Taquile – die Insel der strickenden Männer

Von den schwimmenden Inseln fuhren wir 2,5 Stunden weiter bis nach Taquile. Auch diese Insel hat etwas ganz besonderes, denn Taquile ist berühmt für ihre strickenden Männer, denen man überall auf der Insel begegnet. Unentwegt scheinen sie bei der Arbeit zu sein, egal ob alleine oder in Gruppen zusammen sitzend, wie wir sie auf dem Weg durch die Gassen gesehen haben.

Nach 45 Minuten steilem Aufstieg, der in der Höhe von 4000 Metern sehr anstrengend war, erreichten wir den Marktplatz der Insel. Dort hatten wir Zeit, die besonders fein gestrickten Mützen, Schals, gewebte Taschen und Gürtel anzusehen.

Im Jahr 2006 erhielt die Insel den Status als UNESCO-Welterbe, womit verhindert werden soll, dass diese Kunsthandarbeit verloren geht. Besonders bewundernswert ist, dass die rund 420 auf der Insel lebenden Familien autark vom Festland leben.

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Kommentare
  • Emma ,

    Hallo liebe Botschafterinnen,
    das Interview mit der Näherin hatte mir sehr gut gefallen. Macht doch auch mal ein Interview mit den strickenden Männern. Mich würde hier interessieren, ob es schon immer Tradition ist, dass Männer typische Frauenarbeit machen und was die Frauen darüber denken. Ist diese Insel besonders emanzipiert? Würde mir auch mehr strickende Männer in Deutschland wünschen.
    @Hess: Schön, diese direkte Kommunikation. Was das Internet alles so möglich macht..

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    • Botschafter ,

      Hallo Emma,
      leider kommen wir nicht nochmal auf diese Insel. Es war sehr schön dort und die Bewohner sind sehr gut organisiert. In der peruanischen Sichtweise gibt es das Wort Emanzipation nicht, sondern sie sehen es so, dass die Frauen und Männer unterschiedliche Fähigkeiten haben und deshalb jeder seine Kraft in die Dinge steckt, die er besonders gut kann und somit trotzdem Gleichberechtigung herrscht. In der Tradition dieser Insel sehen die Männer ihre Fähigkeiten im Stricken und tun dies nun seit vielen Generationen.
      Viele Grüße,
      Samira & Kathi

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  • KaRiBi ,

    Dieser Blog hat hohes Fremdschämpotential:

    „Gleichstellung von Frauen und Männern
    Perus Armutsproblem hat eine starke geschlechterspezifische Komponente. Die
    Teilnahme der Frauen an der Arbeitswelt ist gering, und ihr Zugang zu Gesundheit
    und Bildung nach wie vor unangemessen. Dies gilt insbesondere in ländlichen
    Gebieten, die von indigenen Bevölkerungsgruppen bewohnt werden.
    In Peru sind die indigenen Bevölkerungsgruppen und Frauen am stärksten von Armut
    betroffen.“
    wörtlich zitiert aus: Europäische Kommission: Länderstrategiepapier 2007-2013, download unter:
    http://www.eeas.europa.eu/peru/csp/07_13_de.pdf

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    • Botschafter ,

      Hallo!
      Schön, dass du das kritisch beleuchtest und dir weitere Informationen einholst. Wir berichten über das, was wir vor Ort sehen und in Gesprächen mit Einheimischen erfahren. Auf die Frage von Emma hin, haben wir uns mit einem Peruaner unterhalten, der uns sehr gerne die Sichtweise und Kultur der indigenen Bevölkerung zu diesem Thema erklärt hat.

      Katharina & Samira

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  • f.u.v.m. ,

    Zum kollektiven „Fremdschämen“ reicht manchmal auch ein einziger Kommentar. Man kann es den beiden Botschafterinnen wohl nachsehen, dass sie sich bei ihrer Schilderung erst einmal auf ihre Eindrücke vor Ort verlassen und nicht etwa Publikation der EEAS zu ihrer Gute-Nacht-Lektüre auserkoren haben. Die Einschätzungen der EU lassen sich ja – wie hier in bester Zitatenonkel-Manier gezeigt – ohne weiteres nachlesen. Aufschlussreich sind die allemal, müssen aber mit subjektiven Erfahrungen nicht zwangsläufig übereinstimmen. Es würde Sie überraschen, dass es – rein statistisch gesehen – auch in Deutschland mit der Gleichstellung nicht zum Besten steht. Ob das dann auch jede(r) so empfindet, ist natürlich etwas anderes. 🙂

    Ich freue mich jedenfalls weiterhin auf interessante Berichte der beiden – gerne auch ohne die Qualitäten des investigativen Journalismus. Einen kritischen Abschlussbericht wird es auch so geben.

