hessnatur steht für Naturfasern, die ökologisch rein und sozial fair gewonnen und verarbeitet werden. Und das seit 40 Jahren. Das erste Bio-Baumwoll-Anbauprojekt hat Heinz Hess 1991 ins Leben gerufen – seitdem sind viele Jahre vergangen. Inzwischen werden alle 100%-Baumwoll-Modelle aus reiner Bio-Baumwolle gefertigt. Auch Bio-Merinowolle, Rhönschafwolle, Hessen-Leinen und vieles mehr ist inzwischen Teil der Kollektionen geworden – zuletzt kam im Herbst 2015 die erste Chemiefaser Modal, hergestellt aus fsc-zertifiziertem Buchenholz in Österreich, hinzu.

Damit war ein weiterer Meilenstein in der hessnatur Geschichte erreicht. Fasern, die mit einer herausragenden Öko-Bilanz hergestellt werden und unsere Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, gehören nun auch auf die Agenda des Unternehmens. Die Entwicklung neuer, umweltschonender Materialien ist also zu einem neuen Schwerpunkt geworden – ohne die Naturfasern in den Schatten zu stellen. Recycled Polyester gehört seit der aktuellen Kollektion Herbst/Winter 2016 zu dieser neuen hessnatur Faserfamilie, denn durch seine Herstellung zählt es zu den nachhaltigsten Fasern. Der Grund dafür: Der Rohstoff sind gebrauchte PET-Einwegflaschen. Also Müll! Flaschen, die ihren Daseinszweck erfüllt haben und aussortiert wurden.

Wir verarbeiten diese Flaschen, die ansonsten über 250 Jahre benötigen würden, um sich zu zersetzen, zu einem hochwertigen textilen Rohstoff. Das Ergebnis weist eine erstaunliche Öko-Bilanz vor: Recycled Polyester schneidet in Sachen Nachhaltigkeit ähnlich gut ab wie biologisch angebaute Baumwolle – vor allem im Wasserverbrauch. Plastik braucht Jahrhunderte, um sich zu zersetzen, es wird jedoch immer mehr davon produziert. Der Plastikmüll stellt weltweit ein massives Umweltproblem dar. Wir steuern dem entgegen mit den drei klassischen Ansätzen ökologisch verantwortlichen Handelns: Reduzieren – Wiederverwenden – Recyceln.

 

"Nachhaltigkeit bedeutet für uns, auch vorhandene Wertstoffe zu nutzen." Kristin Heckmann, Corporate Social Responsibility

 

Als nachhaltiges Unternehmen, das vor allem für Naturfasern bekannt ist, mussten wir natürlich abwägen, ob Recycled Polyester zu uns passt. Aufgrund der Umweltproblematik haben wir uns dafür entschieden. Da das Thema viele Fragen aufwirft, haben wir uns mit unserem Team Corporate Social Responsibility zusammengesetzt. Unsere Kollegin Kristin beantwortet einige Eurer Fragen, die uns bisher erreichten. Auch die Faire Daune spielt in den Fragen und Antworten eine Rolle, denn diese wird genau in diesen Modellen als Füllung eingesetzt. Wir freuen uns immer über das tiefgreifende Interesse an unseren Materialien und Herstellungsprozessen – daher beantworten wir auch sehr gerne weitere Fragen dazu.

Fragen & Antworten

  • Sind die Jacken aus recyceltem Polyester von hessnatur schadstofffrei und hautfreundlich?

    Die Jacken sind umfassend auf Schadstoffe und Hautfreundlichkeit geprüft worden und entsprechen in allen Werten unseren Anforderungen.

  • Lässt sich 100% Polyester als Außenmaterial mit den "Richtlinien und Standards" von hessnatur vereinbaren?

    Das recycelte Polyester das von hessnatur eingesetzt wird wurde umfassend auf Schadstoffe und Hautfreundlichkeit geprüft und die strengen Grenzwerte unserer Richtlinie wurden eingehalten.
    Wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch die Frage warum wir uns als Unternehmen überhaupt für ein solches Material entschieden haben. Die wachsenden Müllberge und vor allem der stetig wachsende Plastikmüll stellen ein sehr großes Umweltproblem in der heutigen Zeit dar. Als nachhaltiges Unternehmen haben wir uns entschieden, nicht wegzuschauen. Der Einsatz von recyceltem Polyester ist ein Ansatz und ein kleiner Schritt dem massiven Müllproblem durch sich bereits in der Umwelt befindlichem Plastik entgegenzuwirken.

