Der Präsentationsraum von Anja Umanns Kollektion Umasan, einem veganen Label, dass Mode ohne tierische Fasern kreiert, gleicht einem Meditionsraum. Ruhige, meditative Klänge, weiße Kiesel und Erde auf dem Boden, Stimmungsbilder auf einen weißen Stoff projiziert, ein wahrer „Ruhepol im Modewirbel“, wie die aus Dresden stammende Designerin ihre Kollektion auch selbst beschreibt.

Die Überzeugung für ein veganes Modelabel kommt aus eigenem Antrieb: Anja ist Veganerin und davon überzeugt, dass Kleidung auf veganer Basis möglich ist – gefertigt aus rein pflanzlichen Fasern und ohne Einsatz von synthetischen Stoffen, „wichtig für die ökologische Komponente der Kollektion“, wie sie betont. Das Ergebnis sind sehr softe, hautfreundliche und fließende Stoffe.

Materialien, die hier zum Einsatz kommen, sind beispielsweise Bio-Baumwolle und Proteinfasern und Soja und Bambus, die in Nassspinnverfahren gewonnen werden, „ähnlich wie bei der Produktion von Viskose.“ Chemische Zusatzstoffe seien dabei aber tabu.

Ihre Kollektion für Damen und Herren ist vielfältig, reicht von Casual (einem Organic Cotton-Hoodie, der mir unheimlich gut gefallen hat) bis hin zu klassischen Blazern und Accessoires. Was sie eint, ist die Handschrift, der Stil – angelehnt an das traditionelle Yoga mit klaren, ruhigen Linien und praktischen Schnitten. „Die japanische Schnittästhetik ist eine ganz andere wie die in Europa, die von italienischen Designern beeinflusst ist“, weiß Anja zu erzählen. Durch Aufenthalte in Japan und ein Praktikum bei Yamamoto hat sie diese Ästhethik kennenlernen können und für Umasan umgesetzt. „Jedes Teil soll von Grund auf bequem und alltagstauglich sein, und das für verschiedene Anlässe“, erklärt sie.

Diese Philosophie spiegelt sich auch in ihrer Präsentation wider. Es ist ruhig, unaufgeregt, besinnlich – zum ganzheitlichen Bezug ihrer Mode würde eben auch keine Catwalk-Show passen, „Slow down“ eben.