Schulkleidung – Pioniere aus Thüringen

In meinem ersten Beitrag über unser Engagement für eine verbindende Schulkleidung an deutschen Schulen habe ich versucht zu erklären, was hessnatur hier tut, warum wir es tun.

Nun möchte ich etwas konkreter werden und wie versprochen die erste Schule vorstellen, die sich schon Ende 2007 für eine gesunde und faire Schulkleidung entschieden hat: die Bergschule St.Elisabeth im Heilbad Heiligenstadt. Die christliche Schule aus dem Eichsfeld (wunderschönstes Thüringen!) hat uns von Anfang an tatkräftig unterstützt. Wir haben uns besucht und beraten, Optionen und Restriktionen zusammen getragen, Schüler- Workshops organisiert und abends mit dem schulischen Projektteam weiter diskutiert. Nur so konnte die aktuelle hessnatur Schulkleidungs-Kollektion aus 15 Artikeln in 8 verschiedenen Farben entstehen.

Ein großer Lacher war übrigens meine unbedachte Formulierung beim ersten Besuch in der Schule. Ich wollte meiner Begeisterung mal so richtig Nachdruck verleihen und lobte die Schüler und Lehrer als absolute „Pioniere“ im Projekt. Diese Bezeichnung weckte allerdings eher großes Schmunzeln aufgrund eindeutiger Assoziationen mit Ernst Thälmann, anstatt meinen Enthusiasmus zu unterstreichen. Naja, verstanden haben wir und trotzdem von Anfang an…

Gerade im Vergleich mit anderen Schulen wurde mir hier auch zum ersten Mal klar, warum genau hier gesellschaftlicher Wandel Wirklichkeit werden kann, und warum man sich anderenorts manchmal schwer tut: Wo Lehrer und Eltern eng und offen zusammen arbeiten, wo Schüler von Beginn an mit eingebunden werden, da hat die Vision einer gemeinschaftlichen Kleidung den richtigen Nährboden. In Schulen dagegen, die ausschließlich auf die Unterstützung und das Tun von hessnatur warten, gerät die Entwicklung und Überzeugungsarbeit immer wieder ins Stocken.

Noch immer meldet sich die Projektleiterin Ulrike Plath regelmäßig bei uns und berichtet uns über neue Entwicklungen und Ideen zur Schulkleidung – eine wertvolle Verbindung, um gemeinsam zu wachsen und zu lernen! Auf der Homepage der Schule finden Interessierte auch Erfahrungsberichte, die einen lebendigen Einblick in Sachen Schulkleidung geben.

Und so ganz nebenbei hat die „Europaschule“ & „Schule ohne Rassismus“ gerade die vierte Zertifizierung erreicht: Das anspruchsvolle Qualitätszertifikat EFQM. Herzlichen Glückwunsch! hessnatur ist wirklich stolz, mit solchen vorbildlichen Schulgemeinschaften zusammen zu arbeiten.

Demnächst noch mehr über unsere tollen Schulen: Die Bugenhagenschulen Hamburg, die Schrenzerschule Butzbach, Die IGS Kandel, die Wilhelm-Raabe-Schule Hannover, die Freie Waldorfschule Buxtehude, und viele mehr!

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Kommentare
  • tonia ,

    hallo, ich muss hier mal loswerden, dass ich die idee von der hess-natur-schulkleidung ganz famos finde! Ich hoffe, dass sich viele, viele schulen dafür begeistern werden! alles gute für das pröjekt und viele grüße von tonia

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  • Dagmar(hessnatur) ,

    @Jan: erzähl uns doch bitte noch mehr von der „Schule ohne Rassismus“ und der „Europaschule“. Das klingt megaspannend und wegweisend! Hat die Zertifizierung auch etwas mit gemeinsamer Schulkleidung zu tun?

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  • Rudi Haase ,

    Hallo Dagmar,
    die Auszeichnungen „Europaschule“ und „Schule ohne Rassismus“ trägt unsere Schule schon einige Jahre und hat – zunächst – nichts mit der Einführung der Schulkleidung zu tun. Will eine Schule „Europaschule“ werden, muss man sich bein Land bewerben; man legt die Aktivitäten vor, die die Schule herausheben aus der Masse der anderen Schulen, Aktivitäten, die halt „europäisch“ sind. Bei uns waren das z. B. Austauschprogramme in Ost- und Westeuropa, ein für Thüringen aussergewöhnliches Angebot an Fremdsprachen, Ausstellungen, Vorträge, Fremdsprachenassistenten, Native-Speaker als Lehrer usw. Zwei Mal bekommt man den Namenszusatz auf Zeit; beim dritten Mal wird er bis auf Weiteres vergeben. Dann hat man gezeigt, dass die Aktivitäten dauerhaft und nachhaltig sind, und keine Show, um einen Titel einzuheimsen.
    „Schule ohne Rassismus“ funktioniert so ähnlich. Unsere Schule macht mit bei „Aktion Courage“. Darüber liefen und laufen Aktivitäten, die die Toleranz der Schülerinnen und Schüler verstärken sollen. Sicher kann keine Schule von sich behaupten, dass nirgens und nie auch ein Funke Rassismus in ihren Mauern vorkommen kann, aber wir sind willens auf der einen Seite Toleranz zu fördern und auf der anderen Seite Verstösse ohne wenn und aber zu verfolgen, nichts unter den Teppich zu kehren und – in diesem Punkt eben – „Zero Tolerance“ zu zeigen.
    Natürlich sind diese Bestrebungen auf einer Linie und werden heute gebündelt in der AG Vision Eine Welt. Hier geht es auch um Partnerschaften in Afrika, die wir unterstützen durch einen Basar und einen Hungermarsch. Hier wird gelernt: WIr haben Verantwortung, hier und auf der ganzen Welt, da wo wir aktiv werden (können).
    Die EInführung von Schulkleidung passt in diese Bemühungen: auf der einen Seite als „weg vom Markenwahn“, Einheit in Vielfalt usw., auf der anderen Seite aber auch die Frage „Was ziehe ich da an“, „wer hat das gemacht“, „Welche Chemie steckt darin“. Es wäre für uns als engagierte Katholische Schule, Europaschule ohne Rassismus, eine Katastrophe, wenn wir eine Schulkluft einführen würden, die irgendwo auf diesem Planeten von Kindern gemacht worden wären, die nciht die Möglichkeit haben zur Schule zu gehen. Es darf nciht billig um JEDEN Preis sein.

    Ich hoffe, dass ich Dir hier eine Antwort auf Deine Fragen geben konnte; ansonsten: gerne weiter fragen!

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