    Außerdem erfüllt das Material viele nachhaltige Kriterien:

    • Es führt zu einer Reduzierung von Treibhausgasen, da dieses Plastik nicht verbrannt, sondern wiederverwertet wird.
    • Es wird kein neues Rohmaterial für die Herstellung verwendet.
    • Recyceltes PET hat so gut wie keinen Wasserverbrauch in der Herstellung.
    • Es ist durch die Not-for-Profit-Organisation MADE-BY in deren Faser-Benchmark in Kategorie A eingeordnet und somit sogar besser bewertet als Bio-Baumwolle.
  • Warum hat sich hessnatur entschieden den Weg zu gehen? Und wie lässt sich der Einsatz von Recycled Polyester mit der Ausrichtung eines Anbieters für Naturtextilien vereinbaren?

    Als nachhaltiges Unternehmen verstehen wir unsere Verantwortung als weitreichend: Wir müssen uns immer wieder fragen, welche neuen Herausforderungen entstehen und wo es neuer Lösungsansätze bedarf. Die Umweltbelastung, die wir durch die Plastikverschmutzung in der heutigen Zeit haben, hat es so bislang noch nicht gegeben und bedeutet leider eine massive Bedrohung verschiedener Ökosysteme! Hierfür Lösungen beziehungsweise Lösungsansätze zu finden sehen wir als unsere Aufgabe und ist Teil unserer ganzheitlichen Verantwortung.

  • Ist es für ein großes Unternehmen nicht eher ein Statement ganz auf "Plastik" zu verzichten?

    Einer der wichtigsten Nachhaltigkeitsgrundsätze lautet seit vielen Jahren: Reduzieren, Wiederverwenden, Recyceln! Die Reihenfolge steht in diesem Fall auch für die Prioritäten. Daher sollte die erste Priorität die Reduzierung von bzw. der Verzicht auf Plastik sein. Auf Plastik zu verzichten ist ein wichtiger Schritt - übrigens nicht nur bei der Kleidung. Im Bereich Nachhaltigkeit gilt es jedoch oft auch abzuwägen. Wir haben uns daher aufgrund der bestehenden Umweltproblematik von massiver Plastikverschmutzung entschieden, Recycled Polyester einzusetzen, um diesem Problem in einem kleinen Schritt zu begegnen. Am besten wäre es aber natürlich, es würde diese Plastikmüllberge gar nicht erst geben. Hier sind wir alle in unserem täglichen Konsumverhalten gefragt.

  • Wie wird sichergestellt/getestet, dass die Jacken unbedenklich sind?

    Das Material ist von externen Prüflaboren umfassend auf Umwelt- und Humantoxikologie geprüft worden. Es ist unbedenklich und entspricht in allen Werten unseren Anforderungen.

  • Ist geplant noch weitere Recycled Polyester Produkte anzubieten?

    Ja, wir planen dieses Material auch für kommende Saisons einzusetzen.

Stoffe aus Polyesterfasern sind ...
  • licht-und wetterbeständig
  • widerstandsfähig gegen klimatische Einflüsse
  • leicht
  • formbeständig und strapazierfähig
  • schnell trocknend
  • pflegeleicht
 
Stoffe aus Polyesterfasern sind ...
  • licht-und wetterbeständig
  • widerstandsfähig gegen klimatische Einflüsse
  • leicht
  • formbeständig und strapazierfähig
  • schnell trocknend
  • pflegeleicht
 

Mindestens 12 PET-Flaschen stecken in jeder Jacke ...

  • also eine Müllverwertung, die sich sehen lassen kann
  • unter geringem Energieeinsatz zerschreddert und bearbeitet, entsteht ein neuer, vielseitiger Polyesterfaden

Mindestens 12 PET-Flaschen stecken in jeder Jacke ...

