Bevor wir gegen Abend Pisac im Heiligen Tal, auf angenehmen 2900 m Höhe erreichten, besichtigten wir Raqchi und Andahuaylillas.

Raqchi ist eine von Touristen weniger besuchte Ruinenstätte der Inka, in dessen Zentrum einst ein Tempel stand. Mit einer Höhe von rund 18 m, lässt dich die ehemalige Größe, vor der Zerstörung durch die Spanier, noch gut erahnen. Erstaunlich ist auch hier, wie bei vielen Inkabauten, die lückenlose Anordnung der wahnsinnig großen Vulkansteine. Neben des Tempels wurden rechtwinklige Wohnsiedlungen angelegt, die nach dem Stand der Sonne ausgerichtet sind. Auf dem damaligen Marktplatz wurden Geschäfte getätigt und Kunsthandwerke, wie Webereien gefertigt. Die im Durchmesser acht Meter großen Silos wurden zur Erntezeit mit Lebensmitteln, wie Mais und Quinoa gefüllt. Diese Silos wirkten wie Keller, dunkel und kühl waren die Vorräte lange haltbar. Die perfekt durchdachte Anlage hat uns sehr beeindruckt und wir sind gespannt, ob der Machu Picchu das noch übertreffen kann.

Im Dorf Andahuaylillas besuchten wir die gleichnamige Kirche, die nur mühsam vor dem Verfall bewahrt wird. Auf den Grundmauern der Inkas erbauten die Spanier mithilfe der indigenen Einwohner eine prachtvolle barocke Kirche, die zu den schönsten Kirchen Perus zählt. Besonders die mühevoll bemalten Decken beeindruckten uns und doch war es komisch, nach den Eindrücken der Inkas, eine christliche Kirche zu besuchen.

Nach insgesamt sieben Stunden Fahrt, kamen wir in Pisac an. In dem schönen Hotel direkt am Marktplatz ist die Atmosphäre sehr freundlich und wir freuen uns darauf, morgen die Stadt zu erkunden.