Vor rund einem Jahr wurde in Bad Blumau in Österreich das so genannte „Bad Blumauer Manifest“ vorgestellt – ein Thesenpapier, das aufzeigt, wie ein nachhaltiger Weg aus der Wirtschafts- und Finanzkrise möglich ist. Mittlerweile „strahlen“ die Gedanken des Manifestes auch über Österreich hinaus – und so habe auch ich vergangene Woche am einjährigen Manifest-Jubiläum teilgenommen.

Mit dabei waren Sonnentor-Chef Johannes Gutmann, Robert Rogner junior von den Rogner-Tourismus-Betrieben, Josef Zotter von der gleichnamigen österreichischen Schokoladen Manufaktur, Julia Fandler  von der Ölmühle Fandler und Ernst Gugler  vom Kommunikationsunternehmen Gugler. Wir haben die Forderungen nach einem nachhaltigen Wirtschaften vertieft und darüber mit Journalisten gesprochen. Am Abend wurde das Manifest im Rahmen einer Podiumsrunde mit Interessierten diskutiert.

Der wichtige Erweiterungspunkt für mich als Unternehmer: Wir fordern die Besinnung auf kleinere, mittelständische Einheiten. Ebenfalls Thema der Diskussion waren die Rolle der Banken in Zeiten von Basel II und die Schwierigkeiten von kleinen und mittelständischen Unternehmen, Finanzierungen zu bekommen. Denn im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise ist das für viele Unternehmer nicht einfach. Insbesondere dann, wenn Unternehmen und Marken in größere Konzerne oder gar internationale Strukturen eingebunden sind. Dass das ungesund sein kann, haben wir in den vergangenen Monaten seit September 2008 erlebt. Auch ich kenne von der Arcandor-Krise her die Schwierigkeiten, die in solchen Systemen ausbrechen können.

Was motiviert einen Kaufmann, an einer solchen Grundsatzdiskussion wie dem Bad Blumauer Manifest mitzuwirken? Für mich ist es wichtig, nicht nur in Deutschland zu wichtigen Themen eine Position einzunehmen, sondern auch in Österreich. Dort sind wir auf dem Markt  und auch dort wollen wir wirtschaftlich nachhaltig arbeiten. Die Motivation für ein „anderes“ Wirtschaften ist in Österreich ebenso spürbar wie hierzulande.

Die Prinzipien machen dabei den Unterschied: Ich kann kurzfristige Gewinnoptimierung ohne Rücksicht auf mögliche Folgen – welcher Art auch immer – im Blick haben. Das scheint leider der Trend zu sein, denn ich stelle fest: Weite Teile der Wirtschaft haben ihren ursprünglichen Auftrag aus den Augen verloren. Unternehmer sollen ja in erster Linie etwas im wortwörtlichen Sinne „unternehmen“. Aber viele Unternehmen steuern nur auf das „schnelle Geld“ hin und fühlen sich dem Shareholder Value verpflichtet.

Aber es geht auch anders: Und zwar so zu wirtschaften, dass unternehmerische Entscheidungen den nachhaltigen Konsum im Blick haben. Dass Rücksicht auf Mensch und Natur genommen wird, dass Konsequenzen aus dem Handeln abgewogen werden. Dass das funktioniert, hat ja unser Gründer Heinz Hess schon bewiesen. Und auch in den vergangenen anderthalb „Krisen“-Jahren haben wir uns dank konsequenter Qualitätsphilosphie mit nachhaltigen Produkten gut weiterentwickelt.

Es war schön, in Bad Blumau alte und neue Gleichgesinnte wiederzutreffen bzw. neu kennenzulernen. In diesem Umfeld habe ich auch neue Partner für hessnatur gewinnen können, mit denen wir in Zukunft zusammenarbeiten werden. Dazu gehören die Schokoladenfabrik Zotter (darüber habe ich hier im Blog schon mal berichtet), die Firma Sonnentor und das Hotel Rogner Bad Blumau. Ich bin gespannt auf die Zusammenarbeit und die gemeinsamen Wege, die unser Wirtschaften und Unternehmertum weiter nachhaltig verändern können.