen Chemikalien. hessnatur verwendet für Dich ressourcen-schonend hergestellte Denim-Stoffe: Biobaumwollanbau, Waschungen und Konfektion sind in einem Land konzentriert, das Ökomode-Label verzichten auf Produktionstourismus. Die unbedenklichen Indigofarbstoffe klärt hessnatur nach den GOTS-Richtlinien aus dem Abwasser. Das Unternehmen verzichtet auf gentechnisch modifizierte Materialien und hält strenge soziale Standards für alle Arbeitskräfte ein.

Giftiger 80er Jahre Chic

Wer hingegen in den 80ern zur Schule gegangen ist, erinnert sich an meine Tante, die war eine moonwashed Jeans. Für diese damals so coole Jeans haben die Teenies Domestos genommen! Die Chlorbleiche haben sie meiner Tante aufgespritzt und sie dann gewaschen. Cool, fanden die das. Aber nicht ihre Mütter. Die haben entweder gemeckert, weil sie die Bleiche-Vorräte aufgebraucht hatten, oder wenn sie aus umweltbewussteren Haushalten kamen, kriegten sie die Hucke voll, weil sie das Zeug ins Haus schleppten.

Doch Chlorbleiche ist eine Chemikalie, mit der ich mich heute ganz bestimmt nicht behandeln lassen möchte. Und ich möchte keine Chlorreste in der Trommel der Waschmaschine wähnen oder sie ins Abwasser spülen lassen. Klar, das ist heute total out. Auch die gefährliche Sandstrahltechnik kommt bei hessnatur zum Glück nicht zum Einsatz. Bevor hessnatur mich, die Laserjeans, entwickelt hat, hat das Unternehmen eine wissenschaftliche Studie zum Einsatz neuer Technologien in der Jeansproduktion gefördert.

Marina Chahboune hat Modedesign studiert an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und der Helsinki Metropolia University in Finnland. Sie ist Gründerin und Chefredakteurin des Blogs Beyond Fashion und gehört zum „Grüne Mode“-Team von Kirsten Brodde. Für hessnatur hat sie in einer Studie alle umweltrelevanten Faktoren und den Ressourcenverbrauch unterschiedlicher Jeanswaschungen evaluiert. Sie dient hessnatur als Grundlage für die Entwicklung neuer, aktueller Jeansmodelle.

Wer gerne mehr wissen möchte, kann dazu den gestrigen Beitrag im WDR-Fernsehen anschauen.