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  • KaRiBi ,

    Ursprünglich sollte dieser Blog die Produktionsbedingungen von Hess Natur in Peru transparent machen. Peru, einem Land, indem Armut und Umweltzerstörung die größten Probleme für die Menschen darstellen. Jeder Zweite lebt dort in Armut, in ländlichen Gebieten sogar über 80% der Menschen. Viele Studien bestätigen einen sachlichen Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung, Armut und Krankheit. Ich hätte mir gewünscht, von einem Unternehmen zu hören, dass einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung in Peru leistet, das faire Löhne zahlt und Umweltschutz ernst nimmt. Stattdessen gibt es hier einen Reiseerlebnisbericht mit niedlichen Alpakafotos und naiv-subjektiv verklärten Meinungen. Bisher habe ich nur erfahren, dass Hess Natur den peruanischen Mindestlohn von 155 € für 48 Arbeitsstunden im Monat zahlt und das Hess Natur „daran arbeitet“ faire Löhne zu zahlen. Kritische Fragen der anderen Blogger nach Umweltschutz wie Abwasserkontrollen usw. werden oberflächlich-lapidar mit einem Hinweis auf die peruanische Gesetzgebung beantwortet. Aber gerade die Nicht-Einhaltung der Gesetze ist in einem Land mit mangelnder Rechtstaatlichkeit ein Problem. Emissionsgrenzen entsprechen nicht den internationalen Standards und werden ignoriert. So wurde z.B. die Stadt La Oroya im Jahr 2006 zu einem der 10 schmutzigsten Orte der Welt gewählt, 60% der Menschen dort haben Krebs und 90% der Kinder unter 10 Jahren werden geistige Behinderungen davontragen, weil Umweltschutzauflagen nicht eingehalten und Gesetze missachtet wurden. Gewaltsame, soziale Konflikte nehmen in Peru stetig zu. Im August 2010 berichtet der peruanische Ombudsmann schon von 250 Konflikten in Peru, deren Ursachen überwiegend sozio-ökologisch sind. Deshalb sollten verantwortungsvolle Unternehmen auf Selbstkontrolle setzen und bessere Sozialstandards haben. Ja, Katharina und Samira, es ist gut, wenn man sich zusätzliche Informationen einholt. Wenn man sich einer Wahl stellt, wird Verantwortung übertragen, egal wo. Das ist ein demokratisches Prinzip. Zu f.u.v.m.: Ich bin durchaus der Meinung, dass man sich auf so eine Reise mit Fachliteratur vorbereiten kann. Und warum wird in einem Kommentar ein kritischer Abschlussbericht angekündigt? Ist f.u.v.m. ein Mitarbeiter von Hess Natur? Ich nehme das Fremdschämen zurück, ersetze es durch Misstrauen und schließe mit den Worten von Niklas Luhmann: Gegen den Verdacht der Unaufrichtigkeit lässt sich mit Kommunikation alleine nichts mehr ausrichten.

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  • Dagmar Reichardt (hessnatur) ,

    Hallo KaRiBi,

    es ist super, dass Du so viel Wissen dieses Landes parat hast und dies uns und den Bloglesern hier reinspielst. Jeder geht mit anderen Augen an eine Sache heran. Dein Misstrauen spürt man deutlich. Die beiden 22jährigen Mädchen machen ihre Sache super, finde ich persönlich. Reingeworfen in ein Land, dass sie nie vorher sahen, konfronitert mit einem Produktionsmechanismus, den sie vorher nur auf dem Papier kennenlernten und mit einer Armut, der man sich auch erstmal stellen muss. Ich denke, das sollten die Leser hier – gemütlich am PC – bedenken. Denn: es ist alles live, was Ihr lest und spiegelt die Erlebnisse der Botschaferinnen wider.

    Es ist leicht, mal eben anonym einen kritischen Kommentar abzugeben, oder?! Wer weiß denn, was und wer hinter einem solchen Kommentar steckt? Anonym kritisiert sichs leicht. Ist da vielleicht auch Misstrauen angebracht?!

    Es ist gut, dass durch die Vielzahl der Kommentare auch vielfältige Aspekte, Fakten und Blickwinkel dazukommen. Deshalb danke sehr für das Auffüllen an Wissenswertem. Gerne mehr davon, aber gerne auch ohne den bitteren Beigeschmack.

    Übrigens: zu den Nachrichten von gestern zum katastrophalen Nicht-Erreichen der sog. Milleniumsziele: Da ist Misstrauen angebracht, oder?!

    Viele Grüße von der hessnatur-Texterin
    Dagmar Reichardt

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  • KaRiBi ,

    Ich möchte mich hiermit bei den beiden Botschafterinnen entschuldigen. Die Kritik war sicher zu hart, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die erste Reise nach Peru ein Schock sein kann. Ich kenne Peru seit Jahren sehr gut, habe dort gearbeitet, geforscht und viele Freunde gewonnen. Aber gerade deshalb hat mich dieser Blog interessiert. Ich wünsche mir nach wie vor mehr Informationen über die Produktionsbedingungen und Anstrengungen von Hess Natur in Peru. Mit Misstrauen kann ich leben, die Zahlen kann ich alle belegen, falls erwünscht. Übrigens sind in diesem Winter nicht nur Alpakas in Peru gestorben. 246 Kinder unter fünf Jahren sind erfroren! Bei so viel Leid gehen manchmal die Alpakas mit mir durch.

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    • Botschafter ,

      Hallo KaRiBi,
      vielen Dank für dein Verständnis.
      Wie du zurecht erkannt hast, sind wir von vielen Eindrücken überrollt worden. Wie du dir denken kannst, hatten wir bei einer Reise von 18 Tagen ein sehr straffes Programm und es wird wohl noch dauern, bis wir alle Eindrücke verarbeitet haben und uns ein objektives Bild von dem Gesehenen und Erlebten machen können.
      Die Reise war so ausgelegt, dass wir die ersten zehn Tage die textile Kette der hessnatur-Produkte aus Peru erkundet haben, zum Ende hin lernen wir jetzt Land, Leute und natürlich auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen. Heute ist bereits unser letzter Tag, wir haben uns trotz der kurzen Zeit hier in Peru immer bemüht unserer Aufgabe bestmöglichst nachzukommen.

      Viele Grüße aus Cusco
      Kathi & Samira

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