Wenn ich Ihnen jetzt erzähle, dass ich hier in Dhaka Sauerkraut gegessen habe, halten Sie mich für durchgeknallt. Nun, Sauerkraut gab´s auf einem Empfang am Rande der German Tradeshow, ausgerichtet von der Bangladesh German Chamber of Commerce & Industry. Hier werde ich an einem Panel zum Thema Umsetzung von Sozialstandards in Bangladesch teilnehmen. Wird bestimmt spannend.

Heute habe ich Prof. Yunus, den Friedensnobelpreisträger, über Social Business referieren hören. Yunus ist ein absoluter Sympathieträger für Bangladesch. Was sagte eine Bengalin zu mir? „Es ist schwer zu ertragen, dass bei unserem Land jeder nur an Bettler und Überflutungen denkt.“ Stimmt, es ist tragisch, dass dieses Land kein besseres Image hat. Bangladesch betreibt meines Wissens ca. 80% seines Exports mit Textil-Produktion. Und hat bei der Umsetzung der ILO-Konventionen – den Richtlinien der Internationalen Arbeitsorganisation – einfach keinen guten Ruf. Morgen treffe ich Nazma Akter, die maßgeblich an der Durchsetzung zur Erhöhung der Mindestlöhne mit gewirkt hat.

hessnatur hat ja in Bangladesch nur einen Produktionsstandort: Grameen Knitwear. Hier ist für uns sichergestellt, dass „sozial sauber“ und nach unseren hohen Ökostandards produziert wird. Mein Besuch vor Ort konnte  mir das wieder bestätigen. Modernste Maschinen zur Färbung und Ausrüstung, saubere und vernünftige Arbeitsbedingungen für die Näherinnen mit korrekten Fluchtwegen etc. findet man dort vor. Den Lagerbrand, den es hier Anfang des Jahres gegeben hatte, habe ich natürlich auch angesprochen. Wir waren damals erschrocken und besorgt. Aber der Brand war im Garnlager an einem Freitag ausgebrochen. Und freitags ist hier Sonntag, quasi. Auf jeden Fall war Gott sei Dank kaum einer dort, der Brand konnte gelöscht werden, ohne dass größerer Personenschaden entstand. Man kann heute keine Spuren des Brandes mehr entdecken. Aber es zeigt auch, wie wichtig „health & seafety“  in Nähereien ist.

Später war ich noch im Grameen Head Office und habe mich u.a mit Nurjahan Begum getroffen, der Direktorin von Grameen Shikka. Sie wissen ja, dass hessnatur von jedem bei Grameen produzierten T-Shirt einen Teil des Erlöses an dieses Förderprojekt für Studenten aus armen Verhältnissen abführt. Ein echter win-win also.

So, genug für heute. Ich gehe jetzt was essen. Reis natürlich.