Hier mal wieder was Neues von Ihrem Blog-Onkel. Neulich habe ich den Begriff vom „ICE-Nomaden“ aufgeschnappt. Da denke ich gerade dran, während ich auf dem Weg nach Berlin bin. Ich hatte im April einen Vortrag beim Greenlab Symposium der Kunsthochschule Weißensee zum Thema nachhaltiges Design. Mein Lieblingsthema. Vor Ort schaue ich mir die Ergebnisse eines Workshops mit pflanzengefärbten Naturfasern an. hessnatur durfte einige Stoffe dazu steuern. Mal schauen, was die kreativen Menschen daraus gemacht haben – ich werde dazu noch berichten.

Jetzt will ich aber über Baumwolle sprechen. Ich möchte Ihnen berichten, dass sich die Situation bezüglich der Verfügbarkeit von Bio-Baumwolle gerade dramatisch verändert. Tobias Meier, Leiter Fairer Handel von Helvetas, und ich haben immer vom Schweinezyklus gesprochen, und tatsächlich ist es jetzt eingetreten. Unsere Projektpartner in Burkina Faso hatten in den vergangenen 18 Monaten zu große Mengen an Bio-Baumwolle auf Lager, die sich nur schwer verkaufen ließen. Bedingt durch die Finanzkrise hatten dagegen viele Produzenten ihre Läger ratzeputz leer geschafft und nicht für entsprechenden Nachschub gesorgt. Wohl, weil sich keiner sicher war, wie sich die Konsumenten verhalten würden. Aber schon auf der Heimtextilmesse im Januar in Frankfurt war zu spüren, dass der Markt wieder anzieht. Und dann kam die überraschende Entscheidung der indischen Regierung dazu, ein Exportverbot für indische Baumwoll-Fasern zu erlassen. Und nun: Engpass. Das betrifft natürlich auch die Bio-Baumwolle.

Jetzt geht’s für mich nach Burkina Faso. Mein Flieger geht von Tegel über Paris direkt nach Ouagadougou, in die Hauptstadt von Burkina Faso. Mission Bio-Baumwolle: Ich treffe mich mit dem Helvetas-Projektleiter Georg Felber und mit Vertretern der UNPCB, dem Bauernverband für Baumwollanbau in Burkina Faso. Ich werde Ihnen von dort berichten, worüber wir sprechen wollen und was ich vereinbaren möchte.

Also dann, bis später, ich habe ja wieder meine legendäre „Stromreise-Schreibmaschine“ dabei, die schickt Ihnen dann quasi per Netzkabel meinen nächsten Blog-Brief. Sie lassen sich derweil Ihre Grillwurst schmecken. Ich nehm ’ne Banane.