  • also eine Müllverwertung, die sich sehen lassen kann
  • unter geringem Energieeinsatz zerschreddert und bearbeitet, entsteht ein neuer, vielseitiger Polyesterfaden
Wusstet Ihr schon?
  • eine Plastikflasche benötigt über 250 Jahre, um sich zu zersetzen
  • PET steht für Polyethylenterephthalat, ein Kunststoff der zur Herstellung von Kunststoffflaschen und Textilfasern verwendet wird
Wusstet Ihr schon?
  • eine Plastikflasche benötigt über 250 Jahre, um sich zu zersetzen
  • PET steht für Polyethylenterephthalat, ein Kunststoff der zur Herstellung von Kunststoffflaschen und Textilfasern verwendet wird

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Kommentare

Renate Magnescheff

20. November 2016

Mit großem Interesse habe ich durch Zufall die Mail ( Kritik von Plastiktextilien ) von L i s a vom 05.11.16 gelesen. Schon lange wundere ich mich, dass sie derartige Artikel in Ihrem Sortiment haben. Am Montag, den 14.11.16 um 23,30 Uhr im ARD “ Mode schlägt Moral “ wurde gebracht, dass man aus Plastikflaschen keine Jacken, Kleider, Taschen etc. fertigen soll. Man soll Plastik verbrennen, aber am besten ist es, derartiges Material gar nicht mehr herzustellen .
Ferner wußte ich auch nicht, dass das Material Ihrer Plastikjacken auch aus China kommt neben der Fertigung. Ich trage seit 20 Jahren nur Naturtextilien, deshalb hatte ich mich zuerst für Ihre Firma entschieden. Ich habe bemerkt, dass viele Neukunden, oftmals die konventionelle Textilien gekauft haben, sich für die Plastikvariante entschieden. Ich hoffe nicht, dass demnächst viele Artikel in der Form angeboten werden. In einer Mail las ich, dass sie nicht mehr die GLS Bank für Überweisungen haben, sondern die Commersbank. Warum ?
Ich bin sonst mit Ihren Produkten zufrieden.

Mit lieben Grüßen, auch an Ihr besonders freundliches Team, ( Telefonische Bestellung )
Renate Magnescheff

    22. November 2016

    Liebe Frau Magnescheff,

    schön, dass Sie sich auch auf diesem Weg mit unserem Sortiment auseinandersetzen.
    Der Vorschlag der Redakteure, Plastik nur noch zu verbrennen, belastet die Umwelt ebenfalls. Das Plastikmaterial, das für unsere leichten Daunenjacken genutzt wird, wird nicht extra für diesen Zweck aus Rohstoffen hergestellt und wenn es keine Flaschen mehr gibt, um textile Fläche daraus zu produzieren, dann wird es bei uns dieses Material auch nicht mehr geben.
    Diese Artikel sollen auch keinesfalls Artikel aus Naturmaterial ersetzen oder verdrängen. Die von Ihnen geschätzten Naturmaterialien werden wir weiterhin wie gewohnt anbieten.

    Mit besten Grüßen
    Ihr hessnatur Team

Arnd

20. November 2016

„Das Material ist von externen Prüflaboren umfassend auf Umwelt- und Humantoxikologie geprüft worden. Es ist unbedenklich und entspricht in allen Werten unseren Anforderungen.“ Exakt die gleichen Begründungen werden von der Plastikindustrie verlautbart und gleichzeitig verweigert sie die Auskunft darüber welche Chemikalien ihren Produkten beigemengt sind. Daher gibt es auch für Hessnatur keine Möglichkeit jegliche Freiheit von schädlichen Substanzen zu garantieren. Vom Abrieb während der Nutzung und während des Waschens ganz zu schweigen.
Ich kaufe bei Hessnatur weil ich mich nicht in Plastik- und in chemikaliengetränkte Kleidung hüllen möchte. Eine traurige Unternehmensentwicklung. Hessnatur reiht sich ein in die Riege vieler anderer konventioneller Bekleidungshersteller. Ich kann so etwas nicht unterstützen.

