Über unsere Ausstellung „Hidden in Natur“, mit der wir im September 2008 in New York auf der Fashion Show präsent waren, hatten wir ja schon ausführlich berichtet. Dazu gibt es auch auf unserer Homepage immer noch Informationen (es lohnt sich hier noch mal nachzulesen).

Anlass, das Thema für den Blog wieder anzupacken, ist, dass wir hier an unserem Standort in Butzbach einige Skulpturen ausgestellt haben. Da wir für die Mitarbeiter und Besucher Informationen zu den einzelnen Figuren zusammengestellt haben, möchten wir diese Infos unserer Community  natürlich nicht vorenthalten und die Skulpturen im Einzelnen in einer kleinen Reihe vorstellen.

Circulo Annual, die Figur der Jahresringe, die in unserem Laden in Butzbach steht, hatte ich bereits im Blog beschrieben. Für heute habe ich mir eines meiner persönlichen Lieblingsstücke, den Philodendron, vorgenommen und mir überlegt, was mich speziell an dieser Skulptur so fasziniert.

Die militärische Haltung des Mannequins und die dunkelgrüne Farbe des Kleides können es nicht sein – auch nicht die Pflanze an sich. Jedes für sich genommen ist nicht mein Fall. Ich denke, es ist einfach die geniale Idee von Miguel Adrover, diese Pflanze als Vorbild für das Kleid zu nehmen – den Philodendron mit seinen riesigen Blättern, den ausdrucksstarken Blatträndern und den kräftigen Rispen. Ein Kleid, das den Menschen vor den schädlichen Einflüssen der Natur beschützen soll. Hervorragend umgesetzt mit der Wahl des Materials und der Schnittführung. Zwei Lagen verschiedenfarbiger grün-brauner Merinowolle in der Form der Philodendronblätter umhüllen das Mannequin aus Pappelholz. Blattränder und Rispen sind mit der Hand bestickt und eingefasst. Gefüttert wurde das Kostüm mit organic silk, pflanzengefärbt und gebatikt. Und in New York bekam das Kunstwerk noch eine zusätzliche Komponente – es stand in einem Kasten gefüllt mit Erde.

Mich spricht diese Skulptur total an und jedes Mal beim Vorbeigehen muss ich das Kleid oder das Holz anfassen und über die handwerkliche Arbeit staunen …

Das geht, glaube ich, auch vielen anderen Mitarbeitern so, obwohl natürlich hier im Haus immer wieder über Gefallen- oder Nichtgefallen diskutiert wird und auch manche mit dieser Art der Kunst nichts anzufangen wissen. Wenn wir aber mit der Kunst – in welcher Form auch immer – provozieren oder zu Diskussionen anregen, ist doch schon ein Zweck der Kunst erfüllt. Nebenbei: das Provozieren müssen wir aber noch richtig lernen, da sind uns andere weit voraus. So hat zum Beispiel Matthias Schenk vom Schloss Freudenberg bei einem seiner letzten Besuche bei uns die Skulpturen einfach umgestellt – mitten in die Laufwege der Mitarbeiter –, so dass man nun wirklich nicht mehr dran vorbei kommt sich damit auseinander zu setzen.