Ich habe in meinem Schlafzimmer einen zweiten Kleiderschrank, der erinnert mich selbst an ein Museum: Ich habe im Lauf der Jahre so viele Sachen aufgehoben. Kleider, die ich zu bestimmten Anlässen getragen habe, oder aus denen ich aus bestimmten Gründen hänge. Zum Beispiel einen flaschengrünen Mantel von meiner Großmutter, original aus den sechziger Jahren. Den habe ich Mitte der achtziger Jahre von ihr geschenkt bekommen, da war ich noch ein Teenager. Die Motten hatten ein wenig in dem dichten Wollflor gehaust und der Nerzkragen war abgewetzt und für mich sowieso unhaltbar. „Omi, ich kann doch nicht mit einem Nerz herumlaufen!“

Daraufhin trennte meine Großtante, die Schneidermeisterin war, den Nerz kurzerhand ab und besetzte sowohl den Kragen als auch die Ärmel des Mantels mit einem Lammfellpelz. Das gefiel mir sehr gut. Den Mottenfraß hat die Tante von der Innenseite des Mantels zusammengezogen, so dass die Stellen bis heute kaum mehr auffallen. Dafür musste sie das Futter auftrennen. Was für eine Arbeit sie sich da gemacht hat! Das würde heute niemand mehr tun. Aber meine Großmutter und meine Großtante waren der Meinung die Qualität des Mantels sei die Mühe wert. Auf dem Schildchen steht „Wolle mit Mohair“. Ich höre noch die etwas theatralische Stimme meiner Großmutter: „Mohair, das ist mit echtem Mohair!“. Das war etwas ganz Besonderes. Und in der Tat, alle paar Jahre trage ich diesen Mantel mit dem klassischen Sixties-Schnitt wieder, und er ist immer noch sehr schön!

Diese Saison haben wir bei hessnatur einen Mantel aus reinem Mohair-Plüsch in der Kollektion, der ist auch zum Klassiker prädestiniert. Obwohl der edle Kurzmantel eine opulente Optik hat, die ihn zu einem richtigen Hingucker macht, ist er federleicht. Und kuschelig ist das Ganze! Ich glaube, ich muss ihn haben. Den kann dann in 15 oder 20 Jahren meine Enkelin tragen, wenn sie irgendwohin schick ausgeht. Die Materialqualität wird diesen Zeitraum jedenfalls spielend überleben.

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