    22. November 2016

    Wir arbeiten seit vielen Jahren mit renommierten Labors zusammen, die nicht im Verdacht stehen Gefälligkeitsgutachten zu erstellen. Die Artikel, die wir aus diesem Material produzieren, sind Artikel, die bei normalem Gebrauch nicht häufig gewaschen werden müssen und daher auf diesem Weg die Umwelt nur minimal belasten. Von den Abläufen bei konventionellen Herstellern setzen wir uns auch weiterhin durch Sozial- und Umweltstandards und durch eine hohe Transparenz in der Produktion ab.
    Mit freundlichen Grüßen
    das hessnatur Team

Gertrud

19. November 2016

Auch ich bin sehr enttäuscht darüber, dass Plastik eingesetz und derart schöngeredet wird.
Weniger PET- Flaschen sollten das Ziel sein. Gute Recyclingverfahren animieren Verbraucher dazu, fragwürdige Produkte mit gutem Gefühl zu kaufen. Letztendlich werden dann immer mehr PET-Flaschen produziert.
Microplastikteilchen werden nicht nur beim Waschen abgerieben, auch beim Tragen reibt der Stoff und es gelangt Plastik in die Umwelt.
Interessieren würde mich, wie es zusammen passt, dass hessnatur in einem Katalog sowohl zu einem plastikfreien Leben aufruft als auch die Plastikjacke anpreist.
Plastikfrei passt zu dem Image von hessnatur! Schön, wenn das auch in Zukunft wieder für die Kollektion gelten würde!

    22. November 2016

    Wie wir schon in anderen Antworten auf Beträge feststellen, wird keine der Flaschen produziert, um dann bei uns zu einer Jacke verarbeitet zu werden. Die Polyesterfasern sind bereits produziert worden und haben ihren ersten Zweck bereits erfüllt. Solange Menschen aus Bequemlichkeit nicht bereit sind zur Pfandflasche zu greifen, werden wir uns leider mit dem Thema „PET-Flasche“ beschäftigen müssen. Gibt es keine Flaschen mehr, gibt es bei uns auch keine Artikel mehr aus Recycling-Polyester.
    Die Naturmaterialien sind weiterhin unser Hauptbetätigungsfeld.

    Beste Grüße
    vom hessnatur Team

Chr.

16. November 2016

Nur so ein Gedanke, und was ist mit demKleinstplastikpartikeln, die bei jeder Wäsche ins Abwasser gelangen? Von Umweltschonung kann man meiner Meinung nach nicht sprechen.

    18. November 2016

    Bei jeder Wäsche, bei jedem Material, wird durch mechanische Beanspruchung Mikroabrieb produziert, der mit dem Abwasser entsorgt wird. Daunenjacken werden in der Regel sehr selten gewaschen, das reduziert die Umweltbelastung auf ein Minimum.
    Freundliche Grüße
    das hessnatur Team

Sabine

16. November 2016

Die Dauenjacke auch Polyester kann ich akzeptieren, solange Kunstfasern aus der restlichen Kollektion verbannt bleiben. Ich schließe mich den vorangegangenen Kommentaren an, dass einer der Gründe für den Einkauf bei Hess Natur die Naturfasern sind und dass man nicht bei jedem Artikel suchen muss, ob Kunstfasern beigemischt sind. Aber ich erinnere mich auch an Daunenjacken früherer Kollektionen aus Baumwoll- oder Wollstoff , die schlicht zu dick und starr waren (vielleicht wäre Modal ja eine Alternative). In diesem Zusammenhang ein ausdrückliches Lob für Ihre Experimentierfreude im Hinblick auf neue Materialkombinationen wie T-Shirts mit Wollbeimischung und die neuen Shirts aus Modal mit Schurwolle, die zwar etwas empfindlich sind und leicht Fäden ziehen, sich aber besonders angenehm tragen. Auch der etwas modernere Look gefällt mir in den meisten Fällen gut. Ich hoffe, Sie bleiben Ihren „alten“ Materialen wie Wollwalk und Schurwollfleece trotz aller neuer Ideen treu und verwöhnen uns Kunden mit neuen modernen Designs und Farben bei diesen Klassikern.
P.S. Ihre neuen Kataloge gefallen mir gut, mich stören nur die Fotos von Bloggerinnen.
Deren Stilberatungsbeitrag ist für meinen Geschmack schon in zu vielen Zeitschriften präsent.

