Vor einigen Tagen hat meine Kollegin Dagmar hier im Blog über die Abberufung von Professor Muhammad Yunus als Direktor der Grameen Bank berichtet, die von der bengalischen Regierung vorangetrieben wird. Seitdem gibt es weltweite Solidaritätsaktionen für den Friedensnobelpreisträger und Pionier des Mikrokreditwesens. Und: Der Supreme Court von Bangladesch hat jetzt die Anhörung um zwei Wochen aufgeschoben, bei der über die Abberufung beraten werden soll – „gute Nachrichten“, schreibt Hans Reitz vom Grameen Creative Lab dazu, „das gibt den Unterstützern weltweit mehr Zeit, um ihren Protest gegen die politisch motivierte Kampagne gegen Yunus zu organisieren.“

Als offizielle Begründung für die Entlassung von Yunus als Managing Director der Grameen Bank hatten die Regierungsverantwortlichen sein Alter angeführt; mit 70 Jahren sei erschon über das Rentenalter und damit nicht mehr rechtskräftig im Amt.  Yunus-Unterstützer und internationale Beobachter werten das allerdings als vorgeschobenen Grund für das Ziel der Regierung, die Grameen Bank zu verstaatlichen. Das würde die Unabhängigkeit des Instituts in Gefahr bringen, das aktuell von rund 75 % seiner Anteilseigner und Kunden, vorrangig Frauen, gehalten wird. Rund 25 % der Anteile an der Grameen Bank hat sich der Staat in der Vergangenheit bereits sichern können.

Jüngsten Berichten aus Bangladesch zufolge ist die Regierung im Vorfeld der Anhörung durch den Supreme Court bereit, einen „Kompromiss“ zu finden (wobei der Ausdruck meiner Meinung nach unpassend ist – ein Kompromiss ist wahrlich was anderes). Das könnte so aussehen, dass Yunus eine Art Ehrenvorsitzender der Grameen Bank wird, den Posten als Managing Director müsse er aber auf jeden Fall verlassen, wird der bengalische Finanzminister Muhith zitiert.

Derzeit formieren sich weltweit Initiativen, um Yunus zu unterstützen. So fand am 17. März vor der Botschaft in Bangladesch in Berlin eine Kundgebung statt. Bestseller-Autor Paulo Coelho  zeigt in seinem Blog Solidarität mit dem Friedensnobelpreisträger und schreibt „Die einzige Waffe, die wir haben und die Regierung von Bangladesch nicht, ist die internationale Aufmerksamkeit in den Medien und der Blick der Menschen nach Bangladesch“. Seinen persönlichen Protest gegen die Abberufung von Yunus kann man auch noch auf der Online-Petition-Seite kundtun.