Die drei Finalisten des Humanity in Fashion Awards haben hier im Palazza Italiano in Berlin jeweils einen eigenen Raum, um ihre Kollektion zu präsentieren.

Wer in den Raum von Gewinner Janosch Mallwitz kommt, fühlt sich wie in eine Industriezone versetzt: Auf einem Laufband über den Köpfen bewegen sich Flyer seines Labels LAST, ein Bügeleisen kurvt auf einem Fließband von links nach rechts, in einer Art Miniaturlandschaft drehen sich unzählige Maschinenmodelle. Dazwischen Europaletten mit gepressten Textilien und als eine Art Ruhepol drei Kleiderständer mit der Kollektion des 26-Jährigen aus Berlin.

Seine hier in Berlin gezeigt Kollektion im Rahmen des Fashion Awards zeigt Mäntel, Jacken, Pullover, Oberteile – wer jetzt klassische Schnitte und Ausstattungen erwartet, liegt allerdings falsch: Janosch‘ Modelle folgen einem urbanen Crossover-, teilweise dekonstruvistischen Stil mit weiten Linien; ein Mantel wird beispielsweise auf sein Innenfutter aus dichtem Wollwalk reduziert und wird damit zu einem ganz eigenen Modell, was aber noch als Mantel erkennbar ist. Modern und zeitgemäß auch ein Mantel, der im Foto oben abgebildet ist und aus dem Stoff der hessnatur-Wachsjacke genäht wurde.

Keine Frage, die Installation beeindruckt und zeigt, um es mit den Worten des Jungdesigners zu sagen, „Gestaltung als bewegten, globalen Prozess“. Viele Menschen würden sich bei einer Jacke für 80 Euro nicht fragen, wo sie herkommt, wie sie produziert wurde, aus welchem Material sie besteht. Das genau fordert Janosch. „Wir brauchen eine Textilproduktion mit Verantwortung“ und kommt auf das ihm sehr wichtige Thema Sozialstandards zu sprechen. Sei das gewährleistet – egal wo auf der Welt produziert werde – werde die Idee der Nachhaltigkeit auch greifbar. Wenn Janosch Mallwitz in den kommenden Monaten zusammen mit dem hessnatur-Designteam an seiner eigenen Capsule Collection für hessnatur arbeiten wird, hat er in dieser Hinsicht wortwörtlich gute Bedingungen.