Dorothea

16. November 2016

Hallo liebes Team,
das sind zwar ganz nette Überlegungen. ABER, ich mag kein Polyester auf meiner Haut und überhaupt nicht in meinem Kleiderschrank, es nimmt leicht unangenehme Gerüche an und ist nicht angenehm zu tragen. Ich fand es immer super, dass bei Ihnen ausschließlich NATURprodukte verwendet wurden. Für meinen Teil kann ich nur sagen, ich möchte nicht in ein paar Jahren, weil die Zeit nicht stehenbleibt und man mit der Entwicklung mitgehen sollte…., dann doch in Synthetiks herumlaufen. Freundliche Grüße

    18. November 2016

    Liebe Dorothea,
    wir werden auch in Zukunft fast ausschließlich Artikel aus Naturfasern anbieten, besonders bei Artikeln, die direkt auf der Haut getragen werden. Zu den Jacken aus Recycled Polyester bieten wir sehr viele Alternativen an, die ausschließlich aus natürlichen Materialien hergestellt sind.
    Beste Grüße vom hessnatur Team

Christa

11. November 2016

und wo landet dann die getragenen Jacke??? das Problem ist doch nur verschoben. Die Produktion von Kunststoffgegenständen aus gebrauchten Flaschen finde ich grundsätzlich besser wie aus neuen Rohstoffen aber wenn ich eine Kunststoffjacke haben will dann kann ich die überall kaufen und wenn ich eine aus recycelten PE möchte bekomm ich sie auch in den meisten Sportgeschäften. Mich stört es gewaltig dass ich jetzt bei jedem Artikel schauen muss was für Materialien verwendet werden.
Gerade habe ich die Umfrage mitgemacht, leider gab es nur Fragen zur Präsentation der Artikel und nicht zur Auswahl und zum Stil. Vor einem Jahr habe ich wenigstens noch schöne T-Shirts gefunden vom derzeitigen Stil und den Farben bin ich leider sehr enttäuscht.

    14. November 2016

    Hallo Christa!
    Unsere Artikel werden entwickelt, um viele Saisons getragen zu werden. Recyceltes Polyester ist ein Material, das bei uns erst seit zwei Saisons in der Kollektion verarbeitet wird. Daher ist eine Antwort auf die Frage der Weiterverwertung hoffentlich noch weit in der Zukunft zu suchen.
    Generell ist getragene Kleidung ein wertvoller Rohstoff mit vielen Einsatzmöglichkeiten. In unserem Unternehmen wird dieses Thema in verschiedenen Abteilungen konzeptionell bearbeitet.
    Viele Grüße vom hessnatur Team

Lisa

5. November 2016

Ich empfinde bei Betrachtung der Qualität in Punkto Haltbarkeit, der Verwendung von (für mich zweifelhaften und nicht „natürlichen“) Materialien die Entwicklung von hessnatur in den letzten Jahren als Rückschritt. Ich war immer sehr zufrieden und begeistert von den NATÜRLICHEN Stoffen und, wie Alexander vor mir bereits schrieb, der Sicherheit, auch NUR diese in den Produkten zu finden. Die Lebensdauer und Qualität lassen zu wünschen übrig, regelmäßig und turnusmäßig wieder angebotene „gleiche“ Artikel werden vom Material her immer dünner, schlechter verarbeitet und damit „teurer“ als in den Jahren zuvor für eine bessere Qualität. Schade. Zudem wird die Artikelbeschreibung, gerade im Onlineshop immer unzuverlässiger und lückenhafter.
„Nachhaltig“ muss nicht natürlich sein und steht, besonders in der Verwendung von recycletem Plastik für mich für ein neues Ausmaß an euphemistischer Ignoranz und Grausamkeit gegenüber den Bedürfnissen unseres Planeten und (anscheinend zu wenigen) bewussten Menschen. Und genau das stört mich – und nebenbei bemerkt viele, mit denen ich mich über diese Problematik unterhalten habe, aufgrund derer hessnatur nun nicht mehr erste Wahl (wenn überhaupt noch) beim Textileinkauf ist. Egal wie gut recyceltes Plastik in ominösen „Nachhaltigkeits“-studien abschneidet, es ist und bleibt PLASTIK. Und das möchte ich aus meinem Leben so gut mir möglich heraushalten. Wenn man alleine die weitere Verschmutzung der Umwelt betrachtet, die beim Waschen dieser Textilien (und damit Herauslösen von Plastikartikeln auch in Mikrogrößen) unsere Gewässer noch zusätzlich belasten, ist die Reinwaschung „nachhaltig“ bereits blanker Hohn. Nicht zu vergessen die Verunreinigung und damit Verschwendung hochwertiger Naturfasern, die mit Materialien aus Plastik durchzogen und damit (für mich) untragbar werden.
Lügen Sie sich gerne selbst in die Tasche für ein nachhaltiges trendiges Image. Aber NEIN, Plastik, auch recycled, KANN keine Alternative sein. Erst recht nicht für „Pioniere“ im ökologischen Bereich.
Eine enttäuschte Kundin

