Öko-Test = mangelhaft?

Nachdem das Thema ÖkoTest bei uns im Blog in den letzten Tagen reichlich für Gesprächsstoff sorgte,  möchte ich noch mal ganz prominent auf den Artikel in der Natur & Kosmos hinweisen, der sich sehr kritisch mit dem ÖkoTest-Magazin auseinandersetzt. In der Pressemeldung von Natur & Kosmos heisst es dazu:

Wie ‚öko‘ ist Öko-Test?

Das Öko-Test-Etikett wird von vielen Verbrauchern als Bio-Siegel wahrgenommen, obwohl es keines ist. Auch die Tests des Magazins lassen Fragen offen und geben zuweilen Grund zur Skepsis. Das reicht bis zur persönlichen Befangenheit eines Testers. Immer mehr Menschen fragen sich: Wie öko ist Öko-Test? 

Kritiker monieren seit langem, dass Öko-Test oft nur einzelne Schadstoffe untersucht, ohne das Gesamtbild im Auge zu haben – bei Lebensmitteln z.B. die Tatsache, ob sie aus ökologischem Anbau stammen oder nicht. So können etwa Schweinswürste aus konventioneller Produktion, bei der die Tiere in engen Boxen mit Spaltenböden gehalten werden, mit dem Etikett „Öko-Test sehr gut“ geschmückt werden, wenn sie die spezifischen Testkriterien erfüllen.

Vergaloppiert haben sich die Öko-Tester auch beim Test „Energiesparlampen“, der von Experten des  Öko-Instituts und der Deutschen Energie-Agentur einhellig verrissen wurde: zu kurze Testdauer, zu viele Billigprodukte im Test; dafür ein Urteil, das Energiesparlampen in Bausch und Bogen verdammt. Auch in anderen Fällen wurde Öko-Test dem Thema nicht gerecht – etwa wenn bei Zahnpasten zwar die An- oder Abwesenheit einzelner Schadstoffe bewertet wird, nicht jedoch die Wirksamkeit. 

Der Artikel  beleuchtet auch die Auseinandersetzungen, die Öko-Test mit der Stiftung Warentest sowie mit dem Deutschen Presserat führt. Hinterfragt wird außerdem die Eigentümerstruktur des Magazins, bei dem Jürgen Stellpflug als Geschäftsführer der Öko-Test Verlag GmbH sowie als Anteilseigner der Öko-Test Holding AG, Chefredakteur, Herausgeber und Verleger in einer Person ist – was zu Zielkonflikten führen kann.

Artikel als PDF unter: http://www.natur.de/news/archiv/2875/oekotest.pdf

Spannende Unterhaltung!

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Kommentare
  • ulrike ,

    Danke, dass ihr dieses leidige Thema nochmals aufgegriffen habt!! Ökotest ist Verbraucherverdummung !! Ich werde meine Energie einsetzen, um im Freundes -und Bekanntenkreis Aufklärungsarbeit zu leisten!!!

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  • SH ,

    Trotzdem ist Ökotest für mich eine wichtige Hilfe bei der Bewertung von Produkten. Als Mensch mit vielen Allergien bin ich dringend auf solche Informationen angewiesen. Andere Quellen klären mich darüber auf, ob ein Produkt umweltschonend produziert wird. Ich verlasse mich bei der Auswahl von Produkten nie nur auf eine Informationsquelle.

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  • Tina Otte (hessnatur) ,

    Ohne Frage hat der Ökotest bereits viele Hersteller dazu gebracht ihre Produkte, vor der Freigabe für den Verkauf, in Bezug auf Schadstofffreiheit besser im Auge zu behalten. Dies jedoch eher aus marketingrelevanten als aus ökologischen Gründen. Dass das für ein ökologisch sinnvolles und nachhaltiges Wirtschaften nicht ausreicht, weiß inzwischen doch Jede/r!