    8. November 2016

    Hallo Lisa,
    vielen Dank für Deine ausführliche und umfangreiche Nachricht. Wir sind nicht der Meinung, dass die Qualität und Lebensdauer unserer Produkte nachgelassen hat. Es ist bedauerlich, dass Du eine andere Erfahrung gemacht hast. Es wäre für uns wertvoll, wenn Du uns an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt, nur so können wir etwas verbessern oder ändern. Wir haben hier im Kundenservice Spezialisten sitzen, die sich mit dem Thema Warenbeanstandung auseinandersetzen. Magst Du uns dazu vielleicht anrufen, denn in einem persönlichen Gespräch lässt sich das sicher besser klären und eine Lösung finden. Die kostenfreie Rufnummer ist 0800 – 911 3000, alternativ kannst Du uns auch eine Nachricht an dialog@hess-natur.de mit Deiner Telefonnummer senden, wir rufen gerne zurück.
    Das Thema Nachhaltigkeit ist extrem komplex. Wir wollen nicht immer nur schwarz-weiß sehen, Natur ist immer gut und alles was nicht aus der Natur kommt ist immer schlecht. Uns ist bewusst, dass sich manche Probleme nicht komplett lösen lassen, wir können aber dazu beitragen eine sinnvollere Lösung zu finden. Für die vorhandenen PET Flaschen gibt es mehrere Möglichkeiten: 1. in der Müllverbrennungsanlage zu verbrennen, mit allen Konsequenzen für die Natur, 2. auf der Mülldeponie lagern oder 3. wieder verwerten.
    hessnatur ist in vielen Dingen Vorreiter auf dem Markt, wir haben zum Beispiel tolle neue Materialien in unserer Kleidung verwendet wie Kapok oder einst Brennnesseln. Immer wieder haben wir jedoch auch festgestellt, dass uns in der Verwendung von Naturmaterialien Grenzen gesetzt sind. Einige Kundenwünsche haben wir erfüllt und im letzten Jahr zum Beispiel eine Daunenjacke herausgebracht, ganz aus natürlichen Materialien. Diese Daunenjacke war aus einem festen Baumwollstoff, der die Federn nicht nach außen lässt. Das Ergebnis war eine sehr sperrige, steife Jacke. Durch die wiederverwendeten PET Einwegflaschen konnten wir eine leichte, warme Daunenjacke herstellen, die nicht aufträgt.
    Natürlich liegt unser Focus weiterhin auf die Verwendung von Naturmaterialien. Unsere neueste Innovation recycled polyester soll nicht im Wettbewerb zu unseren anderen Naturprodukten stehen, sondern eine Ergänzung dazu sein. Dass sich nicht jeder mit dieser Jacke anfreunden kann ist uns auch bewusst. Man findet in unserem Shop aber auch genügend Alternativen um sich für den Winter wärmend zu kleiden.
    Viele Grüße vom hessnatur Team

Alexander

1. November 2016

Liebe Stefanie, vielen Dank für deinen Beitrag. Ich finde auch, dass die Entwicklung bei Hessnatur in den letzten Jahren nicht in die richtige Richtung geht. Auch mein Gefühl ist es, dass Nachhaltigkeit immer mehr der Gewinnmaximierung weichen muss. Erstes Anzeichen für mich war der Wechsel von der GLS Bank zur Commerzbank (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/beihilfe-zur-steuerhinterziehung-commerzbank-muss-17-millionen-euro-bussgeld-zahlen/12839844.html). Jetzt hat Hessnatur die gesamte Kinderkollektion aus dem Programm genommen, ohne – für mich – ersichtlichen Grund. Der überwiegende Anteil der verarbeiteten Wolle ist nicht kbT zertifiziert. Auf telefonische Nachfrage konnte nicht einmal zu 100% ausgeschlossen werden, dass die verwendete Wolle nicht durch Mulesing gewonnen wird. Hessnatur bezieht nach wie vor Wolle aus Australien, wo Mulesing breitflächig eingesetzt wird. Jetzt kommt auch noch Plastik in die Kleidung. Dass die gesamte Kollektion von Hessnatur bisher plastikfrei war und ich nicht jedesmal genau hinschauen musste, ob das gwählte Kleidungsstück Plastik enthält oder nicht, war für mich ein wesentlicher Grund bei Hessnatur einzukaufen. Insgesamt viele Gründe, weshalb ich mich schon seit einiger Zeit nach Alternativen umschaue und nicht mehr meinen gesamten Bedarf bei Hessnatur decke. Für alle Interessierten: finkhof.de, flomax.de, albmerino.de bieten ein gutes Sortiment an hochwertigen Wollprodukten an. Für alles andere, die bekannten Plattformen: avocadostore, hansnatur, engel etc. Und wenn ich Plastik will, kaufe ich bei VAUDE, die in diesem Bereich hinsichtlich Nachhaltigkeit aus meiner Sicht Vorreiter sind.

Ein enttäuschter Kunde.

    3. November 2016

    Lieber Alexander, gerade in den vergangenen Jahren sind keine Gewinne maximiert worden, sondern viel mehr große Investitionen zum Aufbau zukunftsweisender Bereiche, in die Eröffnung neuer Stores, zum Rückkauf des Grundstücks und in die Renovierung der Immobilien geflossen.
    Den größeren Teil unserer Schurwolle beziehen wir heute aus Südamerika, gerade auch um die Gefahr des Mulesing zu minimieren.
    Neben anderen Themen beschäftigt uns das Thema „Recycling“ sehr intensiv, denn Wiederverwertung entspricht unserer Auffassung von Nachhaltigkeit. Der Rohstoff ist in Mengen vorhanden. Eine Wiederverwertung bedeutet mehr Nachhaltigkeit und nicht weniger. Natürlich soll dieses Material nicht in Konkurrenz zu unseren Naturmaterialien stehen. Unsere Richtlinien und Standards haben auch künftig Gültigkeit.
    Herzliche Grüße, Ines vom hessnatur Team

Stefanie

26. Oktober 2016

Faire Daune? Zucht, Rupfung und gesamte Produktion der Kleidung in China, und hessnatur meint die Lage im Griff zu haben? Sehr, sehr, sehr traurig. Da steht die Wirtschaftlichkeit wieder über allen Dingen – hessnatur hätte damit starten können den Tieren die grausame Qual zu ersparen. Wie wäre es mit ein bisschen Empathie?
Hiermit hat hessnatur der Erde keinen Gefallen getan.
Ich möchte sowas auf keinen Fall unterstützen, da kann ich auch zu H+M gehen. Ich bin raus.

    28. Oktober 2016

    Liebe Stefanie, wir finden schon, dass wir uns mit unserer Arbeit von anderen Firmen abheben und geben in unserem Beitrag auch an, was wir anders machen. Beispielsweise haben wir uns nicht allein auf die Zertifizierung verlassen. Zusätzlich waren Kollegen in dem Betrieb und haben sich persönlich davon überzeugt, dass die Vorgaben eingehalten werden. Es ist gut, dass Vorgänge kritisch hinterfragt werden und wir die Möglichkeit haben, darauf zu antworten. Möglicherweise haben auch andere ähnliche Gedanken, die hier Dank Deiner Rückmeldung eine Antwort finden.
    Herzliche Grüße, Ines vom hessnatur Team

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