    Während in vielen Bereichen die Verwendung des Wortes „Bio“ oder „Öko“ reglementiert wurde, um eine Verbrauchertäuschung zu vermeiden, bietet der Ökotest immer noch die Möglichkeit, Produkte mit diesem Begriff zu bewerben, durch das „Ökotest-Label“. Dies obwohl teilweise überhaupt kein ökologischer Hintergrund gegeben ist, oder sogar synthetische Stoffe enthalten sind, die nicht als Testkriterien aufgenommen wurden (z.Bsp. Parabene bei der Kosmetik). Trotz häufiger Kritik, vor allem seitens der Biobranche, wird stoisch bei der einst eingeschlagenen Linie geblieben.

    Das Konzept ist, wie man/frau sieht, wirtschaftlich erfolgreich, denn neben dem Verkaufspreis der Hefte und der Anzeigenwerbung muss auch die Verwendung des Siegels teuer bezahlt werden (clever durchdacht).

    Die Verunsicherung der Verbraucher erlebe ich im Verkauf immer wieder, berechtigt!
    Warum ist ein billiges konventionelles Produkt genauso als „sehrgut“ bewertet, wie ein aufwendig unter ökologisch sinnvollen Kriterien hergestelltes?

    Die Kriterien sind für ein Zeichen, dass sich „Öko“ auf die Fahne schreibt sehr willkürlich und unvollständig ausgewählt. Ein konventionelles Produkt dürfte doch im Sinne der angewandten geltenden Ökoverordnung höchstens „befriedigend“ sein, oder???
    Alles andere ist nur Augenwischerei und verunsichert sogar den ökologisch orientierten Verbraucher der in dieser Richtung Aufklärung von unabhängiger Seite sucht.

    Von daher würde ich sogar sagen: „Thema verfehlt!“

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  • Nicole ,

    Jürgen Stellpflug wird in der Sendung von Johannes B. Kerner am 16.4. sprechen zum Thema „Vergleich: Pflegeprodukte vom Discounter, Markenprodukte und Naturkosmetik“. Kosmetikprodukte vom Discounter ist auch Thema im aktuellen Ökotest.

    Wer die Redaktion über die Arbeitsweise von Ökotest aufklären möchte, oder keine Fernsehwerbung für ein Heftchen in GEZ-finanzierten Sendungen wünscht, wende sich an die Zuschauerredaktion des ZDF oder direkt an jbk@zdf.de.

    Emails an die Zuschauerredaktion des ZDF werden in die interne Bewertung der Sendung mit aufgenommen.

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  • Tina Otte (hessnatur) ,

    Gestern bei Johannes B. Kerner war wieder ganz deutlich zu bemerken, dass seitens des Ökotestes überhaupt kein Interesse daran besteht einem ökologisch nachhaltigen Wirtschaften in irgendeiner Form bei den Bewertungsgrundlagen Raum zu geben. Ganz im Gegenteil blieb sogar der Zweifel unerwidert, ob es überhaupt Sinn macht Naturkosmetik zu benutzen.

    Ich finde das sehr ärgerlich, da es eine Bewegung, die sich seit Jahrzehnten erfolgreich für ein besseres Umweltbewusstsein einsetzt, regelrecht versucht zu disqualifizieren.

    Bei dieser Show geht es ja nun vorrangig darum, Menschen die Gelegenheit zu geben sich darzustellen. Herr Stellpflug glänzte mit seinem Wissen über Inhaltstoffe in der Kosmetik. Die ökologischen Grundgedanken, bei denen es um eine ganzheitliche Sicht der Dinge in Richtung langfristig besseres Miteinander von Mensch und Umwelt geht, scheinen bei ihm überhaupt noch nicht angekommen zu sein.

    Ich frage mich also immer wieder: Was hat diese Zeitschrift mit „Öko“ zu tun???

    Es sollte einfach nur draufstehen, was drin ist, nämlich: „Schadstoff-Test“!!!

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